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Kultusminister Helmut Rau besucht im Kanton Zürich Bildungsdirektion

Intensiver Erfahrungsaustausch bei Elternarbeit und Fremdevaluation / Rau: "Regelmäßige Zusammenarbeit ist sehr ertragreich"

Mehr zu: Baden-Württemberg, Elternarbeit, Familienbildung, Integration, Internationaler Austausch, Migration, Stiftungen, Schule
Stuttgart, 17.08.2009 -

Beim eintägigen Besuch von Kultusminister Helmut Rau MdL im Kanton Zürich tauschte sich der Minister mit seiner Amtskollegin Regine Aeppli, Regierungspräsidentin und Bildungsdirektorin des Kantons Zürich, aus. Das Land Baden-Württemberg und der Kanton Zürich pflegen seit über fünf Jahren den regelmäßigen Austausch zu Bildungsthemen. Beim gestrigen Treffen diskutierten Rau und Aeppli mit zahlreichen Fachleuten über die Bereiche Elternarbeit und Fremdevaluation.

Im Kanton Zürich finden jährlich rund 1 700 Elternbildungsveranstaltungen mit etwa 28 500 Teilnehmenden statt. Die überwiegend durch private Träger angebotenen Kurse sollen Eltern, die von sich aus Elternkurse in Anspruch nehmen möchten, bei grundsätzlichen Erziehungsfragen Rat geben. Kursinhalte können dabei beispielsweise Deutsch für fremdsprachige Eltern, gekoppelt mit Integrationsfragen und Fragen des Familienalltags, Kommunikation, Konfliktlösung, Konsequenz, Ermutigung oder Wertehaltung sein.

In einem Gesetzesentwurf beabsichtigt der Kanton Zürich, Eltern in besonderen Fällen per Anordnung zu Elternkursen zu verpflichten, wenn sie ihre Elternpflichten nicht oder ungenügend nachkommen. Die Eltern sollen in diesen Kursen von Fachleuten beraten und unterstützt werden. Bei den angeordneten Elternkursen sollen, je nach familiärer Situation und Lage, Themen wie Schulsystem und Unterstützung, Schulalltag, Medien, Freizeitgestaltung, Gesundheitsförderung, Umgang mit Geld, behandelt werden.

Baden-Württemberg setzt auf Überzeugungsarbeit und die freiwillige Inanspruchnahme der Angebote für Eltern. Die gemeinnützige Elternstiftung Baden-Württemberg leistet dazu einen wertvollen Beitrag. Auch zahlreiche weitere Institutionen wie die VHS, kirchliche Bildungseinrichtungen, Familienbildungsstätten, ajs oder das LMZ sind in diesem Bereich aktiv. "Ich bin überzeugt davon, dass wir Eltern nur dann mit ins Boot holen können, wenn wir sie von Sinn und Zweck ihres Engagements überzeugen und ihnen vermitteln können, dass auch sie zum schulischen Erfolg ihres Kindes beitragen können. Entscheidend ist, dass Eltern auch das Gefühl vermittelt bekommen, dass sie in der Schulgemeinschaft willkommen sind und sie auch aktiv mit gestalten können. Für diese Überzeugungsarbeit ist sehr häufig viel Geduld und viel Mühe notwendig", erklärte Rau. Das Konzept der Elternstiftung basiert auf einem breiten Unterstützungsangebot für Eltern. Die Stiftung bietet systematisch Seminare für Eltern und andere Multiplikatoren an. Außerdem betreibt die Elternstiftung auch seit 2003 regelmäßig eigene Projekte. Aktuell werden neun Projekte angeboten, darunter auch das Projekt "Türkische Elternmentoren" oder "Wie funktioniert die Schule".

In den Fällen jedoch, in denen trotz dringendem Gesprächsbedarfs und gewichtiger Anhaltspunkte für eine Kindswohlgefährdung kein Elternteil die Einladung der Schule zum Gespräch wahrnimmt, kann in Baden-Württemberg die Schule das Jugendamt informieren.

Der Kanton Zürich hat, ebenso wie Baden-Württemberg, im Rahmen der Fremdevaluation ein unabhängiges Institut ins Leben gerufen, das die Prozesse der Fremdevaluation koordiniert und inhaltlich betreut. Beide Seiten haben sich sehr interessiert daran gezeigt, Erkenntnisse, die an einzelnen Schulen gewonnen werden, für alle Schulen nutzbar zu machen, um sich bei der Steuerung des Schulsystems im Ganzen auf noch mehr Faktenwissen stützten zu können. "Der regelmäßige Austausch mit den Schweizer Kollegen ist sehr ertragreich. Gerade durch die Regelmäßigkeit können wir gemeinsam Entwicklungen analysieren und erzieltes Wissen gegenseitig nutzbar machen", sagte Rau.

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