Bildungsministerium nimmt Stellung zu Bildungsmonitor 2009
Mehr zu: Bildungsmonitor, Bildungswesen, Föderalismus, KITA, Rheinland-Pfalz, SonderthemenZu den heute im Bildungsmonitor 2009 des Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) und der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) veröffentlichten Beurteilungen von Rheinland-Pfalz erklärt der Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Michael Ebling:
Der Bildungsmonitor bestätigt – unter anderem durch die Verwendung von Erkenntnissen aus PISA – auf wesentlichen Feldern der rheinland-pfälzischen Bildungspolitik dem Land gute Positionen. Neben einer guten Schulqualität, die sich danach deutlich verbessert hat, werden z. B. ein nur gering ausgeprägter Zusammenhang zwischen sozialem Hintergrund von Schülerinnen und Schülern und dem Bildungserfolg genannt. Der Bildungsmonitor kommt zudem zu dem Ergebnis, dass sich Rheinland-Pfalz im Ranking der Bundesländer um einen Platz auf Rang 8 verbessert hat und gegenüber dem Bildungsmonitor 2008 die viertstärkste Verbesserung aller Bundesländer verzeichnet.
Der Bildungsmonitor kann allerdings dem selbst gesetzten Anspruch nicht gerecht werden, einen aktuellen Vergleich über die Leistungsfähigkeit der Bildungsangebote in den Ländern zu liefern. Dies gilt zum einen deshalb, weil die neuesten Daten, die Verwendung fanden aus dem Jahr 2007 stammen. Zum anderen bleibt die mehrfach auch von namhaften Bildungsforschern angemeldete Kritik bestehen, dass die Auswahl der Indikatoren, deren Zuordnung zu so genannten Handlungsfeldern und das letztlich erstellte Länderranking fragwürdig ist.
Belegbar ist dies insbesondere an zwei Punkten. So wird bei dem "Handlungsfeld Forschungsorientierung" wegen der für den aktuellen Bildungsmonitor verwendeten Datenbasis aus dem Jahr 2007 die mittlerweile erfolgte massive Aufstockung des Hochschulprogramms Wissen schafft Zukunft von damals 25 Millionen Euro pro Jahr auf heute insgesamt 80 Millionen Euro pro Jahr (inklusive des Sondervermögens) ebenso wenig berücksichtigt wie die im Juli 2008 gestartete Forschungsinitiative, die bereits zu einer deutlichen Profilierung der Universitäten auf dem Forschungssektor beigetragen hat. Die Berechnungen der Drittmitteleinwerbungen seien zudem auf der Basis der im Land vorliegenden Daten nicht nachvollziehbar.
In dem "Handlungsfeld Förderbedingungen" werden ebenfalls überholte Werte genutzt und beispielsweise für die Ganztagsbetreuung Werte herangezogen, die zwischen den Ländern wegen unterschiedlicher Definitionen des Ganztagsbetreuungsbegriffs objektiv nicht vergleichbar sind.
Es ist zu erwarten, dass in Rheinland-Pfalz im Schuljahr 2009/2010 mit rund 75.000 Schülerinnen und Schülern gut 16 Prozent aller Schülerinnen und Schüler in den allgemeinbildenden Schulen ein Ganztagsangebot nutzen. Nach der neuesten Kindertagesstättenstatistik wird mit mehr als 42.000 Ganztagsplätzen in den Kindergärten ein Angebot für deutlich mehr als 30 Prozent aller Kinder im Kindergartenalter vorgehalten.
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