Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung
Volkshochschulen in Berlin erfreuen sich wachsenden Zuspruchs
Fast 250.000 Berliner in Kursen und Veranstaltungen / Neue Programmhefte auf dem Markt / Deutlich mehr Geld für Mütterkurse / Höhere Honorare für Dozenten bei nur leicht gestiegenen Entgelten / Anmeldungen ab jetzt
Mehr zu: Berlin, Bundestagswahl, Grundbildung, Hirnforschung, KITA, Kulturelle Bildung, Lebenslanges Lernen, Politische Bildung, Schulstress, Statistik, WeiterbildungDie Berliner Volkshochschulen erfreuen sich ungebrochenen Zuspruchs bei der Bevölkerung mit weiter steigender Tendenz. Fast eine Viertel Million Berlinerinnen und Berliner kamen in 2008 zum Lernen in die Weiterbildungsstätten der Bezirke. 6,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Die Jahresbilanz der Volkshochschulen 2008
Die von der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung veröffentlichte VHS-Statistik für 2008 weist zum dritten Mal in Folge eine Erhöhung des Kursangebots (um 4 %), der Unterrichtsstunden und der Anmeldungen aus. Die Versorgung mit VHS-Kursangeboten, die Weiterbildungsdichte (gemessen in Unterrichtsstunden je 1.000 Einw.), wuchs von 175 im Vorjahr auf 184.
Der deutlichste Zuwachs erfolgte im Bereich Sprachen, dem mit Abstand größten Programmbereich der Berliner Volkshochschulen. 43 Prozent der Kurse und 63 Prozent der Unterrichtsstunden entfallen auf diesen Programmbereich. Gestiegen ist vor allem das Angebot im Bereich Sprachintegration (Deutsch als Zweit- bzw. Fremdsprache), das jetzt fast 40 Prozent des Unterrichtsvolumens insgesamt ausmacht.
Das Angebot zur Sprachintegration für Mütter / Eltern an den Schulen bzw. Kitas ihrer Kinder wurde 2008 erheblich ausgebaut (Kurse +19 %, Unterrichtsvolumen +13 %). Das Land stellte dafür zusätzlich 400.000 € (und damit insgesamt knapp 2 Mio. €) zur Verfügung, mit denen erstmals Kurse außerhalb der Innenstadt und Kurse an Kitas eingerichtet werden konnten. Rund 550 Kurse mit 7.000 Teilnehmer/-innen zeigen, wie groß der Bedarf in erster Linie der Mütter ist, deutsch zu lernen, wenn ihre Kinder in die Schule oder die Kita kommen.
Dazu Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner: "Die VHS-Mütter-/Elternkurse, die in diesem Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum feiern, sind ein außerordentlich bewährtes Instrument der sozialen Integration. Im neuen Schuljahr werden die Volkshochschulen ein schulbezogenes Elternkurs-Curriculum erproben, das die Mütter und Väter mit dem deutschen Schulwesen vertraut macht und ihnen hilft, den Bildungserfolg ihrer Kinder zu unterstützen. Volkshochschulen leisten als Zentren des sozialen und interkulturellen Lernens einen entscheidenden Beitrag zur Integration in der Metropole Berlin. Sie gehen dabei direkt auf die Menschen zu und bringen die Leistung zu ihnen."
Auch im Gesundheitsbereich stiegen Kurs- und Teilnehmerzahlen (um 5 bzw. 9 %) und belegen das gewachsene Interesse an Angeboten zur Gesundheitsprävention. Der Programmbereich Arbeit – Beruf hat 2008 ebenfalls auf wachsende Nachfrage mit einer Steigerung des Kursangebots und des Unterrichtsvolumens reagiert (Kurse +6 %, Volumen und Teilnehmerzahlen +4 %). Mit ca. 3.500 Teilnehmenden weist der Bereich Grundbildung eine Steigerung um zehn Prozent auf und belegt Notwendigkeit und Interesse am nachholenden Erwerb von Grundfertigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen und von schulischen Abschlüssen.
Die Einnahmen und Ausgaben der Volkshochschulen beliefen sich 2008 auf ca. 33,5 Mio. €. Davon konnten die Volkshochschulen 13,9 Mio. € (41,5 %) aus Eigeneinnahmen decken, 19,6 Mio. € (58,5 %) kamen vom Land Berlin. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer trugen mit 9,5 Mio. € für Entgelte 28,5 Prozent zur VHS-Finanzierung bei. Auf Fördermittel (v.a. des Bundes, der EU und der Arbeitsverwaltung) entfielen 3,5 Mio. €.
Die VHS-Statistik 2008 wird in Kürze auf der Internetseite der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung bereitgestellt (www.berlin.de/sen/bildung/fort_und_weiterbildung/volkshochschulen/vhs_statistik_berlin_2008.pdf (PDF))
Qualität hat ihren Preis: Honorare angehoben – Entgelte leicht gestiegen
Zum 1. September 2009 steigen die seit 16 Jahren unveränderten Honorare der VHS-Kursleiter/-innen um sechs Prozent. Zum Ausgleich der Mehrkosten mussten auch die VHS-Entgelte in vielen Fällen leicht angehoben worden; sie bleiben aber weiterhin günstig. Viele Teilnehmende können zudem Ermäßigungsmöglichkeiten nutzen.
Für die freiberuflich tätigen VHS-Kursleiter/-innen, von denen viele mit dem Unterricht ihren Lebensunterhalt bestreiten, ist die Anhebung der Honorarsätze von großer Bedeutung. Die letzte Anpassung der Kursleiterhonorare an die Gehaltsentwicklung im öffentlichen Dienst erfolgte 1993. Die jetzige Anhebung um sechs Prozent gleicht den Einkommensverlust seit 1993 nur teilweise aus, jedoch wurde mit den neuen Honorarvorschriften eine Dynamisierung der Honorarentwicklung eingeführt: die Honorarsätze werden künftig regelmäßig der Gehaltsentwicklung im öffentlichen Dienst angepasst. Zur teilweisen Deckung der höheren Ausgaben für Honorare wird das sog. "Basisentgelt" zum 1.9.2009 von bisher 1,84 € je Unterrichtsstunde um ebenfalls sechs Prozent auf 1,95 € angehoben. Das Basisentgelt bestimmt die Bandbreite, innerhalb deren die Bezirke die Kursentgelte festlegen können. Die Entgelte und auch die Honorare, für die ebenfalls eine Bandbreitenregelung gilt, steigen daher nicht in jedem Fall um den genannten Prozentsatz; die Entscheidung darüber wird vor Ort getroffen.
Das Basisentgelt wurde zuletzt 1996 angehoben. Infolge der jetzigen Anhebung um 11 Cent je Unterrichtsstunde wird ein Volkshochschulkurs durchschnittlicher Länge (35 Unterrichtsstunden) rechnerisch um 3,85 € teurer. Aufgrund weitreichender Ermäßigungsmöglichkeiten zahlen jedoch nur 46 Prozent der Teilnehmer/-innen das volle Kursentgelt; 26 Prozent nehmen an entgeltfreien Kursen teil, für die allenfalls eine geringe Anmeldepauschale gezahlt werden muss.
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Die neuen VHS-Programmhefte sind erschienen; die ersten Kurse beginnen am 31. August. Die zwölf bezirklichen Volkshochschulen bieten von September 2009 bis August 2010 rund 18.000 Kurse und etwa 1.000 Einzelveranstaltungen zur allgemeinen und zur beruflich nutzbaren Weiterbildung an.
Jede Berliner Volkshochschule veröffentlicht ein eigenes umfangreiches Programm. Die neuen Programmhefte liegen in vielen öffentlichen Einrichtungen der Bezirke und in ausgewählten Geschäften aus. Das Programm aller Volkshochschulen wird zudem im Internet veröffentlicht (www.vhs.berlin.de); über die Kurssuche lassen sich gewünschte Bildungsveranstaltungen leicht finden. Anmeldungen sind sowohl persönlich mit der Möglichkeit individueller Beratung als auch schriftlich, telefonisch und per Internet möglich.
Die Anlage enthält Hinweise auf besondere Veranstaltungen einzelner Volkshochschulen und gemeinsame Veranstaltungsreihen.
Hinweise auf besondere Veranstaltungen der Volkshochschulen im Herbst 2009
Die Programmangebote für das Herbstsemester 2009 und das Frühjahrsemester 2010 sind jetzt auf dem Markt. Unter dem Titel "20 Jahre nicht ganz ohne...." befasst sich eine Veranstaltungsreihe der Volkshochschulen mit dem Mauerfall und seinen Folgen. "Grenzfall – was haben wir damit zu tun? Migrantenkinder auf Spurensuche" lautet z.B. ein Angebot der VHS Mitte. Mit dem Thema "Kunst und Kalter Krieg" setzt sich eine Veranstaltungsreihe der VHS Tempelhof-Schöneberg in Kooperation mit der Kulturprojekte Berlin GmbH auseinander.
Eine weitere Veranstaltungsreihe befasst sich mit den Bundestagswahlen "Wählerisch? Was sonst!"
Kandidatinnen und Kandidaten nehmen am 19.09. im Rathaus Charlottenburg Stellung. "Erst wählen" lautet die Aufforderung einer Veranstaltung, die sich an Erstwähler in Mitte richtet. Mit der schweigenden Mehrheit befasst sich eine Veranstaltung über Politikverdrossenheit am 16.09. in der VHS Spandau. Führungen durch Botschaften und Öffentliche Gebäude wie das Bundeskanzleramt und das Abgeordnetenhaus zeigen den Berlinerinnen und Berlinern, wo Politik gemacht wird. Die Aufforderung zur Mitgestaltung des Bürgerhaushaltes in Lichtenberg 2011 erschließt Beteiligungsoptionen auf Bezirksebene.
Angebote zur körperlichen Bewegung, zum Stressabbau, zum Kochen und zur Ernährung fördern die Ausbildung eines besseren Gesundheitsbewusstseins. Die Volkshochschule Steglitz-Zehlendorf zeigt am 23.09. den Dokumentarfilm über den Nobelpreisträger und Hirnforscher Eric Kandel "Auf der Suche nach dem Gedächtnis" und bietet anschließend in einem Miniworkshop Unterstützung für Umsetzung der Erkenntnisse in den Alltag an. Lichtenberg informiert in einer Workshop-Reihe über "Psychiatrie im Alltag", stellt die häufigsten Erkrankungen wie Depression, Schizophrenie, Persönlichkeitsstörungen/Borderline und geistige Behinderung vor und gibt einen Überblick über die ambulanten und komplementären Hilfeangebote in der Region.
Qualifizierung mit System bilden fast alle Volkshochschulen mit den europaweit anerkannten Xpert-Kursen und Zertifikaten an. Von Xpert-Europäischer Computerpass über Xpert-Business zu Xpert-Personal Business Skills reicht das Angebot. Die Angebote zur Sozialen Kompetenz und zur Interkulturellen Kompetenz heben die Alltagsqualifikation für eine globaler werdende Welt und stärken für berufliche Herausforderungen. Die VHS Tempelhof-Schöneberg hat unter dem Motto Volkshochschule als interkultureller Lernort ein Extraheft "Deutsch und weitere Angebote für Migrantinnen und Migranten" herausgebracht. Entsprechende Sonderhefte gibt es auch in Mitte, Spandau und Friedrichshain-Kreuzberg.
Das 90jährige Jubiläum feiert die VHS Treptow-Köpenick. Zitate aus Schreiben der Kooperationspartner aus Wissenschaft, Wirtschaft und gesellschaftlichen Organisationen im Programmheft zeigen, wie vielfältig die Bildungsnetzwerke der Volkshochschulen inzwischen sind.
"Volkshochschulen sichern das Recht auf Bildung für jeden Erwachsenen ohne Ansehen der Person, der Herkunft und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit" (aus dem Leitbild der VHS Marzahn-Hellersdorf). Diesen Anspruch lösen die vielfältigen Programmangebote für die nächsten zwei Semester ein.
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