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Pressemeldung von: Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Ferienzeit heißt für viele Kinder noch mehr Fernsehkonsum

VBE: Dauerberieselung mit medialer Gewalt wirkt abstumpfend

Stuttgart, 25.08.2009

Bedingt durch die Vielzahl der Medien sei Gewalt für Kinder und Jugend­liche heute überall präsent, beklagt der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg. Besonders in den langen Som­merferien würden viele Kinder noch länger unbeaufsichtigt vor dem Bild­schirm sitzen und sinnvollere Freizeitbeschäftigungen vernachlässigen.

Das reichhaltige Angebot an medialem Mord und Totschlag für Kinder ist be­ängstigend. Kriminalfilme, die früher ausschließlich im Abendprogramm für Erwachsene liefen, werden selbst vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen als Wie­derholung am Nachmittag gezeigt, zu einer Zeit, zu der die meisten Kinder und Jugendlichen vor dem Bildschirm sitzen. Genügte in Filmen des Grusel-Alt­meisters Alfred Hitchcock noch die Andeutung einer Gewalttat, um Spannung zu erzeugen (die Duschszene in "Psycho"), wird heute in Nahaufnahme und Zeitlupe gezeigt, wie das Messer ins Fleisch des Opfers dringt, moniert der VBE-Sprecher. Das mediale Grauen und die virtuelle Gewalt können bei dafür empfänglichen Kindern und Jugendlichen regelrecht zur Sucht werden, mit all den Folgen, die auch bei anderen Süchten zu beobachten sind.

So mancher Schüler konsumiert den Horrorkitzel gleich mittels mehrerer Medi­en: TV, Video/DVD, PC-Spiele, Handy, Internet, CD. "Nestwärme", Geborgen­heit und Anerkennung, sinnvolle Freizeitbeschäftigungen in Vereinen und kirch­lichen Jugendgruppen sowie klar gezogene und konsequent eingeforderte Gren­zen bildeten den besten "Impfstoff" gegen reale Gewalt, behauptet der VBE-Sprecher. Positive Identifikationsmöglichkeiten in der Schule, in Kirchen, Ver­einen und anderen Gruppierungen erzeugten ein Wir-Gefühl und erhöhten bei Schülern die Bereitschaft, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

Werte, für die die Jugend offen sei, wie Solidarität und soziales Engagement werden zwar auch in Schulen vermittelt und gepflegt, man dürfe jedoch das Elternhaus keinesfalls aus der Erstverantwortung entlassen, so der VBE-Spre­cher. Eltern bestimmten, welche Geräte die Kinder ihr Eigen nennen dürfen. Außerdem könne bei jedem technischen Gerät ein Aus-Schalter betätigt werden.

Ferienprogramme der Städte und Kommunen böten sinnvolle Alternativen zum Bildschirmhocken und sorgten für ein förderliches Gemeinschaftserlebnis.


Zur Veröffentlichung freigegeben - Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg / bildungsklick.de


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