Das Schuljahr 2009/2010 wird geprägt von der Diskussion und der Vorbereitung der Schulstrukturreform für Berlin. Zum Schuljahrsbeginn 2009/2010 sagte Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner daher:
"Das kommende Schuljahr ist ein Schuljahr des Aufbruchs und der Veränderung. Es steht bereits voll im Zeichen der Schulstrukturreform, über die das Abgeordnetenhaus in den kommenden Monaten beraten wird. Die Entwicklungen der vergangenen Wochen - der Senatsbeschluss und die sehr zustimmende Haltung im Rat der Bürgermeister - stimmen mich optimistisch: Mit dieser Reform wird Berlin zum Vorreiter bei Chancengerechtigkeit durch individuelle Förderung, Ganztagsschule und verbesserter Vorbereitung auf das Berufsleben.
Experten und Praktiker haben ihre Zustimmung und Unterstützung auf breiter Linie erklärt. Wir reden nicht, wir setzen diese Idee auch um. Die Fortbildungen für die Schulen beginnen bereits in diesen Tagen. Eine Informationskampagne, die durch alle Bezirke führen wird, wird helfen, dass aus von der Schulreform Betroffenen Beteiligte werden.
Das Berliner Schulsystem steht vor einem besonderen Wendepunkt.
Das Konjunkturpaket II - ergänzt um große Mittel aus dem Berliner Landeshaushalt - trägt wesentlich dazu bei, dass sich Aussehen und Attraktivität von Schulen weiter verbessern. In diesem und den kommenden drei Jahren werden mehr als eine halbe Milliarde Euro in Berlins Schulen fließen, vorrangig in die energetische Sanierung der Schulen, aber auch in den Ausbau von Mensen und die Verbesserung von Sportanlagen.
Das vergangene Jahr war ein Jahr, in dem die personelle Ausstattung der Berliner Schulen meist überzeugend war und die Behandlung von kleineren Engpässen ganz überwiegend gut funktioniert hat. Die Voraussetzungen dafür, dass dies auch in diesem Schuljahr so sein wird, sind gegeben. Die deutliche Gehaltsanhebung für neu eingestellte Lehrerinnen und Lehrer hat Berlin auch für die Zukunft konkurrenzfähig beim Werben um gute und engagierte Kollegen werden lassen."
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Nach dem Senatsbeschluss vom Juli und der Unterstützung im Rat der Bürgermeister kommt das Schulgesetz zur Schulstrukturreform nun in den kommenden Monaten in die parlamentarische Beratung. Die vom Rat der Bürgermeister vorgeschlagenen Veränderungen werden derzeit im Detail geprüft.
Mit der jetzt erschienenen Broschüre "Fahrplan Schulstrukturreform", die in einer Auflage von 135.000 Exemplaren an Schulen und Schulöffentlichkeit verteilt wird, verstärkt die Senatsverwaltung die Öffentlichkeitsarbeit. Der Senator und die Staatssekretärin werden ab Mitte September in jedem einzelnen der zwölf Berliner Bezirke - zusammen mit den dortigen Verantwortlichen - die Überlegungen und Planungen der interessierten Schulöffentlichkeit darstellen.
Neben einem Auftakt-Workshop Anfang September für Führungskräfte in der Verwaltung starten im weiteren Verlauf des Septembers auch die Fortbildungsveranstaltungen für Schulleitungen und Kollegien.
So sind u.a. mit Veranstaltungen für alle Schulleiterinnen und Schulleiter und deren Stellvertreter der Sekundarstufe I, Schulentwickler und regionalen Multiplikatoren in vier Wochenendseminaren mit rund 500 Teilnehmern in Vorbereitung, an die sich eine Basisqualifizierung in wählbaren Modulen und Coaching-Angeboten anschließt. Alle Schulen der Sekundarschule I, also der Klassen 7-10, erarbeiten mit den regionalen Schulentwicklern ein Konzept zur schulinternen Fortbildung. Sie beginnen noch im ersten Schulhalbjahr mit der Umsetzung. Themen können sein: Einrichtung einer Ganztagsschule/ Rhythmisierung; Lerndiagnosen, Förderung, Leistungsbeurteilung in heterogenen Lerngruppen.
Für diesen wichtigen Bereich der Qualifizierung stehen über sieben Millionen Euro zur Verfügung.
Der weitere, geplante Weg der Schulstrukturreform
September/Oktober 2009: 1. Lesung im Abgeordnetenhaus
Möglich im November 2009: AnhörungenSchulausschuss
Möglich im Januar 2010: 2. Lesung und Abstimmung
Schuljahr 2010/11: Start der SchulstrukturreformSekundarschulen
startenHauptschulen nehmen keine 7.Klassen mehr auf
Schuljahr 2011/12: Start der restlichen Sekundarschulen
Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner: "Ich ermutige alle Schulen, die den Weg der Schulstrukturreform rasch gehen wollen. Ein Zwang zur Teilnahme aller Schulen zum Beginn des Schuljahres 2010/11 ist aber wenig sinnvoll, wenn im Einzelfall, z.B. wegen notwendiger Um- oder Erweiterungsbauten, nicht alle Voraussetzungen gegeben sind."
Für den Investitionsschwerpunkt Bildung sollen aus dem Konjunkturprogramm II rund 65% von den insgesamt für das Land Berlin zur Verfügung stehenden Mitteln in Höhe von 632 Millionen Euro eingesetzt werden.
Für den Bereich der Berliner Schulen sind davon insgesamt 196 Millionen Euro vorgesehen (zentral verwalteten und beruflichen Schulen: 33 Millionen Euro, für die allgemein bildenden Schulen 163 Millionen Euro). 114 Maßnahmen an öffentlichen und 39 Maßnahmen an Schulen in freier Trägerschaft wurden bislang bewilligt. Die Vorhaben befinden sich in der Vorbereitung und zu einem Teil auch bereits in der Realisierung.
Der Umfang dieses Programms von 32,3 Mio. Euro im Haushaltsjahr 2009 ist mit dem Sonderprogramm "+50" auf insgesamt 82,3 Mio. Euro erhöht worden. Zuständig für die Umsetzung der Maßnahmen sind die Bezirke. Ein engmaschiges Controlling überwacht den Stand der Mittelinanspruchnahme. Von den 82,3 Mio. Euro sind mit Stand vom 24.8.2009 rund 72,5 Millionen Euro (ca. 88 %) gebunden/beauftragt und rund 18,5 Mio. Euro (ca. 22,5 %) bereits verausgabt worden. Aus den Erfahrungen der vorangegangenen Jahre wird davon ausgegangen, dass bis zum Jahresende alle in 2009 zur Verfügung stehenden Mittel verausgabt sein werden. Das Schul- und Sportstättensanierungsprogramm wird in kommenden Jahren mit den Margen von rund 32 Millionen Euro fortgesetzt werden.
Neben diesen Mitteln stehen den Bezirken jährliche Zuwendungen zum Erhalt der baulichen Substanz ("bauliche Unterhaltung") zur Verfügung, von denen rund 80 Millionen Euro jährlich in Schulgebäude fließen.
Aus diesen Einzelposten ergibt sich für dieses und die kommenden beiden Jahre eine Investitionssumme in den Bildungsbereich von über 580 Millionen Euro.
Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner: "Diese Schwerpunktsetzung zeigt, dass Berlin auch in schwierigen Zeiten die richtige Weichenstellung vollzogen hat. Berlin baut auf Bildung!
Bis 2011 wird die wirklich eindrucksvolle Summe von über einer halben Milliarde Euro in die Berliner Schulen geflossen sein: zur energetischen Sanierung, zum Ausbau für den Ganztagsbetrieb und Betreuung, für Mensen und Sportanlagen."
Im Rahmen des Investitionsprogramms "Zukunft Bildung und Betreuung" (IZBB) stellt der Bund den Ländern von 2003 bis 2009 Finanzhilfen in Höhe von rund vier Milliarden Euro zur Verfügung. Das Programm wird maximal zu 90 % aus Bundes- und zu mindestens 10 % aus Eigenmitteln der Schulträger finanziert. Das Land Berlin erhält rund 147,2 Millionen Euro an Bundeshilfen; einschließlich des mindestens 10%igen Eigenanteils des Schulträgers (etwa 16,3 Mio.) Euro beträgt das Gesamtvolumen insgesamt rund 163,5 Millionen Euro. Bis zum Schuljahresbeginn 2009/10 werden von den 373 in der IZBB-Planung enthaltenen Vorhaben alle soweit fertiggestellt sein, dass sie für die Ganztagsbetreuung genutzt werden können. Mit Stand vom 24.8.09 sind von den insgesamt zur Verfügung stehenden Bundesmitteln 147,2 Millionen Euro (99,1 %) abgerufen worden. Bis zum Jahresende 2009 werden die Mittel vollständig verausgabt worden sein. Mit diesen Daten nimmt Berlin im bundesweiten Vergleich einen Spitzenplatz ein.
Das Land Berlin hat in diesem Jahr 417 Lehrerinnen und Lehrer neu eingestellt. Bewährt hat sich, dass mehr als ein Drittel der neuen Kollegen bereits zum Schulhalbjahrswechsel im Februar die Schulen verstärken konnten. Zusätzlich zu einer 100-Prozent-Versorgung an Lehrkräften gibt das Land Berlin seinen Schulen weitere drei Prozent ihres Bedarfs an Lehrerinnen und Lehrern zur Einstellung von Vertretungslehrkräften und für Projekte (in der Fachsprache Personalkostenbudgetierung/PKB). Langzeiterkrankte werden nicht zu Lasten der Schulen angerechnet.
Die Auswahlverfahren konnten frühzeitig vor Beginn der Sommerferien begonnen und somit rechtzeitig abgeschlossen werden. Dies gilt insbesondere für die zentral koordinierten Auswahlverfahren, die vier Wochen früher als im Vorjahr stattfanden.
Die 140 Lehrkräfte der "Lehrerfeuerwehr" stehen weiterhin zur Verfügung.
Mit diesen Einstellungen sowie den vorgenommenen notwendigen regionalen und überregionalen Umsetzungen wird eine ausreichende personelle Ausstattung der Berliner Schulen gewährleistet. Entstehender Vertretungsbedarf wird durch entsprechende befristete Einstellungen gedeckt.
Die Bezahlung für Junglehrer ist um bis zu 1.200 Euro brutto auf nunmehr 3.846 Euro brutto angehoben geworden. Dies hatte zur Folge, dass sich sehr viel mehr und darunter auch sehr viele sehr gute Bewerberinnen und Bewerber für Berlin gemeldet haben.
Die Auseinandersetzungen mit dem Hauptpersonalrat um die höhere Besoldung von Junglehrern sind in der vergangenen Woche vor der Einigungsstelle beendet worden, die Gehaltserhöhungen werden unverzüglich und rückwirkend zum 1. August 2009 - wie angekündigt - gezahlt.
Neben der Gehaltserhöhung kommt es im kommenden Schuljahr auch zu einer deutlichen Aufstockung der Referendariats- und Studienplätze. So steigt die Zahl der Referendariatsplätze ab 1.2.2010 auf insgesamt 2.200 (+300) an. An den Universitäten werden 1.000 Lehramtsabsolventen pro Jahr ihr Studium abschließen können (plus 150 alleine in einem Jahr, über vier Jahre entsprechend 600). Die Steigerung der Studienplätze erfolgt vor allem in Mangelfächern wie Sonderpädagogik, Englisch, Physik und Musik.
Für diese Offensive für den Lehrerberuf einschließlich der Gehaltserhöhungen stellt das Land Berlin rund 30 Millionen Euro jährlich bereit.
Um die Berliner Schule zum Schuljahresbeginn bedarfsgerecht mit Erzieherinnen auszustatten, wurden
Weitere 58 Grundschulen starten mit jahrgangsübergreifendem Lernen in der flexiblen Schulanfangsphase im Schuljahr 2009/2010. Damit gibt es in 85 Prozent (314 von insgesamt 367) der Grundschulen jahrgangsgemischten Unterricht. Pro Bezirk stehen erneut Multiplikatorinnen/Multiplikatoren für die Saph im Umfang von 20 Lehrerwochenstunden je Bezirk bereit. Neu im Schuljahr 2009/10 ist, dass zur Unterstützung der Weiterentwicklung von JÜL in der Schulanfangsphase das Modellvorhaben "Kollegiale Unterrichtsbesuche zur Qualitätsentwicklung der Schulanfangsphase - KUQS" aufgelegt worden ist. Es soll u.a. die Schulentwicklungsprozesse im Bereich der Schulanfangsphase in der Laufzeit von 2009-2013 unterstützen. Ausgehend von den Erfahrungen der Pilotschulen - zwölf Grundschulen, die sechs Tandems bilden - wird so ein Qualitätsnetzwerk für jahrgangsübergreifendes Lernen in der Schulanfangsphase aufgebaut.
Zur Sprachförderung stehen auch für dieses Schuljahr 1.196 Lehrer-Stellen (60 Millionen Euro!) zur Verfügung. Diese Förderung geht an Schulen, deren Anteil von Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache oder der Anteil von Schülern mit Befreiung von der Lernmittelzahlung größer als 40 Prozent ist.
Neu ist im Zusammenhang mit der Sprachförderung, dass Sprachberaterteams aus Sprachheilpädagogen und Lehrern künftig im vorschulischen Bereich bei allen Kindern, die erst im letzten Jahr vor Eintritt in die Schule eine Kita besuchen, in Abstimmung mit den Erzieherinnen zur Förderung beitragen können. Bislang waren die Fördermöglichkeiten auf diejenigen Kinder beschränkt, die die 15stündige wöchentliche Förderung erhalten. Für diese Unterstützung werden 24 Stellen - 1,2 Millionen Euro - zur Verfügung gestellt.
Die rechtliche Grundlage und Zumessung von Lehrerinnen und Lehrern an Grundschulen sind bereits seit dem Schuljahr 2007/08 unverändert. Die Durchschnittsfrequenz an Grundschulen betrug in Berlin 23,4 Schüler pro Klasse (2007/2008: 23,6). In Kreuzberg-Friedrichshain lag sie beispielsweise bei 23,01 (in der Schulanfangsphase bei 23,12).
Die Schulen erhalten ergänzend zur Zumessung, die an die Klassenfrequenz gebunden ist, Zusatzstunden z.B. für Teilungsunterricht, Sprachförderung (für Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache/Deutsch als Zweitsprache) und Lernmittelbefreite.
Die tatsächlich relevante gute Versorgung macht auch die Schüler-Lehrer-Relation in der Grundschule deutlich.
Die Bildungsverwaltung wird die weitere Entwicklung genau beobachten.
Entsprechend der neuen Verwaltungsvorschrift "Schulhelfer" werden die Anträge der Schulen auf Maßnahmen der ergänzenden Pflege und Hilfe an die regionalen Koordinatoren für Sonderpädagogik gerichtet und von diesen geprüft. Die zuständige Schulaufsicht trifft dann auf dieser Grundlage im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel eine Entscheidung über zu bewilligende Schulhelferstunden.
Insgesamt stehen für die Haushaltsjahre 2010 und 2011 jeweils 8,012 Millionen Euro zur Verfügung. Damit hat sich der Haushaltsansatz im Vergleich zu 2005 mehr als verdoppelt (2005: 3,4 Millionen Euro, Steigerung um 129 Prozent). Allein von 2009 zu 2010 wird der Haushaltsansatz um rund 3 Millionen Euro aufgestockt, wobei die Schulhelfermaßen im Rahmen der verfügbaren Mittel zu bewilligen sind.
Die Zahl zu betreuender Kinder hat im gleichen Zeitraum 2005-2009 um 517 Kinder (+60%) zugenommen.
Mit den acht Millionen Euro ist das Land Berlin in der Lage, auch bei weiter steigender Kinderzahl eine gute Betreuung zu gewährleisten.
An den sonderpädagogischen Förderzentren (Sonderschulen) ist der Einsatz von Schulhelfern nur noch in Ausnahmefällen möglich. Diese Entscheidung berücksichtigt die dortige besondere personelle Ausstattung und die wesentlich geringeren Klassenfrequenzen.
Die rechnerische Zuordnung der Personalausstattung sieht an den Sonderschulen (z.B. geistige Behinderung) eine Lerngruppe mit acht Kindern vor, die mit einem Sonderpädagogen und einer Pädagogische Unterrichtshilfe (PU) ausgestattet ist. Eine Lerngruppe von sechs Schülerinnen und Schüler der Förderstufe I hat einen Sonderpädagogen, einen PU und eine halbe Betreuerstelle. Dieser Betreuungsschlüssel liegt für Schüler der Förderstufe II noch höher, so kommen dann bis zu drei Stellen betreuendes Personal auf fünf Schüler.
In Berlin und Brandenburg finden erstmalig gemeinsame Zentralabiturprüfungen in den Fächern Deutsch, Englisch, Französisch und Mathematik statt. Termine: Deutsch 28.4.2010, Englisch 30.4.2010, Mathematik 5.5.2010, Französisch 7.5.2010.
Im Rahmen der Verkürzung der Schuljahre bis zum Abitur (G8) erreichen die ersten Schülerinnen und Schüler, die das Abitur regulär nach 12 Jahren ablegen werden, mit dem Schuljahr 2009/10 die 10. Jahrgangsstufe.
Im kommenden Schuljahr starten an vier Standorten neue Gemeinschaftsschulen. Die Lina-Morgenstern-Schule (Gesamtschule), die Reformschule Charlottenburg als Neugründung am Standort Sybelstraße (bisher Grund- und Hauptschule), die Grünauer Schule (Grundschule), die Gesamtschule Thüringen-Schule zusammen mit der Bettelheim-Grundschule.
Damit gibt es im Schuljahr 2009/10 insgesamt 14 Gemeinschaftsschulen in Berlin.
Der Aufruf zur dritten Bewerbungsphase für die Pilotphase der Gemeinschaftsschule erfolgte am 30.6.2009. Von der Walter-Gropius-Schule liegt bereits eine offizielle Bewerbung für den Schulversuch Pilotphase der Gemeinschaftsschule zum Schuljahr 2010/11 vor: Der zuständige Schulträger und die regionale Schulaufsicht befürworten diesen Antrag.
Was ist eine gute Schule? Was ist guter Unterricht? Wie entsteht ein gutes Schulklima? Was zeichnet eine gute Schulleitung aus? Berliner Lehrkräfte und andere Fachleute aus dem Bildungsbereich haben Antworten auf diese und ähnliche Fragen aus der Praxis für die Praxis zusammengetragen. So ist der Karteikasten "Gute Schule" mit über 80 Beiträgen entstanden. Er enthält - knapp und überschaubar - grundlegende Informationen und praktische Hinweise zu den Themenbereichen Lehr- und Lernprozesse, Schulkultur und Schulmanagement. Jede öffentliche Schule erhält den Karteikasten. Er ist mit dem heutigen Tag auch in einer Version im Internet abrufbar. Praktiker sind eingeladen weitere Tipps zu notieren und übers Netz allen Interessierten zugänglich zu machen.
Das Programm Jugendsozialarbeit an Haupt- und Sonderschulen wird ab dem Jahr 2009 schrittweise auf Grund- und berufliche Schulen ausgeweitet. Ziel ist der Aufbau von verbindlichen Kooperationen zwischen Schulen und freien Trägern der Jugendhilfe. Zum Schuljahr 2009/2010 werden an 74 Grundschulen Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter tätig.
Am 12. September 1979 wurde mit dem OSZ Handel in Kreuzberg das erste Oberstufenzentrum in Berlin eröffnet. Mittlerweile gehören 35 Oberstufenzentren und weitere 18 berufliche Schulen zur weit verzweigten Familie "OSZ Berlin". OSZ Berlin ist heute ein Begriff, der für zukunftsorientierte Bildung und Ausbildung in Berlin steht. Unter dem Motto "Erfolg kommt von hier" feiern alle Oberstufenzentren und die beruflichen Schulen am 12. September 2009 in einem Festakt in der Max-Taut-Aula das 30-jährige Jubiläum einer guten und erfolgreich umgesetzten Bildungsidee.
Die Teilnahme an der bundesweiten Lernstandserhebung für die Jahrgangsstufe 8 wird im Schuljahr 2009/10 außer wie bisher schon für Mathematik auch für die erste Fremdsprache verbindlich. Im Fach Deutsch ist eine freiwillige Teilnahme möglich. Termine: Deutsch 24.2.2010, Englisch/Französisch 2.3.2010, Mathematik 4.3.2010.
Die Senatsverwaltung bietet für die Fächer Alt-Griechisch, Biologie, Chemie, Deutsch, Geografie, Geschichte, Informatik, Latein, Mathematik, Philosophie, Physik, Politikwissenschaft, Psychologie unter www.klausurgutachten.de Online-Formulare für Klausurgutachten in der gymnasialen Oberstufe inklusive des Abiturs an. Die Gutachten-Formulare können auch von Schülerinnen und Schülern aufgerufen werden, die sich somit frühzeitig mit den Anforderungen vertraut machen können. So wird schnell klar, aus welchen einzelnen Bausteinen sich die Endnote zusammensetzt und wie einzelne Teilaufgaben bewertet wurden. Für die modernen Fremdsprachen gibt es dieses Verfahren bereits seit 2006/07. Der Arbeitsaufwand zur Erstellung von Gutachten kann damit für Lehrerinnen und Lehrer erheblich reduziert werden, da die leicht zu bedienende Online-Maske den Anforderungen an ein Gutachten exakt entspricht.
Auch die Lernausgangslage in der Jahrgangsstufe 7 wurde so weiterentwickelt, dass sie jetzt noch leichter online bearbeitet werden kann. Für Lehrkräfte, für Schülerinnen und Schüler und für ihre Eltern gibt es unter http://www.lernraum-berlin.de einen kleinen Demokurs für das Fach Englisch, bei dem man sich anschauen kann, wie die Lernausgangslage funktioniert. Natürlich gibt es auch die Lernausgangslage weiterhin in Papierform.
Die Bildungsverwaltung muss die Anzahl von Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2009/2010 derzeit prognostizieren. Auf Basis der Meldedaten konnten wir mit diesem Prognoseverfahren in den vergangenen Jahren die gesamte Schüleranzahl in Berlin punktgenau schätzen. Zur optimalen Verteilung von Lehrkräften ist es jedoch notwendig, die tatsächliche Schüleranzahl an jeder einzelnen Berliner Schule zu kennen. Auf Grund z. B. von Doppelanmeldungen gaben die Schulen jedoch in den letzten Jahren jeweils zwei Prozent Schüler zuviel an. Das entspräche rund 6.000 Schülerinnen und Schülern, umgerechnet 400 Klassen zuviel. Diese durchschnittlich kleinen - aber in Einzelschulen erheblichen - Abweichungen sollen künftig durch die neue integrierte Schülerdatenbank deutlich verringert werden. Die Anmeldezahlen liegen nur den Bezirken vor.
Die Verwaltung geht für die öffentlichen allgemein bildenden Schulen von ca. 4.700 Schülerinnen und Schülern weniger aus als im Vorjahr. Im Vorjahr (2008/09) gab es 298.499 Schülerinnen und Schüler, erwartet werden nun 293.780 Schülerinnen und Schüler (-1,58%).
Darunter sind ca. 24.000 Schulanfänger, die an öffentlichen allgemein bildenden Grundschulen und Grundstufen an Gesamtschulen erwartet werden. (-3%).
An allen öffentlichen und privaten allgemein bildenden Schulen dürften zum Schuljahrsbeginn insgesamt 319.662 Schülerinnen und Schüler starten. Im Vorjahr waren es noch 323.220.
Im öffentlichen beruflichen Bereich wird ein Sinken der Schülerzahlen um ca. 1.000 auf ca. 86.000 in 2009/10 prognostiziert.
Insgesamt werden 25.395 Lehrerinnen und Lehrer (VZE) an Berliner Schulen arbeiten, darunter sind 417 neu eingestellte Vollzeitstellen. Zusätzlich zu der 100-Prozent-Versorgung an Lehrkräften erhalten Schulen weitere drei Prozent ihres Bedarfs an Lehrerinnen und Lehrern zur Einstellung von Vertretungslehrkräften und für Projekte (in der Fachsprache Personalkostenbudgetierung/PKB). Langzeiterkrankte (derzeit 4,8%) werden nicht zu Lasten der Schulen angerechnet und entsprechend ersetzt.
Die Berliner Schulen haben seit dem Schuljahr 2007/2008 die Möglichkeit, selbst Vertretungskräfte zu beschäftigen, in dem ihnen Mittel in Höhe von drei Prozent ihres Personalbudgets zusätzlich zur Verfügung gestellt worden sind.
718 Schulen (inkl. beruflicher Schulen) nehmen derzeit bereits an der Personalkostenbudgetierung (PKB) teil. Dies entspricht rund 96 % aller Berliner Schulen.
Bis zu den Ferien haben die Schulen in 4.012 Fällen Vertretungen eingestellt und damit Unterrichtsausfall vermieden. Darüber hinaus wurden 8.027 Honorarverträge z. B. für außerunterrichtliche Projekte abgeschlossen.
Im Juli 2009 waren 1.395 Lehrkräfte (4,8 Prozent der gesamten Lehrkräfteausstattung) nicht verfügbar. Nichtverfügbare Lehrkräfte sind Lehrkräfte in einer Langzeiterkrankung (grundsätzliche Fehlzeit länger als drei Monate), in einem schwangerschaftsbedingten Beschäftigungsverbot oder im Mutterschutz.
Diese Lehrkräfte werden den Schulen seit dem Schuljahr 2007/2008 nicht mehr angerechnet.
Zum Schuljahr 2009/2010 sind mit Stand 24.08.2009 1.034 Lehrkräfte von einer Schule an eine andere umgesetzt worden. Das sind - auf die Gesamtzahl der Schulen bezogen - etwas mehr als eine Lehrkraft pro Schule.
Zum Schuljahrsbeginn gibt es an den öffentlichen Schulen 1.900 Referendare. Das sind 200 Personen mehr als im Vorjahr. Im 2010 wird die Zahl der Referendariatsplätze auf 2.200 ausgeweitet.
Im Schuljahr 2009/2010 wird es 706 öffentliche allgemein bildende Schulen geben und 115 allgemein bildende Schulen in freier Trägerschaft. Zum neuen Schuljahr werden drei öffentliche allgemein bildende Schulen neu gegründet, sechs Schulen aufgehoben und vier Schulen zu zwei Schulen zusammengelegt.
Neu eröffnet werden zum Schuljahr: 28. Schule (Gemeinschaftsschule), die 5. Schule (Gemeinschaftsschule) in Charlottenburg-Wilmersdorf und die 29. Schule (Grundschule) in Treptow-Köpenick.
Geschlossen werden: Die Goerdeler-Grundschule (Charlottenburg-Wilmersdorf) , die Hauptschulen Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule-Oberschule (Friedrichshain-Kreuzberg) und die Bobertal-Oberschule und die verbundene Haupt- und Realschule Hermann-Köhl-Oberschule (beide in Tempelhof-Schöneberg), die Levi-Strauss-Oberschule (Realschule in Treptow-Köpenick) und das Gauß-Gymnasium in Pankow. Es fusionieren die beiden Realschulen Friedrich-Bayer-Oberschule und die Schmidt-Ott-Oberschule in Steglitz-Zehlendorf am Schulstandort der Friedrich-Bayer-Oberschule. Ferner werden die Erpelgrund-Schule mit der Heiligensee-Grundschule am Schulstandort der Erpelgrund-Schule in Reinickendorf zusammengelegt.
Das Bildungsangebot "Produktives Lernen" wird im Schuljahr 2009/10 auch an der Liebig-Schule (verbundene Haupt- und Realschule in Neukölln) und damit als besonders praxisnahes Angebot auch im Bezirk Neukölln vorgehalten.