Bundesministerium für Bildung und Forschung
Storm: "Wir wollen eine solide Grundbildung für alle"
UN-Weltalphabetisierungstag 2009 / Förderprogramm des Bundesbildungsministeriums zeigt erste Erfolge
Mehr zu: Analphabetismus, Ausbildungsreife, Bildungschancen, Deutschland, Grundbildung, Prävention, Statistik, Sonderthemen"Lesen und Schreiben zu können ist das Fundament für jede weitere Bildung und das Lebenslange Lernen", sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Andreas Storm, MdB, am Dienstag bei der zentralen Veranstaltung des UN-Weltalphabetisierungstages 2009 in Berlin. "Gerade in Deutschland, zu dessen wichtigsten Ressourcen Bildung und Wissen gehören, sind Analphabeten häufig vom allgemeinen Wohlstand, von Arbeit und gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen. Prävention und Bekämpfung von Analphabetismus und Sicherung einer soliden Grundbildung für alle gehören deshalb zu den wichtigsten Aufgaben eines jeden Bildungssystems."
Weltweit können etwa 800 Millionen Menschen weder lesen noch schreiben. Mit dem Förderschwerpunkt "Forschung und Entwicklung zur Alphabetisierung / Grundbildung Erwachsener" stellt das BMBF seit 2007 bis 2012 30 Mio. Euro zur Verfügung, um länderübergreifende Maßnahmen zu unterstützen. An den bereits laufenden 25 Verbundvorhaben sind über 40 Hochschulen und Forschungsinstitute, über 20 Bildungsträger, zahlreiche Verbände wie der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV) und Unternehmen beteiligt. 12 von 16 Landesverbänden der Volkshochschulen sind in den Förderschwerpunkt einbezogen.
Als einen deutlichen Erfolg wertete Storm die Einführung eines Masterstudiengangs zum Alphabetisierungs- und Grundbildungspädagogen. Die Pädagogische Hochschule Weingarten wird diesen Studiengang zum 01. Oktober 2009 anbieten. Auch im Bereich der nichtakademischen Fortbildung leistet der BMBF-Förderschwerpunkt einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung im Alphabetisierungs- und Grundlagenbereich. So entwickelt beispielsweise das Projekt Pro-Grundbildung ein Konzept für die Fortbildung des pädagogischen Personals in der Grundbildungsarbeit.
Storm unterstrich die Notwendigkeit der Kooperation mit den Ländern, den Sozialpartnern, dem DVV und dem Bundesverband sowie allen Akteuren, die zu einer besseren Situation der Analphabeten beitragen können. Ausdrücklich lobte er die Einbeziehung von Unternehmen am BMBF-Förderprogramm. Zahlreiche Projekte des BMBF-Förderschwerpunktes befassen sich damit, wie die Alphabetisierung in den Bereichen Wirtschaft und Arbeit gefördert werden kann. Storm: "Es ist ein guter Erfolg, dass wir mit rund 130 Unternehmen zusammenarbeiten. Das zeugt von dem Engagement und der Aufgeschlossenheit der Unternehmen gegenüber den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Nur wenn alle an einem Strang ziehen, können wir es schaffen, die Lebens-, Bildungs- und Arbeitssituation von Analphabeten spürbar zu verbessern."
Der Weltalphabetisierungstag wurde von der UNESCO im Anschluss an die Weltkonferenz zur Beseitigung des Analphabetentums im September 1965 in Teheran ins Leben gerufen und am 8. September 1966 erstmals begangen. Die Weltalphabetisierungsdekade der Vereinten Nationen erstreckt sich von 2003 bis 2012 und hat zum Ziel, die Zahl der weltweiten Analphabeten in diesem Zeitraum um die Hälfte zu reduzieren.
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