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Pressemeldung
Bündnis 90/Die Grünen
Berlin, 08.09.2009 -

Zu den Ergebnissen der OECD-Studie "Bildung auf einen Blick" erklärt Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: "Sechs, setzen! Würde die OECD Zeugnisse ausstellen, Deutschland müsste angesichts seiner bildungspolitischen Fehlerquote abermals die Klasse wiederholen. Nach vier Jahren Großer Koalition ist klar: Bildung war für diese Bundesregierung mitnichten ein ´zentrales Anliegen`, wie es im Koalitionsvertrag noch vollmundig verkündet worden war. Die Große Koalition verantwortet nicht nur die im internationalen Vergleich viel zu geringe Zahl an Studienanfängern und Hochschulabsolventen. Auch die Ausgaben für Bildung sind immer noch unterdurchschnittlich – und sogar weiter rückläufig.

Der Fehlerkeim unseres Bildungssystems steckt in dessen sozialer Selektion. Arbeiter- und Migrantenkinder werden von Beginn an benachteiligt. Potenzielle Studierende werden durch zu wenige und zu schlecht finanzierte Studienplätze, die zum Teil über Studiengebühren vergütet werden müssen, von den Hochschulen ferngehalten. Es ist eine Katastrophe für die Zukunft unseres Landes, wenn von 100 Akademikerkindern 83 an die Hochschule gelangen, das jedoch nur 23 Kinder aus Arbeiterfamilien schaffen. Hinzu kommt, dass fast jeder zweite Abiturient aus einer Arbeiterfamilie den Weg an die Universität von vornherein scheut. Die Bildungs- und Hochschulpolitik einer schwarz-gelben Regierung würde diese ungerechte Chancenverteilung nur noch verstärken.

Wer die Studienanfänger- und Absolventenquote ernsthaft erhöhen möchte, der muss einen ´Pakt für Studierende` beschließen, Studiengebühren abschaffen und die Unterfinanzierung der Hochschulen beenden. 500 000 neue Studienplätze können zum Teil durch einen Bund-Länder-Fonds finanziert werden. Die staatliche Studienfinanzierung muss auf neue, tragfähige Beine gestellt werden, wie es das grüne Modell mit einem elternunabhängigen und einem einkommensabhängigen Bedarfszuschuss vorsieht. Nur so ziehen wir aus der Krise die richtigen Konsequenzen.

Die OECD bestätigt uns Grüne: Bildung lohnt sich immer, doch gerade in Zeiten der Krise."

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