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Kultusminister Helmut Rau: Zum Schuljahr 2009/10 werden 5 000 neue Lehrkräfte in den Schuldienst eingestellt

Die in der "Qualitätsoffensive Bildung" beschlossene Absenkung des Klassenteilers schafft zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten / Werbekampagne sorgt für mehr Bewerberinnen und Bewerber aus anderen Bundesländern

Mehr zu: Baden-Württemberg, Bildungsausgaben, Bildungswesen, Föderalismus, Hauptschule, Junglehrer, Klassenfrequenz, Lehrerbildung, Lehrermangel, Schülerzahlen, Sonderschulen, Statistik, Unterrichtsversorgung, Schule
Stuttgart, 09.09.2009 -

Zum kommenden Schuljahr 2009/10 werden 5 000 neue Lehrerinnen und Lehrer in den öffentlichen Schuldienst eingestellt. Das sind 800 mehr als im Vorjahr. Dies gab Kultusminister Helmut Rau MdL am Mittwoch (9. September) in Stuttgart anlässlich der traditionellen Pressekonferenz zum Schuljahresanfang bekannt. "Mit der Zahl der diesjährigen Einstellungen können wir wichtige bildungspolitische Maßnahmen umsetzen und den Pflichtunterricht sowie einen angemessenen Ergänzungsbereich an den allgemein bildenden Schulen sichern", betonte der Minister.

Von den 5 000 eingestellten Junglehrern erhalten die Grund- und Hauptschulen 1 000 neue Pädagoginnen und Pädagogen, die Realschulen 850, die Gymnasien 1 760, die beruflichen Schulen insgesamt 970 und die Sonderschulen 200. Hinzu kommen noch 220 Fachlehrer, davon 120 an Sonderschulen. Grund für die deutlich gestiegene Zahl der Einstellungen ist die im Rahmen der 530 Millionen Euro schweren "Qualitätsoffensive Bildung" beschlossene Absenkung des Klassenteilers. Der Teiler sinkt zum neuen Schuljahr von 33 auf 32, bis Ende der laufenden Legislaturperiode schrittweise auf 30 und danach auf 28.

"Die Absenkung des Klassenteilers führt zu kleineren Klassen an den Schulen. Damit verbessern wir die Rahmenbedingungen für konzentriertes und effizientes Unterrichten und Lernen", sagte Rau.

Die Klassenteilersenkung und die gleichzeitige Erhöhung der Leitungszeit für Schulleiterinnen und Schulleiter hat an den Gymnasien und beruflichen Schulen zu einem deutlichen Mehrbedarf an Lehrkräften geführt. Um in jedem Fall den Pflichtunterricht sicherstellen zu können, hat das Kultusministerium vorbeugend auch bundesweit um Junglehrerinnen und Junglehrer geworben. Rau bewertete die Werbekampagne als "sehr erfolgreich". Im gymnasialen Bereich haben sich über 500 Lehrkräfte aus anderen Ländern und dem Ausland beworben. 150 erhielten nach derzeitigem Stand eine Stellenzusage, das sind 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Im beruflichen Bereich ist die Zahl der Laufbahnbewerber aus anderen Bundesländern und dem Ausland um 20 Prozent auf rund 100 gestiegen. Insgesamt rund 70 Einstellungszusagen konnten vergeben werden. Bei den Direkteinsteigern für die beruflichen Schulen, das sind ausgebildete Ingenieure und Techniker, verdreifachte sich die Bewerberzahl gegenüber dem Vorjahr von rund 220 auf rund 730. Bislang konnten etwa 230 Einstellungszusagen erteilt werden. Insgesamt erhielten rund 350 Bewerberinnen und Bewerber außerhalb Baden-Württembergs eine Stellenzusage.

Erstmals wurde das Lehrereinstellungsverfahren zeitlich vorgezogen und startete bereits im November 2008 mit einer schulbezogenen Stellenausschreibungen für Gymnasien und berufliche Schulen. Es folgte im Februar 2009 eine schulbezogene Stellenausschreibung für den ländlichen Raum und im Mai die so genannte Hauptausschreibung. Bereits vor Pfingsten erhielten somit rund 2 870 Personen eine Stellenzusage. Darüber hinaus wurden über 120 Personen im Rahmen von Versetzungen innerhalb des Schuldienstes für die ausgeschriebenen Stellen gewonnen. Damit wurden über die vorgezogenen Verfahren bereits 60 Prozent aller für 2009 einzustellenden Personen gewonnen. Durch die frühen Zusagen konnte dem zeitlichen Vorsprung der anderen Länder bei der Vergabe von Einstellungsangeboten wirksam begegnet werden.

Der Kultusminister appellierte erneut an die Schulen, Konzepte zur Verhinderung von kurzfristigem Unterrichtsausfall zu entwickeln. Erkrankungen von Lehrkräften, die nur kurze Zeit andauerten, müssen durch interne Maßnahmen der Schule aufgefangen werden.

Um längerfristig erkrankte Lehrerinnen und Lehrer zu ersetzen stehen mit bis zu 17 Millionen Euro ausreichend Mittel zur Gewinnung von Vertretungen bereit. Für Vertretungen aufgrund von Elternzeit, Mutterschutz, Tod oder vorzeitiger Zurruhesetzung gibt es keine Mittelbeschränkung. Zudem steht auch eine Lehrerreserve im Umfang von 1 250 Stellen zur Verfügung.

Hinweis an die Redaktionen:

Der Klassenteiler ist der entscheidende Faktor bei der Klassenbildung und der Zuweisung von Lehrerwochenstunden. Die Schülerzahl einer Jahrgangsstufe wird durch den Klassenteiler dividiert. Das Ergebnis ist die gerundete Anzahl der zu bildenden Klassen.

Beispiel: Jahrgangsstufe 5 Gymnasium mit 99 Schülerinnen und Schülern. Der Klassenteiler 33 ergab im Schuljahr 2008/09 exakt 3 Klassen mit jeweils 33 Schülern. Bei einem Klassenteiler von 32 im Schuljahr 2009/10 ergibt sich hingegen folgende Rechnung: 99:32 = 3,09. Das bedeutet: Es werden gerundet 4 Klassen gebildet. Die Schülerzahl der Jahrgangsstufe wird durch 4 dividiert. Dadurch erhält man die durchschnittliche Klassengröße von 24,7 Schülern. Die realen Klassengrößen könnten wie folgt aussehen. Klasse A 25 Schüler, Klasse B 25 Schüler, Klasse C 25 Schüler und Klasse D 24 Schüler.

Der Klassenteiler gibt somit immer auch die maximale Anzahl der Schüler in einer Klasse für die Ressourcenzuweisung wieder und fungiert somit auch als rechnerische Obergrenze. Der Klassenteiler ist nicht zu verwechseln mit durchschnittlichen Klassengrößen.

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