GEW Baden-Württemberg
Rau schiebt Verantwortung für Unterrichtsausfall den Schulen zu
Individuelle Förderung ist nicht vorgesehen
Mehr zu: Baden-Württemberg, Bildungswesen, Förderunterricht, Hauptschule, Individuelle Förderung, Lehrerbildung, Lehrermangel, Unterrichtsversorgung, Schule"Es ist zynisch, wenn Kultusminister Helmut Rau vor Beginn des neuen Schuljahres die Schulen verpflichtet, Konzepte zur Verhinderung von kurzfristigem Unterrichtsausfall zu entwickeln. In der Lehrerreserve gibt es 1.250 Stellen, etwa 6.000 würden benötigt, um Unterrichtsausfall zu verhindern. Die Verantwortung für die erneut unzureichende Versorgung hat die CDU/FDP-Landesregierung und will diese jetzt offenbar auf die Lehrerinnen und Lehrer abwälzen. Diese arbeiten aber bereits seit Jahren am Limit, können gerade so den Pflichtunterricht halten und haben bereits tausende von Überstunden angesammelt", sagte am Mittwoch (09.09.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Die Bildungsgewerkschaft begrüßt die jetzt startende Qualitätsoffensive mit der Senkung der Klassenteiler in einzelnen Schularten und mehr Leitungszeit für Schulleitungen als ersten richtigen Schritt. Aber in den überfüllten Beruflichen Schulen und den Grundschulen wird der Klassenteiler nicht gesenkt. "Das große Manko der baden-württembergischen Bildungspolitik ist die mangelnde individuelle Förderung und die geringen Investitionen in die Bildung der Kleinsten", so Moritz.
Nach Angaben von Rau stehen pro Klasse in den Grund- und Hauptschulen 1,5 Schulstunden pro Woche für Förderangebote und Arbeitsgemeinschaften zur Verfügung, an den Realschulen und Gymnasien sind es nur zwischen 0,6 und 0,8 Wochenstunden. "Aber nicht einmal diese wenige Zeit kommt bei den Kindern und Jugendlichen an, denn aus diesem Topf müssen zum Beispiel auch Krankheitsvertretungen finanziert werden. Die Zahlen sprechen für sich: Eine gezielte Förderung von einzelnen Kindern ist so in unseren Schulen nicht möglich", sagte Moritz.
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