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Zöllner: Bildung ist kein Schönwetter-Thema, OECD-Studie mahnt zu Taten

Neue OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2009" / Länderstatistik

Mehr zu: Berlin, Bildungsausgaben, Bildungsbericht, Bildungsgipfel, Bildungswesen, Deutschland, Föderalismus, Junglehrer, KITA, Klassenfrequenz, Lehrerbildung, OECD-Studie "Bildung auf einen Blick", Referendariat, Schülerzahlen, Statistik, Unterrichtsversorgung, Sonderthemen
Berlin, 09.09.2009 -

In Ergänzung der gestern veröffentlichten OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2009" sind am heutigen Tag die Vergleichsstatistiken der Länder veröffentlicht worden. Berlins Bildungs- und Wissenschaftssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner:

"Ungeachtet einzelner Fußnoten zur statistischen Vorgehensweise bleibt die Kernbotschaft der OECD-Studie entscheidend. Sie lautet: Bildung darf nicht zu einem Schönwetter-Thema verkommen, bei dem Versprechen und Absichtserklärungen Tatenlosigkeit verschleiern.

So ist der Vorstoß aller Länder für mehr Jugendsozialarbeiter an Schulen auf dem Bildungsgipfel im Oktober 2008 an Bundeskanzlerin Merkel gescheitert. Jugendsozialarbeiter können den Weg von Jugendlichen entscheidend prägen, da sie Schule eine Bedeutung zukommen lassen, die weit über der bloßen Wissensvermittlung liegt. Schule ist Bildungsanstalt, Integrations-Motor und Brennpunkt gesellschaftlicher Entwicklungen.

Die OECD-Studie hat wieder unmissverständlich gezeigt, dass nur ein geglückter Bildungsweg persönliches Fortkommen und wirtschaftlichen Erfolg möglich macht. Der Zusammenhang zwischen Bildungsstand und beruflichem Werdegang ist eklatant. Deshalb muss Bildung von der Kita bis zur Universität unabhängig vom Portemonnaie der Eltern sein. Die OECD-Studie mahnt zu Taten. Berlin, aber auch Länder wie Rheinland-Pfalz setzen daher konsequent auf Beitragsfreiheit in Kita und Schule. Studiengebühren wird es in Berlin nicht geben."

Den Stellenwert, den Bildung in Berlin hat, lässt sich auch an den folgenden Ergebnissen ablesen:

Berlin nimmt in der OECD-Studie einen vorderen Platz im Bereich der Schüler-Lehrer-Relation (1:16,3, Deutschland: 1:18,5) ein, der sich jedoch nicht in der Klassenfrequenz widerspiegelt (OECD-Studie mit Daten für 2006/07: 23,8, aktuell: 23,1). Dies hat seinen Grund in der besonderen Zumessung von Lehrerstunden für Grundschulen. Zusätzlich zur Basisgröße von 24 Schülerinnen und Schülern gibt es Stunden für Teilungsunterricht und Förderung von Schülern nichtdeutscher Herkunft und von der Zuzahlung zu Lernmittel Befreiten. Dies führt nicht zwangsläufig zur Verringerung der Klassengröße, bedeutet aber, dass für im Bundesvergleich geringfügig größere Klassen in Berlin mehr pädagogisches Personal vorhanden ist.

Das Berliner Schulsystem gibt besonders vielen Schülerinnen und Schülern die Chance auf ein bestandenes Abitur: So nehmen 48,6% aller Schülerinnen und Schüler eines Jahrgangs am Unterricht in der Sekundarstufe II – elfte Jahrgangsstufe und höher - teil (Deutschland: 42,6).

Bildungssenator Zöllner: "Dieses bereits gute Ergebnis unterstreicht auch die Richtigkeit der Schulstrukturreform, bei der an der Integrierten Sekundarschule künftig die gleichen Bildungsabschlüsse wie auf dem Gymnasium erreicht werden können. Wir benötigen – auch das zeigt die OECD-Studie – mehr Abiturientinnen und Abiturienten, um die in Deutschland nach wie vor zu geringe Studierendenquote steigern zu können."

Dem vergleichsweise negativen Abschneiden beim Vergleich des Altersdurchschnitts der Lehrerschaft (in Berlin: 46,1 % älter als 50 Jahre) begegnet das Land durch die Offensive für den Lehrerberuf seit Februar 2009 noch intensiver. So wurde die Besoldung für Junglehrer um bis zu 1.200 Euro brutto angehoben und die Zahl der Referendariats- und Studienplätze für das Lehramtsstudium deutlich erhöht.

Die OECD-Studie belegt auch auf dem Gebiet der Hochschulen, dass Berlin sich besonders stark bei der Schaffung von Studienplätzen engagiert. Die Studienanfängerquote liegt bei 45,7%, deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Berlin wird durch den Hochschulpakt – auch für den doppelten Abiturjahrgang 2012 - bis zu 6000 neue Studienplätze schaffen.

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