"Die eigene Einstellung zu Schule und Bildung und das persönliche Engagement entscheiden noch vor dem ersten Schultag über den langfristigen Erfolg der Schüler", versichert der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Rudolf Karg aus Karlsruhe, anlässlich des Schulbeginns in Baden-Württemberg. Es sei nicht damit getan, die Kinder an der Schultüre abzugeben und darauf zu vertrauen, dass die Lehrer künftig schon alles irgendwie richten würden. Eltern und Lehrer seien Partner zum Wohl des Kindes und müssten sich gemeinsam und verlässlich um die Bildung und Erziehung der jungen Menschen bemühen - und das nicht nur saisonal.
Alle Schüler sind auf dauerhaftes Interesse an ihrer Person und ihrer Arbeit angewiesen. Die entscheidenden Grundlagen für eine "erfolgreiche Bildungslaufbahn" werden jedoch nicht erst im Kindergarten oder in der Grundschule gelegt, sondern schon viel früher: gleich nach der Geburt, daheim in der Familie. Eine positive Einstellung der Eltern zum Leben, zum Lernen und zu den Bildungseinrichtungen sowie eine behutsame, aber dauerhafte Unterstützung verstärken die Motivation der Kinder.
Das tägliche Interesse der Eltern an den Lernfortschritten ihrer Kinder sowie die Würdigung ordentlich gemachter Schul- und Hausaufgaben geben nicht nur Erstklässlern das Gefühl für die Wichtigkeit und Wertigkeit ihrer Arbeit. Der VBE-Vorsitzende rät Eltern, sich trotz eigener Sorgen in schwierigen Zeiten intensiv für die Belange ihrer Söhne und Töchter zu interessieren und sich regelmäßig für sie Zeit zu nehmen. Der Verbandschef wörtlich: "Hören Sie Ihren Kindern zu, sprechen Sie mit ihnen; fragen Sie nach, nehmen Sie teil am Leben Ihres Kindes und suchen Sie bei Problemen zusammen nach Auswegen. Versuchen Sie, wann immer es geht, Mahlzeiten gemeinsam einzunehmen. Spielen Sie mit ihren Kindern und lesen Sie ihnen häufig vor. Vorlesen schafft nicht nur körperliche Nähe, sondern motiviert Kinder, selbst ein Buch in die Hand zu nehmen und darin zu schmökern."
Schüler entwickeln sich vor allem dann positiv, wenn sie Zuwendung, Aufmerksamkeit und Anerkennung erfahren, Ermutigung statt Entmutigung, Geduld statt Ungeduld. Das sollten Elternhaus und Schule gerade in den unruhigen Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs in besonderem Maße beherzigen.