Für einen massiven Ausbau der Fördermöglichkeiten an Grundschulen hat sich der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt ausgesprochen: "Für Bayerns Grundschulen wie Kindergärten muss das Motto lauten: ´Früh fördern statt spät reparieren´. Der von Kultusminister Dr. Spaenle angekündigte Ausbau der individuellen Fördermöglichkeiten in Kindergarten und Grundschule findet daher unsere volle Unterstützung. Grundschulen müssen Treibhäuser der Bildung sein!" Angesichts eines stetig wachsenden Anteils von Kindern mit problematischem familiären und mit Migrationshintergrund sei es dafür höchste Zeit. Diese Notwendigkeit müsse aber nicht nur im Bewusstsein der Bildungs-, sondern auch der Finanzpolitiker fest verankert werden.
Schmidt ist optimistisch, dass sich mit dem Ausbau des Förderinstrumentariums die festgestellten sozialen Disparitäten beim Besuch weiterführender Schularten noch weiter abbauen lassen. Der Vorsitzende des Gymnasiallehrerverbandes betonte, das gegliederte bayerische Schulsystem biete gerade benachteiligten Bevölkerungsgruppen gute Aufstiegschancen. Der renommierte Sozialwissenschaftlicher Hartmut Esser habe das erst kürzlich mit den Worten bestätigt: "Ein gegliedertes Bildungssystem nutzt beim sozialen Aufstieg gerade den Migrantenkindern aus den unteren Bildungsschichten (...)."
Gleichzeitig bremste der bpv-Vorsitzende aber überzogene Erwartungen und Hoffnungen: "Auch bei bester Förderung und weiterer Anpassung des Kindergartens und der Schulen an die individuellen Bedürfnisse und die Potenziale des einzelnen Kindes sind deren Möglichkeiten, einen sozialen Ausgleich zu schaffen, begrenzt – von sozialer Gleichheit gar nicht erst zu sprechen." So haben Forscher des Max-Planck-Institut für Bildungsforschung erst jüngst wieder darauf hingewiesen: "Nicht primär die Schule, sondern Familie und Nachbarschaft scheinen soziale Ungleichheit zu erzeugen."