Philologenverband Baden-Württemberg
Aktionsbündnis gegliedertes Schulwesen Baden-Württemberg: "Vorsicht vor Einheitsschulaktivisten, die unser bewährtes Schulsystem abschaffen wollen!"
Brandaktuelle "forsa"-Umfrage: Nur 31 Prozent aller Bundesbürger befürwortet Abschaffung des bisherigen Schulsystems / Klares Votum für den Erhalt des bisherigen gegliederten Schulwesens
Mehr zu: Baden-Württemberg, Elternwille, Europa, Gymnasium, Schulstruktur, Statistik, SchuleDas zu Beginn dieses Jahres in Baden-Württemberg gegründete "Aktionsbündnis gegliedertes Schulwesen", dem das Elternforum Bildung, der Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW), der Realschullehrerverband Baden-Württemberg (RLV BW), der Berufsschullehrerverband Baden-Württemberg (BLV) und der Elternverein Baden-Württemberg e.V. angehören und das sich für "Bildungs- und Chancengerechtigkeit" in Baden-Württemberg einsetzt, warnt vor Gruppierungen, die mit bunten Bühnenprogrammen ihre unausgegorenen Einheits- und Gemeinschaftsschulmodelle anpreisen. Die Bündnispartner verweisen auf die heute bekannt gegebenen Ergebnisse einer repräsentativen "forsa"-Meinungsumfrage zum deutschen Schulsystem, wonach eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger für die Beibehaltung des bisherigen gegliederten Schulsystems ist.
Lediglich eine Minderheit von 31 Prozent aller Bundesbürger ist für die Abschaffung des bisherigen Schulsystems und für die Einführung einer Einheitsschule, die nach dieser Umfrage in allen Gruppen (auch von Eltern mit schulpflichtigen Kindern) mit großer Mehrheit abgelehnt wird. Auch glaubt nur eine Minderheit von 29 Prozent, dass die Leistungsfähigkeit des deutschen Schulsystems durch die Einheitsschule verbessert würde. Eine klare Mehrheit von 65 Prozent glaubt dies nicht. Für das seit März in Baden-Württemberg bestehende Aktionsbündnis gegliedertes Schulwesen liefern diese Ergebnisse den Beweis dafür, dass die Einheitsschulbefürworter den Willen der Bevölkerungsmehrheit ignorieren.
Die fünf Partner des Aktionsbündnisses setzen sich insbesondere auch vor dem Hintergrund dieser aktuellen Datenerhebung der "Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbh" (forsa) mit Nachdruck für den Erhalt und die Weiterentwicklung unseres erfolgreichen baden-württembergischen Schulsystems im Sinne einer differenzierten Förderung der Begabungsvielfalt heranwachsender junger Menschen ein. Durch die propagierte "Eine Schule für alle" würde nach Auffassung der Bündnispartner das Land Baden-Württemberg in unverantwortlicher Weise geschwächt. Die Spitzenvertreter des Aktionsbündnisses, Volker Staffe, Dr. Renate Heinisch, Bernd Saur, Rita Haller und Waldemar Futter, warnen vor schulischen Experimenten, die zu einer kompletten Veränderung der Schullandschaft führen würden, denn gesamtschulähnliche Einheitsschulen unterfordern permanent leistungsstarke Kinder und überfordern Leistungsschwächere. Ein Qualitätsabbau unseres Schulsystems wäre die verhängnisvolle Konsequenz.
Es gibt keine einzige wissenschaftliche Untersuchung, die die postulierte Überlegenheit eines Einheitsschulsystems belegen könnte. Festzustellen ist hingegen, dass in Ländern mit Einheitsschulsystemen der Anteil der Jugendlichen ohne jeglichen Schulabschluss, die Jugendarbeitslosigkeit und der Anteil an teuren Privatschulen sehr viel höher ist als in Baden-Württemberg. Während der Zugang zu unseren Schulen allen Kindern – unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten ihrer Eltern – offensteht, erkaufen sich begüterte Eltern für ihre Kinder in Ländern mit einem Gesamtschulsystem Bildung 1. Klasse. Kinder aus sozial schwächeren Elternhäusern, vor allem auch viele Migrantenfamilien, müssen sich hingegen mit einer Bildung 2. Klasse begnügen. Ein zweiter Blick enthüllt also etwas ganz anderes als das, was der erste Blick verspricht!
Daher:
- Keine Einteilung unserer Kinder nach dem Geldbeutel ihrer Eltern!
- Erhalt und Stärkung eines begabungsgerechten differenzierten schulischen Angebots!
- Finger weg von schulischen Abenteuern und Experimenten – unsere Kinder sind keine Versuchskaninchen!
Die Bündnispartner:
Elternforum Bildung auf Bundesebene (EFB):
Wolfgang Kuert, Sprecher Geschwister-Scholl-Ring 2, 38667 Bad Harzburg; Tel.: 05322–86363; E-Mail:
Elternforum Bildung Baden-Württemberg (EFB BW):
Volker Staffe, Sprecher; Elternbeiratsvorsitzender am Hebel-Gymnasium Pforzheim; Nieferner Str. 4/1, 75249 Kieselbronn; Tel.: 07231–51368; Fax: 07231–561078; E-Mail:
Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW):
Bernd Saur, Vorsitzender; PhV-Geschäftsstelle: Alexanderstraße 112, 70180 Stuttgart; Tel.: 0711/2 39 62–50; Fax: 0711/2 39 62–77; E-Mail: info@phv-bw.de
Berufsschullehrerverband Baden-Württemberg (BLV):
Waldemar Futter, Vorsitzender; BLV-Geschäftsstelle: Schwabstr. 59, 70197 Stuttgart, Tel.:0711–48983720; Fax: 0711– 48983719; E-Mail:
Realschullehrerverband Baden-Württemberg (RLV BW):
Rita Haller, Vorsitzende; Harteneckstraße 34, 71691 Freiberg a.N; Tel.: 07141–790151; Fax: 07141–790152; E-Mail:
Elternverein Baden-Württemberg e.V.:
Dr. Renate Heinisch, Vorsitzende; Mitglied im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA);ehemalige Vorsitzende des Landeselternbeirats (1987-1993) Kurpfalzstraße 37, 97944 Boxberg; Tel: 07930 / 8851; Fax: 07930 / 8852; Email:
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