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VBE: Mit Schulbaurichtlinien von gestern kann man heute keine Schüler für morgen fit machen

Aus noch museal anmutenden Klassenzimmern endlich moderne Lernwerkstätten machen

Mehr zu: Ausstattung, Baden-Württemberg, Bildungsausgaben, Gesundheit, Schularchitektur, Schule
Stuttgart, 28.09.2009 -

"Mit den Schulbauförderrichtlinien der Nachkriegszeit kann man keinen modernen offenen Unterricht von heute machen", beklagt der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, Rudolf Karg. Wer Schule pädagogisch voranbringen wolle, dürfe nicht nur Bil­dungspläne und die Lehrerausbildung auf den neuesten Stand bringen, son­dern müsse auch aus bisweilen museal anmutenden Klassenräumen moder­ne Lernwerkstätten machen. Dazu sei neben finanziellen Mittel vor allem ausreichend Platz von Nöten.

Es sei nicht nur notwendig, die neuesten bautechnischen Anforderungen an Un­fallverhütung und Brandschutz bei den Schulgebäuden zu berücksichtigen und umzusetzen, sondern endlich auch die Größe und Ausgestaltung der Klassen­zimmer, wie sie ein moderner Unterricht erfordert, schimpft VBE-Chef Karg.

Es reicht nicht, wenn das Land die Schulbauförderrichtlinien dahingehend er­weitert hat, dass Küchen, Mensen und Räume für Betreuungsangebote förder­fähig geworden sind. Wer Bildung für das 21. Jahrhundert anbieten will, darf sich nicht mit Klassenzimmern begnügen, die noch zu Kaisers Zeiten als aus­reichend galten. Selbstverantwortetes Lernen, verstärkte Arbeit in Gruppen und Projekten, jahrgangsgemischter Unterricht mit persönlich zugeschnittenen Bil­dungsplänen, Werkstattarbeit, Wochenpläne und Ganztagsangebote erfordern mehr Platz in den Klassenzimmern, mehr Räume zum Ausweichen und Mög­lichkeiten, um etwa individuelle Lerntheken einrichten zu können.

"Bei höchstens 66 Quadratmetern Klassenzimmerfläche für bis zu 32 Schüler kann die räumliche Freiheit der Lernenden nicht allzu groß ausfallen", beklagt der VBE-Chef. Man wolle zwar keine direkten Vergleiche zur Käfighaltung zie­hen, trotzdem machten sich Verantwortliche oft mehr Gedanken über den Platz, den Tiere zur Verfügung haben müssen, als über die räumlichen Bedingungen, unter denen Schüler lernen sollen.

Natürlich weiß auch der VBE, dass mehr und größere Räume entsprechendes Geld kosten. Man könne aber in der Bildungspolitik nicht nur an einzelnen Schrauben drehen, um einen durchschlagenden Erfolg zu erzielen. Es müsse endlich eine Bildungsreform aus einem Guss durchgezogen werden, die alle Ressorts mit einbeziehe, so Karg.

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