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Pressemeldung von: BundesElternRat (BER) / Geschäftsstelle

Für eine zukunftsfähige Schule und Gesellschaft

Bildung und nachhaltige Entwicklung

Templin, 28.09.2009

Die internationalen Vergleichsstudien und Evaluationen belegen deutlich, wie eng sozialer Status und Bildungserfolg in Deutschland zusammenhängen.

Die Teilnehmer der BER-Fachtagung in Templin sind sich einig: Schule muss sich verändern, um alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig von ihren persönlichen Voraussetzungen, auf die Bewältigung der Zukunftsaufgaben vorzubereiten.

Am Beispiel der Waldhofschule Templin wurden Konzepte und Erfolgsfaktoren diskutiert. In dieser 6-jährigen Grundschule lernen und arbeiten von Hochbegabten bis hin zu mehrfach behinderten Schülern und Schülerinnen alle gemeinsam. Wirtschaftliches Handeln lernen sie u. a. durch die eigenverantwortliche Bewirtschaftung eines Waldes. Ergebnisse von landesweiten standardisierten Testverfahren belegen den Erfolg des Konzepts dieser Schule.

Alle Schulen müssen befähigt werden, ihr Bildungskonzept vom Kind aus zu denken. Schule ist für die Kinder da, nicht umgekehrt. Schule muss Lern- und Lebensraum sein und Verantwortung für die ihr anvertrauten Schüler übernehmen: Schule und Unterricht müssen gerecht gestaltet werden, damit kein Kind verloren geht oder aufgegeben wird. Diese Ziele können nur durch die individuelle Förderung und die Stärkung aller Kompetenzen jedes Einzelnen erreicht werden.

Wesentliches Element der individuellen Förderung ist die Entwicklung vielfältiger Unterrichtsformen in angepassten Lernbereichen. Ausgehend von den Stärken eines jeden Kindes müssen geeignete Lernbereiche geschaffen werden, in denen das Kind auch Verantwortung für andere übernimmt und sich damit als wichtigen Teil der Lerngemeinschaft erproben und erfahren kann.

Lernen muss dem Kind einen persönlichen Sinn geben. Es darf nicht beschämt oder zurückgelassen werden. Jedes Kind zählt und verdient Unterstützung.

Formen der Leistungsrückmeldung wie Lernpässe oder Logbücher ermöglichen den Kindern, Verantwortung für ihr Lernen zu übernehmen. Ergänzt wird die Feedback-Kultur durch regelmäßige Lernstandsgespräche zwischen allen Beteiligten (Eltern, Kind, Pädagogen). Ausschlaggebend ist hier ein multiprofessioneller Blick auf die Entwicklung des Kindes. Dies gelingt in einer gelebten Teamstruktur (Lehrer, Sonderpädagogen, Erzieher, Psychologen) besonders gut.

Die Stärken der Kinder müssen gestärkt werden, eine Orientierung an Defiziten darf es nicht geben.

Die Teilnehmer der BER-Fachtagung fordern, dass in den Schulen Freiräume und Konzeptionen geschaffen werden, die es allen Schülern ermöglichen, Verantwortung innerhalb und außerhalb der Schule für sich und andere zu übernehmen. Dies kann bereits heute ohne ministerielle Regelungen umgesetzt werden.

(Resolution der Ausschüsse Grundschule, Sonderschule und Gesamtschule im Bundeselternrat)


Zur Veröffentlichung freigegeben - BundesElternRat (BER) / Geschäftsstelle / bildungsklick.de


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