Land treibt die "Offene Hochschule" voran
Wissenschaftsminister Stratmann: "Wir fördern lebenslanges Lernen und durchlässige Bildungsangebote"
Mehr zu: Hochschulstandort, Lebenslanges Lernen, Niedersachsen, Weiterbildung, Weiterbildung, HochschuleMit dem Modellvorhaben "Offene Hochschule" leistet Niedersachsen einen wichtigen Beitrag, um das lebenslange Lernen zu fördern, unterschiedliche Bildungsangebote noch durchlässiger zu gestalten und diese besser miteinander zu verzahnen. Bis Ende 2012 investiert das Land dafür 3,2 Millionen Euro.
"Wir wollen die Hochschulen durch spezielle Studienangebote für Zielgruppen wie Berufstätige noch stärker öffnen," sagte Wissenschaftsminister Lutz Stratmann. "Vor allem die Übergänge zwischen beruflicher und Hochschulbildung müssen durch Anrechnung von Kompetenzen einfacher gestaltet werden, und Angebote der Erwachsenen- und Weiterbildung wollen wir stärker einbinden", so der Minister. Das Projekt hat inzwischen an allen vier dafür vorgesehenen Universitätsstandorten begonnen. Nach der Leuphana Universität Lüneburg, der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und der Technischen Universität Carolina-Wilhelmina zu Braunschweig ist jetzt der Start an der Leibniz Universität Hannover erfolgt. An den vier Modellstandorten sollen Erfahrungen gewonnen und ausgewertet werden, die dann auf die anderen niedersächsischen Hochschulstandorte übertragen werden können.
Aufbauen können die vier Hochschulen bei ihrer Arbeit auf Erkenntnisse, die sie bei der Teilnahme an dem Bundesprogramm "Anrechnung beruflicher Kompetenzen auf ein Hochschulstudium" (ANKOM) gewonnen haben.
Unter anderem soll mit dem Modellprojekt das berufsbegleitende Studieren verbessert werden. Denn es gibt eine immer größere Gruppe mit Hochschulzugangsberechtigung, die ein Studium neben ihrer Berufstätigkeit anstreben. Ferner sollen Modelle erprobt werden, beruflich erworbene Kompetenzen stärker für das Hochschulstudium anzuerkennen sowie Warteschleifen und Doppelungen bei der Qualifizierung zu vermeiden. Zudem wird eine gegenseitige Anerkennung von Qualifikationen durch ein einheitliches System zwischen Angeboten der Erwachsenen- und Weiterbildung und den Hochschulen erprobt.
Die Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung übernimmt die Koordination für das Modellvorhaben und bringt ihre Kompetenz in der Erwachsenen- und Weiterbildung sowie der Qualitätssicherung ein. In der Agentur wird ein wissenschaftlicher Beirat zur Entwicklung eines einheitlichen Verfahrens zur Sicherung der Qualitätsstandards und des Ergebnistransfers angesiedelt. Dem Gremium sollen die beteiligten Hochschulen, Wissenschaftler aus der Weiterbildung, Akteure der beruflichen Bildung, Vertreter von Unternehmen und des Wissenschaftsministeriums angehören.
Die Landesregierung hat in ihrem im Juli in die Verbandsbeteiligung gegebenen Entwurf zur Änderung des Niedersächsischen Hochschulgesetzes die rechtlichen Rahmenbedingungen für die "Offene Hochschule" vorgelegt. Mit der NHG-Novelle soll künftig auch Absolventen der geläufigsten bundes- oder landesrechtlich geregelten Fortbildungen eine allgemeine Studienberechtigung eingeräumt werden, die den bereits in Niedersachsen bestehenden Regelungen für Meister, Techniker und Betriebswirte entspricht.
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