GEW Schleswig-Holstein
Schwarz-gelber Koalitionsvertrag: Bildungspolitischer Aufbruch sieht anders aus
Mehr zu: G8, Gymnasium, KITA, Privatschulen, Realschule, Schleswig-Holstein, Schuleingangsphase, Schulinspektion, Schule"Bildungspolitischer Aufbruch sieht anders aus! Wiedereinführung der Realschulen als Angebotsschulen, Klassen für Hochbegabte, Vorschulen, bessere Förderung für Privatschulen: Das sind alles Dinge, die die Welt wirklich nicht braucht", urteilte Bernd Schauer, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Montag, 19.10.09 in Kiel über den bildungspolitischen Teil des schwarz-gelben Koalitionsvertrages. "Positiv ist allerdings zu vermerken, dass in dieser Wahlperiode trotz Schülerrückgangs keine Lehrerstellen gestrichen werden sollen – wenn es denn tatsächlich dabei bleibt."
Ebenfalls auf der Habenseite der schwarz-gelben Koalitionäre verbuchte der GEW-Landesgeschäftsführer die Abschaffung des Schul-TÜV, Verbesserungen bei der Profiloberstufe sowie die Möglichkeit der Grundschulen, selbst über die Einführung von jahrgangsübergreifendem Unterricht in der Eingangsphase zu entscheiden.
Negativ schlägt hingegen für Bernd Schauer zu Buche, dass der Koalitionsvertrag keine konkreten Verbesserungen bei Klassengrößen in den Schulen – mit Ausnahme der gymnasialen Oberstufe – und bei den Gruppengrößen in Kindertagesstätten vorsehe. Auch von einer Reduzierung der zu hohen Lehrerarbeitszeit, vor allem an den Grundschulen, sei im Koalitionsvertrag keine Rede.
Für unausgegoren hält der GEW-Landesgeschäftsführer außerdem die Absicht, die Gymnasien in Zukunft selbst über die Dauer der gymnasialen Schulzeit, also G-8 oder G-9, entscheiden zu lassen. "Nachdem die Schulen G-8 gerade eingeführt haben, bringt das wieder gewaltige Unruhe an die Gymnasien. Sinnvoller wäre es, die Schulen besser auszustatten und Schritt für Schritt zu "echten" Ganztagsschulen zu machen."
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