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Pressemeldung von: Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

VBE: Pünktlichkeit und Anstrengungsbereitschaft sind bei vielen Schülern nicht mehr die Mittel der ersten Wahl

Stuttgart, 30.10.2009

Der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Würt­temberg beklagt, dass immer mehr Schüler deutliche Symptome von Ver­wöhnung zeigten. Trotz des Armutsrisikos "Kind" gebe es immer mehr Eltern, die ihrem Nachwuchs finanziell einiges bieten wollen. Gleichzeitig entwickelten Erziehungsberechtigte eine Scheu, überhaupt etwas von ihren Kindern zu verlangen, sie auf Regeln und Pflichten hinzuweisen und auf deren Erfüllung zu bestehen.

Wenn Eltern von ihren Kindern nichts mehr einfordern und nicht einmal auf das Einhalten elementarer "Spielregeln" im Zusammenleben bestehen, hat das auch auf das schulische Lern- und Arbeitsverhalten der Kinder und Jugendlichen einen stark negativen Einfluss. "Anstrengungsbereitschaft, Selbstdisziplin und Pünktlichkeit sind für viele Schüler heute leider Fremdwörter", behauptet der VBE-Sprecher.

Aus reiner Bequemlichkeit oder aus Angst vor zermürbenden Auseinanderset­zungen geben immer mehr Eltern Wünschen und Forderungen der Kinder nach. Eltern fürchteten regelrecht das nervige "Gemotze" ihres Nachwuchses und ka­pitulierten daher bei drohendem Streit oder nach einem klaren Fehlverhalten der Kinder sehr schnell, obwohl das Nachgeben in der Regel eigentlich wider besse­ren Wissens und gegen die innere Überzeugung sei, moniert der VBE-Sprecher. Verwöhnung wirke auf Dauer jedoch wie eine Droge und könne regelrecht süch­tig machen.

Anstatt die Lehrer bei der Erziehung der Schüler zu unterstützen, decken Eltern immer wieder Schulunlust und einen gewissen "Schlendrian" ihrer Kinder durch "Entschuldigungszettel", die inhaltlich nicht der Wahrheit entsprechen. Dies sei keine professionelle "Erziehung" und räche sich später meist bitter, warnt der VBE. Mit ständigem Nachgeben und übertriebenem Verwöhnen tut man weder sich noch dem Sohn oder der Tochter einen Gefallen, sondern beraubt die Kinder der Chance zu lernen, für die Folgen eigenen Handelns einzustehen und schließlich das Leben eigenverantwortlich führen zu können.


Zur Veröffentlichung freigegeben - Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg / bildungsklick.de


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