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Pressemeldung von: Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

VBE zum Bildungsreport NRW 2009: Hängen Begabungen vom Wohnort ab?

Dortmund, 02.11.2009

"Die Verteilung der Kinder auf die weiterführenden Schulformen hängt offenbar stärker vom Wohnort der Kinder als von deren vermeintlichen oder tatsächlichen Begabungen ab", kommentiert der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann den heute vorgelegten Bildungsreport NRW 2009. "Der Bildungsreport bestätigt damit einmal mehr die Position des VBE."

Der Bericht der Landesbehörde für Information und Technik (IT NRW) stellt beispielsweise die sehr unterschiedliche Übergängerquote zur Hauptschule heraus, die sich zwischen 5,1% (Kreis Herford) und 27,4% (Hochsauerlandkreis) bewegt.

"Die Landesregierung erklärt immer wieder, jede Schulform des gegliederten Systems sei jeweils für ein bestimmtes Begabungsprofil gedacht", so Beckmann. "Dieser Theorie folgend wären die Kinder im Hochsauerlandkreis per se genetisch bedingt weniger begabt als die im Kreis Herford. Weil das aber nicht sein kann, muss es andere Ursachen für diese unterschiedlichen Quoten geben."

Die Lösung zeigt der Bildungsreport selbst. Er weist explizit darauf hin, dass "bei der Entscheidung für eine weiterführende Schulform neben den schulischen Leistungen der Kinder vermutlich auch die Entfernung und Erreichbarkeit der unterschiedlichen Schulformen eine Rolle spielt."

Beckmann: "Die statistischen Analysen des IT führen die Theorie vom begabungsgerechten gegliederten Schulsystem erneut ad absurdum. Sie belegen vielmehr eindrucksvoll die Notwendigkeit eines wohnortnahen vollständigen Schulangebots für die Umsetzung von Chancengleichheit."


Zur Veröffentlichung freigegeben - Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW / bildungsklick.de


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