GEW Nordrhein-Westfalen
Halbierung der Sitzenbleiberzahl ist lösbare Aufgabe
Sitzenbleiberprojekt: Schulen sind engagiert und haben hohen Fortbildungsbedarf
Mehr zu: Förderunterricht, Individuelle Förderung, Lehrerbildung, Nordrhein-Westfalen, Sitzenbleiben, Zensuren, SchuleDer Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Andreas Meyer-Lauber, hält die Halbierung der Sitzenbleiberzahl in NRW bis 2012 für eine lösbare Aufgabe, die im Ergebnis viel Geld einspart, dass dem Schuletat anderweitig, zum Beispiel für Fortbildungen, zu Gute kommen kann. Die Signale aus den Schulen, das ehrgeizige Ziel zur Reduzierung der Quote zu erreichen, sind nach Beobachtung der GEW positiv. Indikator dafür sei das von der GEW mit angestoßene Projekt "Komm mit! Fördern statt sitzen bleiben". An den über 800 beteiligten Schulen sei ein großes Fortbildungsinteresse der Lehrkräfte im Bereich Fördermöglichkeiten und Diagnosekompetenz ausgelöst worden, das derzeit kaum befriedigt werden könne.
"Sitzenbleiben ist teuer und hilft nicht, aber individuelles Fördern muss gelernt sein", erklärte heute GEW-Landesvorsitzender Andreas Meyer-Lauber. Nach dem Motto "Abgucken ist erlaubt" bietet die GEW selber Fortbildungen zum Thema an und hat in Kooperation mit dem Zentrum für Lehrerbildung der Universität Duisburg-Essen für Donnerstag, 5.11., zu einer Fachtagung zu "Diagnosekompetenz und individuelle Förderung" eingeladen. Der Zuspruch zu dieser Veranstaltung ist immens, nicht alle Fortbildungsinteressierten konnten aufgenommen werden.
Auch das Schulministerium hat inzwischen eine Reihe regionaler Fortbildungen in Kooperation mit der Universität Lüneburg aufgelegt. Für die GEW sei, so Meyer-Lauber, dies ein erster notwendiger aber nicht hinreichender Schritt. Bei dem großen Zulauf der Schulen müsse über zusätzliche Ressourcen nachgedacht werden, insbesondere für Fortbildung, Vernetzung und Beratung. Meyer-Lauber: "Das Schulministerium ist gefordert." Die wissenschaftliche Unterstützung der Fachleute aus NRW wäre dem Schulministerium wie der GEW sicher, wie die morgige Fachtagung in Essen zeige. In der GEW herrsche aber der Eindruck, dass viele hochqualifizierte Fachleute außen vor gelassen würden.
Informationen zur Fachtagung (PDF):
zlb.uni-due.de/zlb/documents/documents_termine/Programm_und_Orga_GEW-Diagnostik2009.pdf
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