Ministerium für Bildung und Kultur Schleswig-Holstein
Bildungsministerium und Techniker Krankenkasse starten neues Projekt zur Gewaltprävention an Schulen
Ein Koffer gegen Mobbing
Mehr zu: Gesundheit, Gewalt in der Schule, Jugendhilfe und Sozialarbeit, Konfliktlösung, Mobbing, Schleswig-Holstein, SchuleGemeinsam mit der Techniker Krankenkasse (TK), Landesvertretung Schleswig-Holstein, hat das Bildungsministerium jetzt eine Anti-Mobbing-Initiative gestartet. Unter der Überschrift "Mobbingfreie Schule - gemeinsam Klasse sein", wurde ein Programm für eine Projektwoche für Schülerinnen und Schüler der fünften und siebten Jahrgänge entwickelt. Bildungsminister Ekkehard Klug lobte heute (5. November) in Kiel die Initiative: "Ich danke der Techniker Krankenkasse dafür, dass sie uns im Kampf gegen Mobbing unterstützt. Das Projekt ist eine hervorragende Ergänzung der Gewaltpräventionsarbeit, die an den schleswig-holsteinischen Schulen bereits geleistet wird." Wissenschaftliche Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Mobbingproblematik am häufigsten in den Jahrgängen 6 bis 8 anzutreffen sei, umso wichtiger sei es, ein auf diese Altersgruppe zugeschnittenes Präventionsprogramm zu haben, das dann an allen weiterführenden Schulen im Land eingesetzt werden könne. "Der Bedarf ist groß, das sehen wir nicht zuletzt an der positiven Resonanz der Schulen auf dieses Angebot", sagte Klug.
"Mobbing ist inzwischen leider ein Massenphänomen. Wenn es uns gelingt, an den Schulen eine Anti-Mobbing-Kultur zu etablieren, wenn wir unsere Kinder stark machen und sie dabei unterstützen, andere einzubeziehen statt einzelne auszugrenzen, haben wir viel erreicht", erklärte Dr. Johann Brunkhorst, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein. "Wichtig ist, dass alle an Schule Beteiligten - Schüler, Lehrer und Eltern - dabei an einem Strang ziehen."
Ziel der Initiative "Mobbingfreie Schule - Gemeinsam Klasse sein" ist, dass jede weiterführende Schule in Schleswig-Holstein in den Jahrgängen 5 und 7 eine Projektwoche zum Thema Mobbing anbieten kann. Während dieser Woche sollen die Schülerinnen und Schüler lernen, ein vertrauensvolles Miteinander in ihrer Klasse aufzubauen, Konflikte zu klären und Wege zu finden, sich gemeinsam vor Mobbing zu schützen. Die Lehrkräfte an den Schulen werden fortgebildet und angeleitet von Multiplikatoren - Schulsozialarbeiter oder beratende Lehrer -, die dann jeweils mehrere Schulen in ihrer Region betreuen und begleiten. Außerdem stellt die TK den Schulen insgesamt 1.100 Anti-Mobbing-Koffer zur Verfügung. Jeder Koffer enthält ein umfangreiches Paket aus Materialien vom Flyer für die Eltern über ein Lehrerhandbuch bis hin zu Filmen als Anschauungsmaterial. Diese Koffer werden in Stützpunktschulen überall im Land verteilt, so dass alle Schulen problemlos bei Bedarf auf das Material zurückgreifen können.
Im ersten Schritt werden zurzeit vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) in Zusammenarbeit mit der Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein (AKJS) die Schulsozialarbeiter und beratende Lehrkräfte in der Handhabung des Koffers ausgebildet und in die Grundlagen zur Mobbing-Thematik eingeführt. Als Tandem, gemeinsam mit einer Lehrerin oder einem Lehrer, gehen sie dann in die Klassen. "Dieses Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig Schulsozialarbeiter für unsere heutige Schullandschaft sind. Wir wollen diese Rolle in Zukunft noch weiter stärken", erklärte Bildungsminister Klug. Schulsozialarbeit könne wesentliche Aufgaben in der Gewalt- und Suchtprävention wahrnehmen. So könnten auch Schülerinnen und Schüler, deren Bildungserfolg andernfalls hochgradig gefährdet wäre, besonders unterstützt werden.
Das Bildungsministerium unterstützt das Projekt aus den Mitteln für Gewaltprävention in Schulen, wobei die TK die Ausbildung der ersten 20 Multiplikatoren in diesem Jahr finanziert hat. Außerdem sind bereits zehn Tandems eingearbeitet worden und die ersten Schulen - unter anderem die Inselschule auf Fehmarn, die Regionalschule der Stadt Wedel und die Gemeinschaftsschule der Stadt Ahrensburg - haben die Anti-Mobbing-Projektwoche bereits erfolgreich erprobt. 2010 werden weitere 80 Multiplikatoren fortgebildet, so dass dann schon 100 "Anti-Mobbing-Fachleute" zur Verfügung stehen, die die rund 500 weiterführenden Schulen mit fünften und siebten Jahrgängen auf den Umgang mit dem Anti-Mobbing-Koffer vorbereiten und sie während der Projektwoche begleiten können.
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