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Bildungsministerium weist VBE-Kritik zurück

Mehr zu: Lehrerbildung, Qualitätsstandards, Rheinland-Pfalz, Schule
Mainz, 07.11.2009 -

Entschieden zurückgewiesen hat das rheinland-pfälzische Bildungsministerium die Zweifel des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) an der Qualität des in rheinland-pfälzischen Schulen eingesetzten Lehrpersonals. "Der VBE vergleicht bei der Auswertung seiner Umfrage in einem Drittel aller Schulen im Land ganz offensichtlich Äpfel mit Birnen, konstruiert falsche Zusammenhänge und stellt zudem bei der Frage der Bezahlung falsche Behauptungen auf", betonte Ministeriumssprecher Wolf-Jürgen Karle in Reaktion auf ein dpa-Gespräch des VBE-Landesvorsitzenden Müller.

Richtig sei: Die rund 41.000 hauptamtlichen und hauptberuflichen Lehrerinnen und Lehrer an den 1.700 Schulen im Land seien praktisch alle als Lehrer ausgebildet. Auch dem VBE sei bekannt, dass der Anteil der Lehrkräfte ohne Lehramtsprüfung an der Gesamtlehrerschaft im Jahr 2008 unter zwei Prozent gelegen habe.

Richtig sei, dass an den Ganztagsschulen im Land ganz bewusst pädagogisch geeignete Personen anderer Berufsbilder beschäftigt seien, um den Schülerinnen und Schülern ein attraktives Angebot zu machen und Schule zum Lebensraum zu entwickeln.

Richtig sei auch, dass Schulen im Rahmen des "Projektes Erweiterte Selbstständigkeit (PES)" die Möglichkeit offenstehe, mit Personen ohne vollständige Lehrerausbildung kurzfristig befristete Verträge bis zu acht Wochen abzuschließen. Rund 680 Schulen könnten damit flexibel auf plötzlich auftretende Probleme in der Unterrichtsversorgung reagieren. Die Eignung dieser Personen werde von den Schulen selbst überprüft. "Herr Müller muss den Eltern schon erklären, was daran falsch sein soll, wenn kurzfristig Künstler, Musiker, Informatiker, Architekten oder Betriebswirte zum Einsatz kommen, um einen Unterrichtsausfall beispielsweise durch Erkrankungen von Lehrkräften aufzufangen", sagte der Sprecher.

Mit der Forderung nach einer Aufstockung der Seminarkapazitäten renne der VBE offene Türen ein, weil die Landesregierung erst in diesem Jahr die Kapazitäten um 120 Plätze erhöht habe. Mehr als ärgerlich sei die wider besseres Wissen aufgestellte Behauptung einer schlechteren Bezahlung von Lehrkräften in Rheinland-Pfalz. Auch dem VBE seien die Daten der Großen Anfrage zur Lehrerversorgung in Rheinland-Pfalz aus dem Sommer 2009 bekannt: Der dort veröffentlichte Besoldungsvergleich von Rheinland-Pfalz und seinen Nachbarländern zeige, dass es praktisch keine Unterschiede gebe und allenfalls Nordrhein-Westfalen unter dem Niveau dieser Länder liege. Genauso ärgerlich und zudem falsch sei die Behauptung, Rheinland-Pfalz sei nicht attraktiv für junge Lehrkräfte. "Rheinland-Pfalz hat im Ländervergleich das niedrigste Durchschnittsalter bei den hauptamtlichen Lehrkräften und einen Spitzenanteil bei den Lehrkräften unter 40 Jahren", hielt der Ministeriumssprecher fest und ergänzte: "Offenkundig hat der VBE keinen Grund mehr gefunden, an der Unterrichtsversorgung herumzumäkeln, weil das Schuljahr gut angelaufen ist, und weil – wie Herr Müller schon ahnt – die Schulstatistik, die am Dienstag von Ministerin Ahnen vorgestellt wird, dies auch belegen wird. Kritik um der Kritik willen, bringt weder den Schulen noch Schülerinnen, Schülern, Eltern oder Lehrkräften etwas."

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