Ministerium für Bildung und Kultur Schleswig-Holstein
Bildungsminister Klug: Landesrechnungshof lässt bei seiner Berechnung des künftigen Lehrerstellenbedarfs wichtige Fakten außer Acht
Mehr zu: Berufsschule, Besoldung, Bildung in Zahlen, Bildungsausgaben, Gemeinschaftsschule, Grundschule, Individuelle Förderung, Lehrermangel, Schleswig-Holstein, SchuleZum Schulbericht des Landesrechnungshofes hat Bildungsminister Ekkehard Klug heute (13. November) erklärt: "Bildung ist das wichtigste Thema der Landesregierung in dieser Legislaturperiode. Gute Bildung ist ohne angemessene Personalausstattung nicht möglich. Daher müssen wir gerade bei der Berechnung des künftigen Lehrerbedarfes das gesamte Schulwesen und nicht nur die allgemein bildenden Schulen berücksichtigen".
Der Landesrechnungshof lasse demgegenüber in seinem Bericht eine Reihe von wichtigen Fakten außer Acht, die für die künftige Bewertung des Stellenbedarfs im Schulbereich von zentraler Bedeutung sind. Eine Nachberechnung des Ministeriums kurz vor der Sommerpause 2009 aufgrund der neuesten Bevölkerungsprognose habe ergeben, dass sich der Schülerrückgang über alle Schularten gesehen langsamer vollzieht als bisher angenommen. Der Landesrechnungshof prognostiziere für 2019/20 nur noch rund 243.000 Schülerinnen und Schüler an den allgemein bildenden Schulen. Nach Einschätzung des Ministeriums für Bildung und Kultur wird die Schülerzahl jedoch in einem deutlich geringeren Umfang sinken und sich 2019/20 noch auf mindestens 260.000 Schülerinnen und Schüler belaufen.
Zudem ergeben sich aus den neuesten Berechnungen, dass die berufsbildenden Schulen mittelfristig erheblich höhere Schülerzahlen aufweisen werden als bisher angenommen. "Zwischen 2013 und 2016 kommt es voraussichtlich sogar zu einem zeitweiligen Anstieg", betonte Klug. Dies hänge vor allem damit zusammen, dass im Vergleich zu den veralteten Schülerzahlprognosen deutlich mehr Absolventen der allgemein bildenden Schulen mit Haupt- oder Realschulabschluss anschließend Bildungsangebote der berufsbildenden Schulen nachfragen. "Für die Erfüllung des von allen geforderten bildungspolitischen Ziels, mehr Schülern als bisher den Weg zu höheren Bildungsabschlüssen zu eröffnen, brauchen wir daher insbesondere an Fachschulen, Berufsfachschulen und Beruflichen Gymnasien nicht weniger, sondern mehr Lehrer", so der Minister. "Eine isolierte Betrachtung des allgemein bildenden Schulwesens, wie sie der Landesrechnungshof vornimmt, ist nicht sachgerecht", unterstrich Klug.
Dies zeige sich auch in der Auffassung des Landesrechnungshofes, dass 1.300 Stellen, die in den neuen Schularten Regional- und Gemeinschaftsschule für stärkere Differenzierung und individuelle Förderung der Schüler sowie für eine Vereinheitlichung der Pflichtstundenzahl der Lehrkräfte vorgesehen sind, dem so genannten "Demografiegewinn" zugerechnet und daher auch eingespart werden könnten. "Diese Auffassung teile ich ausdrücklich nicht. Ohne diese Personalressourcen könnten die neuen Schularten das Ziel, eine heterogen zusammengesetzte Schülerschaft ausreichend zu fördern, kaum erreichen", so Klug.
Auch die vom Landesrechnungshof empfohlene Einrichtung von Oberstufenzentren entspricht nicht den bildungspolitischen Zielen der Landesregierung. "Denn im Kern läuft diese Empfehlung auf eine Zerschlagung der Schulart Gymnasium hinaus".
Zu der Forderung des Landesrechnungshofes nach einem stärkeren Abbau von kleinen Grundschulen verwies Klug auf das Motto "kurze Beine - kurze Wege". "Auch wenn wir die Forderung des Rechnungshofs nach einem möglichst wirtschaftlichen Einsatz von Lehrerstellen ausdrücklich teilen, müssen gerade jüngere Schülerinnen und Schüler ein erreichbares Schulangebot haben", so der Minister. Zudem verwies Klug darauf, dass sich in den vergangenen Jahren die Zahl von Haupt- und Realschulen durch die Umstrukturierung der Schullandschaft von 238 auf 149 Regional- und Gemeinschaftsschulen verringert habe. Auch künftig werde das Ministerium darauf hinwirken, die notwendigen bildungspolitischen Schwerpunkte mit den durch die schwierige Haushaltslage gegebenen Rahmenbedingungen zu vereinbaren.
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