GEW Bayern
GEW Bayern unterstützt Bildungsstreik
GEW Bayern ruft zum "Bildungsstreik II" auf und unterstützt die Proteste der Studierenden
Mehr zu: Auslese, Bayern, Bildungsausgaben, Bildungschancen, Bildungsstreik, Bildungswesen, Bologna-Prozess, Statistik, Studiengebühren, Weiterbildung, HochschuleMit dem "Bildungsstreik II" am Dienstag finden die Aktionen an den Hochschulen und weit darüber hinaus einen vorläufigen Höhepunkt. In vielen Städten der BRD demonstrieren SchülerInnen, StudentInnen und an Bildungseinrichtungen Beschäftigte gemeinsam gegen die Bildungskatastrophe und verleihen so den Forderungen nach einer Kehrtwende in der Bildungspolitik Nachdruck.
"Um Chancengleichheit in der Bildung zu realisieren genügt es nicht, an kleinen Stellschrauben zu drehen. Wir müssen Bildung neu denken, von der frühkindlichen Bildung bis zu den Angeboten der beruflichen Weiterbildung und des lebenslangen Lernens" fordert Angelika Neubäcker, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Bayern.
Im Zentrum stehen derzeit die bessere Ausstattung und die Demokratisierung von Schulen und Hochschulen. Neubäcker: "Der in diesen Tagen erschienene ´Bildungsbericht Bayern 2009´ belegt erneut eindrucksvoll, dass das vielfach gegliederte bayerische Schulsystem Kinder aus Familien mit geringem Einkommen und Migrationshintergrund benachteiligt. So ist z. B. der Anteil von SchülerInnen ohne deutsche Staatsangehörigkeit an den bayerischen AbiturientInnen seit 2002 um gerade einmal 0,2 % von 2,6% auf 2,8 % gestiegen. Daher fordern auch wir erneut eine Schule, die alle SchülerInnen bis zum Ende der Pflichtschulzeit gemeinsam besuchen."
Die Benachteiligung setzt sich an Hochschulen fort. Die Studienbedingungen sind an vielen Orten unerträglich geworden. Die Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master war zu wenig reflektiert und hat u.a. zu verdichteten Prüfungszeiträumen und höherer Präsenzpflicht geführt, wie die jüngst veröffentlichte Studie der GEW "Der Bologna-Prozess zwischen Anspruch und Wirklichkeit" zeigt. Die meisten Studierenden haben einen oder mehrere Nebenjobs, um ihr Studium finanzieren zu können und müssen noch dazu seit einigen Jahren Studiengebühren bezahlen. "Vor diesem Hintergrund unterstützt die GEW die Forderungen der Studierendenproteste für eine Verbesserung des Bildungssystems", wie Sabine Herzig, zuständig für Hochschule und Forschung im Landesvorstand der GEW Bayern, in einem Grußwort an die protestierenden Studierenden der LMU München formulierte. "Es müssen umgehend Veränderungen vorgenommen werden, um Studierenden optimale Studienbedingungen zu gewährleisten und der frühen Selektion im Bildungssystem entgegenzuwirken."
Die GEW Bayern ruft ihre Mitglieder auf, sich an den Aktionen zum Bildungsstreik am Dienstag, 17.11.2009, zu beteiligen. Weitere Informationen zur Demonstration gibt es unter www.bildungsstreik-muenchen.de und zur Besetzung des Audimax an der LMU unter www.unsereunibrennt.de.
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