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GEW: "Beschämend für ein reiches Land!"

Bildungsgewerkschaft zur Schulobst-Weigerung mehrerer Bundesländer

Mehr zu: Deutschland, Ernährung, Gesundheit, Schulobst, Schulverpflegung, Schule
Frankfurt a. M., 19.11.2009 -

Als im "höchsten Maße beschämend für ein reiches Land wie Deutschland" hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Weigerung mehrerer Bundesländer, sich am EU-Schulobst-Programm zu beteiligen, bezeichnet.

"Alle 16 Bundesländer zusammen müssen nicht einmal 50 Prozent der rund 38 Millionen Euro aufbringen, um eine flächendeckende Versorgung der Schulen mit kostenlosem Obst abzusichern. Angesichts der Milliardenbeträge, die die öffentliche Hand für die Rettung maroder Banken und versagender Manager mobilisiert hat, und milliardenschwerer Steuergeschenke, die im Wesentlichen den Besserverdienenden zu Gute kommen, ist das Gejammer der Länder über leere Kassen unglaubwürdig. Wieder einmal sind die Länder ihren Aufgaben, die aus der von ihnen stets lautstark reklamierten Alleinverantwortung für Bildung und insbesondere Schulen entstehen, nicht gewachsen", sagte GEW-Schulexpertin Marianne Demmer am Donnerstag in Frankfurt a.M..

Zudem offenbarten diese Länder ein "erstaunliches Demokratieverständnis": Der Bundesrat hatte erst Ende September beschlossen, dass sich Deutschland an dem EU-Projekt beteiligt. Das Programm sei, betonte Demmer, ein sinnvoller Beitrag zur Gesundheitsprävention, von dem insbesondere Kinder aus ärmeren Elternhäusern profitieren. Es sei ein Baustein, die "enge Kopplung von sozialer Herkunft, Ernährung und Bildungschancen aufzubrechen". Weitere müssten folgen. Dazu gehöre wegen der wachsenden Kinderarmut ein über Steuern finanziertes, kostenloses Schulessen für alle Kinder und Jugendlichen.

Info: Hessen, Sachsen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin sind laut dpa die Bundesländer, die sich nicht an dem EU-Schulobst-Programm beteiligen wollen.

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