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VBE fordert: Kein "Schmalspurstudium" mehr für Grundschulpädagoginnen, denn alle Lehrer sind Lehrer

Mehr zu: Baden-Württemberg, Deutschland, Lehrerbildung, Vergütung, Schule, Hochschule
Stuttgart , 22.11.2009 -

Damit es bei Lehrern künftig keine als äußerst ungerecht empfundene Un­terschiede bei der Besoldung und der Unterrichtsverpflichtung mehr gibt, müssen nach Auffassung des Verbandes Bildung und Erziehung Baden-Württemberg (VBE) Reformen ganz früh schon bei der Lehrerausbildung greifen. Solange man Gehaltsabstufungen mit einem unterschiedlich langen Studium "begründen" kann, werden diese Differenzen nicht beseitigt.

Schon vor über vierzehn Jahren hatte die Strukturkommission "Lehrerbildung 2000 in Baden-Württemberg" gefordert, dass alle Lehrer an Universitäten auszu­bilden seien. Das ist bei den politisch Verantwortlichen bis heute auf taube Oh­ren gestoßen. Kein anderes Bundesland in Deutschland geht den baden-württem­bergischen Sonderweg mit den Pädagogische Hochschulen. Aber auch nach der geplanten Neuordnung einiger Studiengänge dürfen lediglich Gymnasiallehrer an Universitäten studieren, werden Grundschulehrerinnen (es sind vor allem Frauen) mit sieben Semestern deutlich kürzer ausgebildet als alle anderen Päda­gogen, um den hierarchischen Abstand zu wahren. Niemand käme auf die Idee, Kinderärzte schneller durchs Studium zu schleusen, bloß weil sie es fast aus­schließlich mit jungen Menschen zu tun haben. Bei der Ausbildung der Lehrer sei dies jedoch leider "guter Brauch", beklagt der VBE-Sprecher.

Der VBE fordert die Landesregierung erneut auf, unbeschadet der inhaltlich gu­ten Arbeit, die an den Pädagogischen Hochschulen vor allem im schulprakti­schen Bereich geleistet wird, den überfälligen Schritt zur Qualitätssteigerung im Bildungssektor zu tun und die gesamte Lehrerbildung an die Universitäten zu verlagern. In Nordrhein-Westfalen werden jetzt alle Lehrer unabhängig von der Schulart, an der sie später unterrichten, universitär zehn Semester lang auf den Beruf vorbereitet. "Die dortige Landesregierung hat dem unsinnigen Denken ein Ende gemacht, die Lehrerausbildung könne umso kürzer sein, je jünger die zu unterrichtenden Kinder sind", lobt VBE-Chef Rudolf Karg diesen echten Para­digmenwechsel in der Bildungspolitik. Seit Jahren mahnt der VBE: "Alle Lehrer sind Lehrer", ohne deshalb den "Einheitslehrer" zu fordern. Grundschullehrkräf­te mussten sich bisher schon immer mit einem Schmalspurstudium begnügen. "Diese viel zu kurze Ausbildung ist heute nicht mehr zeitgemäß", moniert Karg.

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