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"Gymnasium muss Leistung erbringen und Schüler unabhängig vom Elternhaus optimal fördern"

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle bei der Hauptversammlung des Bayerischen Philologenverbandes in Rosenheim

Rosenheim/München, 27.11.2009

"Unsere Gymnasien müssen leistungsfähig sein und dabei zugleich die Schüler unabhängig von ihrer sozialen Herkunft optimal fördern." Diese beiden Anforderungen an das Gymnasium und die Lehrkräfte formulierte heute Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle bei der Hauptversammlung des Bayerischen Philologenverbandes in Rosenheim. "Und wir sind auf einem guten Weg dorthin", ergänzte der Minister und würdigte die Leistungen der Gymnasiallehrer. "Wir verlangen den Gymnasien und ihren Lehrkräften viel ab", so der Minister. Der Bayerische Philologenverband ist für das Ministerium ein wichtiger und konstruktiver Partner.

Das Gymnasium in Bayern vermittle eine Bildung mit sehr hohem qualitativen Anspruch, leiste Erziehungsarbeit und trage zur Persönlichkeitsbildung bei. Nur auf dieser umfassenden Basis würden Schülerinnen und Schüler optimal auf ein anschließendes Studium bzw. eine hochqualifizierte Berufsausbildung vorbereitet. Die Betonung der Grundlagenfächer Deutsch, Mathematik und Fremdsprache wie auch die W- und P-Seminare des achtjährigen Gymnasiums eröffnen für Spaenle den Jugendlichen besondere Möglichkeiten.

Zugleich sei die Teilhabegerechtigkeit für Kinder unabhängig von ihrer familiären Herkunft am Gymnasium deutlich gewachsen. "Wir werden alles daran setzen, Unterschiede bei den Startbedingungen der Kinder auszugleichen", zeigte Minister Spaenle die Zielrichtung der Bildungspolitik im Freistaat auf. Bayern habe durch die Zuweisung zusätzlicher Lehrerstellen die Rahmenbedingungen für die pädagogische Arbeit am Gymnasium spürbar verbessert. Im Doppelthaushalt 2009/2010 seien insgesamt 670 zusätzliche Stellen an den staatlichen Gymnasien zur Verfügung gestellt worden, 300 davon allein, um die Sondersituation von zwei parallel geführten Oberstufen zu bewältigen.

Wichtige Erfolge auf dem Weg zu mehr Teilhabegerechtigkeit seien unübersehbar: Im Jahr 2000 hatte ein bayerisches Facharbeiterkind bei gleicher Lesekompetenz eine 6,5 mal geringere Chance auf einen Gymnasialbesuch als ein Akademikerkind, erinnerte Minister Spaenle an Ergebnisse der Bildungsstudie PISA 2000. Allerdings hätten Bayerns Gymnasien in den folgenden Jahren die Chancen für Kinder aus bildungsfernen Familien deutlich erhöht. Im Jahr 2006 war die Chance für Facharbeiterkinder nur noch 2,7 mal geringer und sie lag damit besser als im deutschen Durchschnitt. Grund zur Selbstzufriedenheit gibt es aber für Minister Spaenle deshalb nicht: "Wir müssen hier weiter am Ball bleiben." Nach wie vor müsse es ein Ziel sein, dass mehr geeignete Kinder mit Migrationshintergrund den Weg zum Gymnasium finden und dieses erfolgreich durchlaufen.

Im Vergleich zum neunjährigen Gymnasium haben sich für Minister Spaenle am achtjährigen Gymnasium die Chancen für alle Schüler verbessert, dieses erfolgreich zu durchlaufen. So sei die Zahl der Pflichtwiederholer am Gymnasium von 3,1 Prozent im Jahr 2001/02 auf 1,7 Prozent im Jahr 2008/09, und damit auf das die Hälfte, gesunken. Die Lehrkräfte leisteten hier durch vielfältige Maßnahmen der individuellen Förderung Beachtliches. Im letzten Schuljahr hatten fast sämtliche bayerische Gymnasien für gefährdete Schüler spezielle Förderangebote eingerichtet.

Minister Spaenle verwies auch darauf, dass die Förderung für hochbegabte Schüler konsequent ausgebaut werde. Seit dem Schuljahr 2009/2010 werden z.B. in jedem Regierungsbezirk Hochbegabtenklassen angeboten.

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