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Die neue Stundentafel der Integrierten Sekundarschulen: So verbindlich wie nötig – so flexibel wie möglich

Mehr zu: Berlin, Sekundarschule, Unterrichtsgestaltung, Unterrichtsversorgung, Schule
Berlin, 04.12.2009 -

Die Stundentafel der Integrierten Sekundarschulen wird für die künftigen Schülerinnen und Schüler erheblich flexibler gestaltet als es derzeit im Bereich der Klassenstufen 7-10 der Fall ist. So können Stundenpläne von Schulen individuell auf einzelne Schüler bzw. Schülergruppen zugeschnitten werden. Ermöglicht wird dies durch eine neue Verteilung von Pflichtstunden, Wahlpflichtfächern und sogenannten Profilstunden, mit denen Schulen besondere Schwerpunkte für den Unterricht an ihrem speziellen Standort bilden können.

An Integrierten Sekundarschulen erhalten Schülerinnen und Schüler in den Klassen 7 und 8 jeweils 31 Wochenstunden und in der 10. Jahrgangsstufe 32 Stunden. Zusätzlich gibt es Schülerarbeitsstunden wie bereits an den jetzigen Gesamtschulen, in denen geübt und Wissen vertieft werden kann.

Schülerinnen und Schüler der Integrierten Sekundarschulen werden in der Regel das Abitur nach 13 Jahren ablegen. Der Pflichtunterricht in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch ist an Integrierter Sekundarschule und Gymnasium trotzdem identisch. Damit werden für die zentralen Prüfungen zum Mittleren Schulabschluss (MSA, früher Realschulabschluss) die gleichen Voraussetzungen an beiden Schularten geschaffen.

Sekundarschulen genießen darüber hinaus große Flexibilität bei der Gestaltung des Stundenplanes. Grundsätzlich können alle Fächer entsprechend der Profilgebung der Schulen und den Anforderungen zur individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler verstärkt werden. Das Fach Wirtschaft, Arbeit, Technik (WAT) verbindet insbesondere schulisches und praktisches Lernen an außerschulischen Lernorten und fördert durch das Duale Lernen eine frühzeitigere Berufsorientierung und eine bessere Vorbereitung auf den Übergang ins Berufsleben als bisher.

Für die Naturwissenschaften (Nawi) ist eine Lösung gefunden worden, die einen angemessenen Schwerpunkt auf diesen für den Unterricht in Berlin traditionell wichtigen [1] und für die Zukunftsfähigkeit und die Berufsorientierung besonders relevanten Lernbereich sicherstellt.

Alle Schülerinnen und Schüler Berlins erhalten in der 7. und 8. Klasse mindestens jeweils drei Stunden Nawi-Unterricht und in den Klassenstufen 9 und 10 wenigstens je fünf Stunden. Diese insgesamt mindestens 16 Stunden in den Klassen 7 bis 10 müssen so verteilt werden, dass jedes der drei Fächer Biologie, Physik und Chemie mit insgesamt wenigstens vier Stunden Unterricht in den Stundentafeln eines einzelnen Schülers während seines Weges durch die Klassen 7 bis 10 vertreten ist.

Wie Schulen dieses Angebot unterbreiten – als Einzelfächer oder als gemeinsamen Lernbereich Naturwissenschaften – bleibt ihrer Entscheidung überlassen. Schulen, die ohnehin schon einen deutlichen Schwerpunkt mit z.B. fünf Stunden Nawi als Pflichtunterricht legten, können diesen Weg weiter beschreiten. In den anderen Fällen sind Schülerinnen und Schüler verpflichtet in den Klassen 9 und 10 jeweils einen Wahlpflichtkurs aus dem Bereich der Naturwissenschaften (Biologie, Physik und Chemie) zusätzlich zum Pflichtunterricht zu wählen.

Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner (SPD): "Die neue flexible Stundentafel ermöglicht es, alle Schülerinnen und Schüler individueller als je zuvor zu fördern. Wie diese Förderung am besten gelingt, kann nur vor Ort an der Schule entschieden werden. Die Stundentafel der Integrierten Sekundarschule bietet dafür neue Möglichkeiten, ohne den naturwissenschaftlichen Schwerpunkt zu vernachlässigen. Sie stellt eine quantitativ angemessene Zahl an Nawi-Stunden für jeden Schüler sicher und erhält dennoch die Flexibilität der Schulen."

[1] Der Bereich Naturwissenschaften bildet in Berlin bereits in der Grundschule ab den Klassen 5 und 6 einen Schwerpunkt mit vier Wochenstunden.

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