VBE warnt: Schwächere Schüler werden beim sechsjährigen Bildungsgang Werkrealschule abgehängt
Mehr zu: Baden-Württemberg, Hauptschule, Heterogenität, Werkrealschule, SchuleDer Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg begrüßt es, wenn der designierte Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) "gleiche Bildungschancen für alle Kinder im Land" will und gegen den "Dreiklang sprachlos, bildungslos, arbeitslos" kämpfen möchte. Mit dem Konzept der neuen Werkrealschule werden schwächere Schüler jedoch eher abgehängt.
Während schwächere Schüler bisher in der Hauptschule extra gefördert worden sind und nur die Durchstarter Zusatzunterricht für das höhere Ziel "Werkrealschulabschluss" bekommen haben, werden künftig alle Schüler einheitlich nach dem Bildungsplan der neuen Werkrealschule unterrichtet: die Leistungsträger und Durchstarter wie die Nullbocker und Gar-nichts-checker, diejenigen, die die zweizügige Werkrealschule neuen Typs besuchen genauso wie die, die an einer der wenigen Hauptschulen verbleiben, die sich nicht "Werkrealschule" nennen dürfen, aber die gleichen Lerninhalte vermitteln wie die anderen frisch umetikettierten Schulen.
Beim dritten Standbein im gegliederten Schulwesen versucht man jetzt, in einem vereinheitlichenden Unterricht mit einer bunten Mischung von starken und ganz schwachen Schülern zurechtzukommen, setzt also bewusst auf die Heterogenität, die die beiden anderen weiterführenden Schularten - Gymnasium und Realschule - so fürchten wie der Teufel das Weihwasser.
Während bisher an den Hauptschulen leistungsschwächere und stärkere Jugendliche durch differenzierende Maßnahmen individuell gefördert werden konnten, müssen sich nun alle Schüler dem höheren Werkrealschulniveau des auf sechs Jahre angelegten Bildungsganges anpassen.
Wenn das Kultusministerium nicht will, dass das Gros der Schüler vorzeitig die Werkrealschule abbricht und nach fünf Jahren mit einem Hauptschulabschluss abgeht, muss das Niveau des mittleren Abschlusses am Ende der zehnten Klasse wohl deutlich nach unten korrigiert werden. Ob das dann der vielgepriesene "Qualitätssprung" und im Sinne der "Abnehmer" ist, bezweifelt man beim VBE.
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