Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.
Menschenrechte lernen - BLLV startet Aufklärung
Anfang Januar erhalten 2000 Schulen in Bayern die "Menschenrechteerklärung" / Präsident Klaus Wenzel: "Ziel ist es, junge Menschen mit dem Thema vertraut zu machen"
Mehr zu: Bayern, Bundeswehr, Ethik, Hauptschule, Menschenrechte, Politische Bildung, Unterrichtsmaterial, Werteerziehung, SchuleDer Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) wird anlässlich des Tages der Menschenrechte am 10. Dezember rund 2000 Exemplare des neu erschienen Buches "Menschenrechteerklärung" an bayerische Gymnasien, Real- und Hauptschulen verschicken. Weitere 500 Bücher werden für evtl. angeforderte Klassensätze bereit gehalten. Der Versand startet Anfang Januar.
"Unser Ziel ist es, Heranwachsende mit den Menschenrechten vertraut zu machen. Nur wer die Inhalte kennt, kann die Bedeutung der Menschenrechte begreifen. Wer sich mit ihnen identifiziert, kann sich mit ganzer Kraft für ihre Einhaltung stark machen", betonte BLLV-Präsident Klaus Wenzel heute in München. Ziel sei es, möglichst vielen interessierten Jugendlichen kostenfrei Zugang zu den Büchern zu verschaffen und dafür ausreichend Exemplare zur Verfügung zu stellen. Unterstützt wird die Aktion von zahlreichen anderen Organisationen wie Human Rights Watch, dem Goethe-Institut und dem Forum Menschenrechte.
Das Buch mit dem Titel "Menschenrechteerklärung" erscheint pünktlich zum internationalen "Tag der Menschenrechte" am 10. Dezember im Verlag Sellier european law publishers, München. "Wir freuen uns über die Kooperation mit Bayerns größten und ältesten Lehrerverband", erklärte der Senior- Verleger Arthur L. Sellier. "Es ist sinnvoll wie notwendig, wenn sich junge Menschen mit dem Text befassen. Wir wollen sie dazu ermuntern und danken dem BLLV für die Kooperation und den Einsatz." Die Menschenrechteerklärung habe in der juristischen Literatur erstaunlich wenig Beachtung gefunden, so der Verleger. In vielen Fällen sei ihre völkerrechtliche Bedeutung verkannt worden, indem man sie als ´rechtlich unverbindliche´ Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen und bloßen Vorläufer der späteren ´bindenden´ Verträge betrachtet habe.
"Adressaten der vorliegenden Ausgabe der Menschenrechteerklärung sind neben dem interessierten Laien insbesondere Lehrer und Schüler sowie Dozenten und Studenten der Rechtswissenschaft, der Politikwissenschaft und der Geschichte", sagte Sellier. "Die Ausgabe enthält in einer Art Gesamtschau den englischsprachigen Originalwortlaut der Erklärung und eine neue deutschsprachige Übersetzung von Dirk van Gunsteren. Sie berichtigt viele Ungenauigkeiten und Missverständnisse älterer Übersetzungen. Dieser Text wird von leicht verständlichen historischen und juristischen Erläuterungen begleitet und erschlossen, die - neben einer ausführlichen Einführung - Dr. iur. Bardo Fassbender, Professor für Internationales Recht an der Universität der Bundeswehr München, verfasst hat." Die Erläuterungen würden die Herkunft eines bestimmten Artikels der Menschenrechteerklärung erklären. Auch die deutsche Verfassungsgeschichte werde berücksichtigt, besonders die Paulskirchenverfassung von 1849 und die Weimarer Verfassung von 1919. Zusätzlich würden auch die juristische Bedeutung der einzelnen Artikel erläutert, Rechtsbegriffe erklärt und Zusammenhänge aufgezeigt. "Die Ausgabe enthält außerdem im Jahre 1949 verfasste Erinnerungen von Eleanor Roosevelt - der Vorsitzenden der UN-Menschenrechtskommission, deren Mitglieder den Entwurf der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte erarbeiteten, sowie weitere, dem Verständnis dienende Materialien, z.B. die einschlägigen Artikel des Grundgesetzes."
"Der BLLV startet den Schulversand nach den Weihnachtsferien", informierte der BLLV-Präsident und bedankte sich bei Sellier für die Bereitstellung der insgesamt 2500 Exemplare. Wie kein anderes Dokument beschreibe die Menschenrechteerklärung bis heute die gemeinsamen menschenrechtlichen Überzeugungen. "Möglichst viele Schülerinnen und Schüler sollten sich mit ihnen auseinandersetzen dürfen. Wir betrachten dies auch als unseren Beitrag zu dem von den Vereinten Nationen für 2009 ausgerufenen Internationalen Jahr des Menschenrechte- Lernens", sagte Wenzel.
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