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VDR: Gemeinsamer Unterricht verringert Chancen der Schüler

Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen löst keine Probleme

Mehr zu: Gemeinschaftsschule, Hauptschule, Niedersachsen, Realschule, Schulentwicklung, Schülerzahlen, Schule
Hannover, 09.12.2009 -

Der Verband Deutscher Realschullehrer Niedersachsen (VDR) warnt mit Nachdruck vor der Einführung gemeinsamen Unterrichts in zusammengelegten Haupt- und Realschulen. Der gemeinsame Unterricht wird die Chancen der Schülerinnen und Schüler verringern. Es ist eine Illusion, wenn Politiker meinen, dass mit der Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen das Problem "Hauptschule" mit einem Schlag gelöst wird.

"Weder den lernschwachen noch den lernstärkeren Schülern ist mit einem neuen Türschild geholfen. Die Schülerinnen und Schüler bleiben auch nach einer Zusammenlegung die gleichen und werden durch gemeinsamen Unterricht nicht besser gefördert. Im Gegenteil: Gemeinsamer Unterricht der Haupt- und Realschüler überfordert die Hauptschüler, wenn er auf Realschulniveau stattfindet. Er unterfordert die Realschüler, wenn er auf Hauptschulniveau stattfindet. Die größeren Klassen - es sind 32 Schülerinnen und Schüler pro Klasse möglich -verstärken diesen Effekt noch. Wird für den gemeinsamen Unterricht ein mittleres Niveau gewählt, hat es fatale Wirkung für die Schülerinnen und Schüler, die nach der 10. Klasse als sogenannte "Spätentwickler" das Abitur anstreben. Sie werden es sehr viel schwerer haben, während Risikoschüler durch gemeinsamen Unterricht nicht gestärkt werden. Diese Maßnahme wird weder den Haupt- noch den Realschülern gerecht", so Manfred Busch, VDR-Landesvorsitzender.

Gewinner wird auf alle Fälle das Land sein, denn durch die Zusammenlegung von Hauptschulen mit Realschulen und den dann möglichen gemeinsamen Unterricht spart das Land jede Menge Lehrerstunden ein, die nicht an der Schule vor Ort bleiben werden. Außerdem wird der Run auf das Gymnasium sich weiter verstärken. "Dort, wo Hauptschule und Realschule selbstständig erfolgreich arbeiten können, darf es nicht zu einer Zwangszusammenlegung kommen. Es kann nicht angehen, dass das Akzeptanzproblem der Hauptschule auf dem Rücken der Realschule gelöst wird", so Busch abschließend.

Manfred Busch, Landesvorsitzender Niedersachsen
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