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VBE: Weihnachten und Killerspiele sind nicht kompatibel

Eine Play-Station kann elterliche Zuwendung nicht ersetzen

Mehr zu: Baden-Württemberg, E-Learning, Killerspiele, Medienkompetenz, Sonderthemen, Schule
Stuttgart, 13.12.2009 -

Früher spielten Schüler auf Rechenblättern "Schiffe versenken" oder "Großwild­jagd", Jugendliche von heute morden per Mausklick am Bildschirm. Ob dies nun persönlichkeitszerstörender ist oder nicht, wird nach Winnenden noch heftiger diskutiert. Unter dem Weihnachtsbaum haben "Killerspiele" generell nichts ver­loren, meint man beim Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württem­berg. Es sei nicht verkehrt, sich jetzt in der Adventszeit mit stimmungsvollen Weihnachtsmärkten und festlich dekorierten Ladengeschäften wieder ein paar Gedanken über die ursprüngliche Bedeutung des Christfestes zu machen.

Im Vorweihnachtsrummel verfällt so manche(r) in schön geschmückten Ladengeschäf­ten und verführerisch vollen Warenhäusern trotz Wirtschaftskrise und Sorge um den Arbeitsplatz allzu leicht in einen Kaufrausch ("Jetzt zugreifen - morgen bezahlen!"), der später mit einem mehr oder minder großen Kater enden kann.

Die Advents- und Weihnachtszeit hat immer mehr die eigentliche Bedeutung verloren und ist zu einer festen Rechengröße in der Jahreskalkulation der Geschäftsleute gewor­den, obwohl immer weniger Firmen ihren Mitarbeitern ein (volles) Weihnachtsgeld für die Einkäufe zum "Fest der Liebe" auszahlen.

Das Motto "Geschenke statt Zeit" hat sich nach Auffassung des VBE als besonders ne­gativ für Kinder herausgestellt, die in erster Linie auf emotionale Zuwendung und we­niger auf Luxusgüter angewiesen sind. "Weil sich immer mehr Kinder und Jugendli­che in virtuelle Lebenswirklichkeiten flüchten, wäre es heute wichtiger denn je, dass Eltern in ihre Söhne und Töchter wieder Zeit investierten und ihnen durch emotionale Zuwendung signalisierten, wie wertvoll und wichtig sie ihnen sind", stellt VBE-Chef Rudolf Karg fest. Fotohandy, Play-Station oder der Multimedia-PC zu Weihnachten bedeuteten zwar die Erfüllung so manchen Kindertraumes, seien jedoch nie Ersatz für die Präsenz der Eltern, warnt der VBE-Vorsitzende. "Kinder und Jugendliche brau­chen Ansprechpartner aus Fleisch und Blut, mit denen sie über alles reden können". Energisch wendet sich der VBE gegen "menschenverachtende Killerspiele" auf dem Gabentisch. Selbst wenn es immer noch "Experten" gibt, die abstreiten, dass eine ge­nerelle Gefahr von Ballerspielen ausgeht, passen das christliche Fest des Friedens auf Erden und ein virtuelles Morden nach Punkten auf dem Bildschirm nicht zusammen. Geschenke müssen nicht immer den Stempel "pädagogisch wertvoll" tragen; Eltern sollten trotzdem darauf achten, nur solches Spielzeug zu erwerben, das Raum für Kre­ativität und Fantasie lässt und damit die Entwicklung des Kindes positiv fördert.

Geschenke, die zu Zerstörung, Hass und Gewalt animieren, haben nach Auffassung des VBE unter dem Weihnachtsbaum grundsätzlich nichts verloren.

Ansprechpartner

1 Kommentar (es gelten unsere Kommentarregeln)
von Nadine, am 11.12.2010, 11:31

Weihnachten und sog. "Killerspiele" passen nun wirklich nicht zusammen, da kann man sagen was man will.

Auch schöne Grüße an den VBE

www.vbe-bw.de/wDeutsch/...gen/2010_12_03.php


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