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Pressemeldung von: Landeselternrat der Gesamtschulen NW e.V. (LER)

Elternverbände fordern Bildungschancen für alle Kinder - auch in Düsseldorf

(Gemeinsame Presseerklärung von Landeselternschaft der Grundschulen NW, Landeselternrat der Gesamtschulen NW, Schulpflegschaften der Düsseldorfer Gesamtschulen und Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule NRW (GGG NRW))

Düsseldorf, 14.12.2009

Die Fakten: Die Heinrich-Heine-Gesamtschule und die Dieter-Forte-Gesamtschule sollen im nächsten Schuljahr insgesamt 120 Kinder weniger aufnehmen. Über diesen Antrag entscheidet am 17.12.2009 auf Antrag der CDU und der FDP der Rat der Stadt Düsseldorf.

2009 mussten an den vier Düsseldorfer Gesamtschulen 241 Kinder wegen fehlender Plätze abgelehnt werden. Mit dem beantragten Beschluss soll die Zahl auf über 360 erhöht werden. Darin sehen die oben genannten Verbände und Gremien eine erhebliche Missachtung des Elternwillens und eine zusätzliche Einschränkung von Bildungschancen Düsseldorfer Kinder.

Silvana Schneidersmann, Vorsitzende der Landeselternschaft der Grundschulen NW, kritisiert dies deutlich und erklärt: "Aus Sicht der Landeselternschaft Grundschulen NW muss der laut Schulgesetz zugesicherte Zugang zu jeder durch die Grundschule empfohlenen Schulform – und damit auch immer zur Gesamtschule – erhalten bleiben. Es ist nachvollziehbar, in Zeiten knapper Kassen sogar zu erwarten, dass ein Schulträger bei zu hohen freien Kapazitäten über die Reduzierung der Zügigkeit oder auch über die Schließung ganzer Schulen nachdenkt. Wenn aber durch einen Schulträger die Aufnahmekapazitäten einer vehement nachgefragten Schulform künstlich verknappt werden, so kann das nicht akzeptiert werden. Dass der offenkundige Elternwille zugunsten einer Schulform mit nachweislich weniger Perspektiven für die betroffenen Kinder ignoriert wird, ist einmalig in der NRW-Schullandschaft. Hier wird in jedem Jahr zusätzlich 120 Kindern ganz bewusst die Chance einer besseren Entwicklung genommen. Solche Entscheidungen sind nach Meinung der Landeselternschaft Grundschulen NW nicht verantwortbar."

Ergänzend stellt Jörg Nicolaye vom Landeselternrat der Gesamtschulen fest: "Die Gesamtschulen in Nordrhein-Westfalen haben sich in den letzten 40 Jahren bewährt. Landesweit wurden in diesem Jahr 24,7 % der Viertklässler angemeldet. Die Gesamtschulplätze reichen aber bei Weitem nicht aus. Mehr als 14 600 Kinder mussten in diesem Jahr wieder wegen Platzmangels abgelehnt werden. Der Landeselternrat fordert deshalb von der Landesregierung die Einrichtung neuer Gesamtschulen."

Diese Position wird unterstrichen durch die Stellungnahme der Schulpflegschaft der Dieter-Forte-Gesamtschule. Der Vorsitzende Hans Jenschke erklärt dazu: "Die Gesamtschule ist eine Schule für Alle. Das, was sich bei der Grundschule bewährt, nämlich die Breite der Begabungen der Schüler innerhalb eines Jahrgangs, ist auch das Erfolgsprinzip der Gesamtschule. Das bedeutet, dass grundsätzlich alle Schülerinnen und Schüler, die die Versetzung in die 5. Klasse erhalten und damit auf die weiterführende Schule übergehen dürfen, den Anspruch darauf haben, ihre Schulzeit in einer Gesamtschule fortzusetzen. Dieses gilt unabhängig von der Empfehlung, die sie im Sinne des dreigliedrigen Schulsystems in eine Leistungsgruppe einordnet. Eine künstliche Verknappung der Gesamtschulplätze in Düsseldorf würde jährlich 120 Kindern dieses Recht verwehren, ohne Not, denn die Plätze sind ja da."

Die Vorsitzende der Schulpflegschaft der Heinrich-Heine-Gesamtschule, Ute Neuhaus, weist darauf hin, dass "… bei einer Vierzügigkeit noch weniger Schulwechsler, z.B. aus den Gymnasien, in der Sekundarstufe I einen Platz erhalten können. Die Nachfrage nach diesen Plätzen ist seit der Einführung des G8-Abiturs an Gymnasien stark angestiegen."

Werner Kerski, Vorsitzender der GGG NRW, sieht in der Düsseldorfer Entscheidung die Fortsetzung der bildungspolitischen Linie der Landesregierung: "An vielen Orten in NRW wünschen sich Eltern ein Gesamtschulangebot. Die Landesregierung versucht mit aller Kraft, jeden Versuch einer Neugründung schon im Ansatz zu behindern. Die Landesregierung schränkt das Elternrecht auf eine freie Schulwahl aus ideologischen Gründen ein. Der Düsseldorfer Beschluss erscheint folglich als logische Fortsetzung der Landespolitik."

Er ergänzt: "Das Ergebnis einer Abiturientenbefragung zeigt, dass die Skepsis der Eltern in Bezug auf die Grundschulprognose begründet ist. 70 % der Abiturienten an Gesamtschulen des Jahres 2009 hatten keine Empfehlung für das Gymnasium. Das gemeinsame Lernen und das Offenhalten der Schullaufbahn sind die Markenzeichen der Gesamtschule. Mit diesem Konzept öffnet die Gesamtschule ihren Schülerinnen und Schülern zusätzliche Bildungschancen."


Zur Veröffentlichung freigegeben - Landeselternrat der Gesamtschulen NW e.V. (LER) / bildungsklick.de


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