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Bildungscontrolling: Betriebe schauen vor allem auf die Kosten

Mehr zu: Bildungsausgaben, Lebenslanges Lernen, Statistik, Weiterbildung, Weiterbildung
Bonn, 15.12.2009 -

Bildungscontrolling hat im Vergleich der Jahre 1997 und 2008 in deutschen Betrieben an Bedeutung und Verbreitung zugenommen. Etwa jeder zweite Betrieb wendet aktuell zumindest einzelne Maßnahmen des Bildungscontrollings in seinem Unternehmen an. Dabei gilt: Je größer der Betrieb, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er Bildungscontrolling einsetzt. Aber auch viele Kleinbetriebe setzen zumindest Teile von Bildungscontrolling ein und sind zum Beispiel noch mehr als größere Unternehmen daran interessiert, sowohl die Kosten als auch den Nutzen von Weiterbildungen zu erfassen. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) unter rund 1.400 Betrieben.

Bildungscontrolling darf dabei nicht als Weiterbildungskontrolle verstanden werden. Es bedeu-tet vielmehr, dass die Planung, Messung, Bewertung und Steuerung von Weiterbildungsmaßnahmen im Betrieb systematisch und zyklisch ineinandergreifen. Bildungscontrolling ist ein Konzept, das ein Ablauf- und Phasenmodell für das Management betrieblicher Weiterbildung zur Verfügung stellt. Es umfasst die Bedarfsanalyse, die Realisierung von einzelnen Maßnahmen, die Erfolgskontrolle und die Transfersicherung.

Deutliche Unterschiede sind beim Einsatz von Bildungscontrolling in den jeweiligen Betriebsgrößenklassen festzustellen. So nutzen rund 85 % der Großbetriebe (über 500 Beschäftigte) Bildungscontrolling umfassend oder teilweise, während dies bei den Kleinstbetrieben (1 - 9 Beschäftigte) für nur knapp 45 % gilt. Ein Grund hierfür ist laut BIBB-Studie, dass Bildungscontrolling personale und finanzielle Ressourcen im Unternehmen benötigt, die in Kleinbe-trieben (unter 50 Beschäftigte) kaum zur Verfügung stehen.

Auch ist die Schere zwischen Groß- und Kleinbetrieben im Vergleich zu 1997 weiter ausein-andergegangen. Während die Bedeutung und der Einsatz von Bildungscontrolling bei Großbetrieben um mehr als 20 Prozentpunkte und bei mittleren Betrieben (50 - 499 Beschäftigte) um mehr als 10 Prozentpunkte wuchsen, ist bei Kleinbetrieben eine stagnierende bzw. leicht rückläufige Entwicklung festzustellen.

Wichtigstes Instrument beim Einsatz von Bildungscontrolling ist die Erfassung der Weiterbildungskosten. Über alle Betriebsgrößenklassen hinweg ist hier im Vergleich zu 1997 ein Zuwachs von rund 8 Prozentpunkten zu verzeichnen. Dabei ist laut BIBB-Studie das Interesse an einer ausgewogenen Kosten-Nutzen-Bilanz bei kleineren Betrieben deutlich größer ausgeprägt als bei mittleren und Großbetrieben. Ein Grund hierfür ist, dass bei Kleinbetrieben der Nutzen von Weiterbildungen wegen der geringeren Betriebsgröße und des daraus folgenden engeren und persönlicheren Umgangs besser beobachtet und bewertet werden kann.

Allerdings - so die BIBB-Studie - sei die Stagnation beim Einsatz von Bildungscontrolling in Kleinbetrieben nicht als Zeichen von Desinteresse zu verstehen. Der partielle Einsatz habe vor allem pragmatische Gründe, da ein umfassender und vollständiger Controlling-Zyklus gerade Kleinbetriebe finanziell und organisatorisch überfordere. Gerade diese Betriebe wünschten sich daher mehr selektive und punktuelle Bildungscontrolling-Konzepte, die auch mit einer externen Qualifizierungsberatung verbunden werden können.

Weiterführende Informationen enthält die neue Ausgabe des BIBB REPORT 13/09: "Bildungscontrolling: Vor allem in Großbetrieben ein Thema". Sie kann im Internetangebot des BIBB unter www.bibb.de/bibbreport kostenlos heruntergeladen werden.

Auskünfte im BIBB erteilt:
Dr. Bernd Käpplinger, Tel.: 0228 / 107-2601; E-Mail:

Ansprechpartner

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