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"Weder Teufelszeug noch Wundermittel"

Grüne Gentechnik: Neue Broschüre der DFG will umfassend über Potenziale und Risiken informieren und öffentliche Diskussion versachlichen

Mehr zu: Deutschland, Ethik, Europa, Forschung, Nachhaltigkeit, Schulstress, Hochschule
Bonn, 16.12.2009 -

Wenige Themen aus den Lebenswissenschaften haben die öffentliche Diskussion in Deutschland in den letzten Jahren so sehr geprägt wie die Grüne Gentechnik. Ihre Methoden zur Übertragung von artfremden Genen in Pflanzen haben längst Eingang in die Grundlagenforschung gefunden. Auch in der landwirtschaftlichen Praxis wird die Grüne Gentechnik inzwischen zur Züchtung neuer Sorten eingesetzt. In weiten Teilen der Öffentlichkeit wird sie hingegen weiter skeptisch beurteilt oder abgelehnt – bis hin zur gewaltsamen Zerstörung von Freilandversuchsfeldern mit transgenen Pflanzen. Um die Diskussion zu versachlichen und umfassend über die Grüne Gentechnik zu informieren, hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) jetzt eine allgemein verständliche und reich illustrierte Broschüre zum Thema veröffentlicht.

"Die Wissenschaft ist in einer besonderen Verantwortung, wenn es um die Aufklärung der interessierten Öffentlichkeit geht", heißt es im gemeinsamen Vorwort der Broschüre von DFG-Präsident Professor Dr.-Ing. Matthias Kleiner und Professor Dr. Dr. h.c. mult. Jörg Hacker, der sechs Jahre lang als DFG-Vizepräsident auch für Fragestellungen aus den Lebenswissenschaften zuständig war. Dieser Aufgabe zur Information und Aufklärung will die DFG mit ihrer Publikation nachkommen.

Auf rund 100 Seiten versucht die Broschüre "Grüne Gentechnik", kompetent, ausgewogen und verständlich alle relevanten Aspekte des Themas zu umreißen. Behandelt werden sowohl der Zusammenhang von Pflanzenzüchtung und Grüner Gentechnik aus historisch gewachsener Perspektive als auch die aktuellen Potenziale bei der Anwendung, die sich von der Toleranz neu gezüchteter Sorten gegen biotischen und abiotischen Stress oder Herbizide über die Qualitätssteigerung von Nahrungs- und Futtermitteln bis hin zur Bereitstellung pharmazeutisch relevanter Inhaltsstoffe für Arzneien oder nachwachsenden Rohstoffen erstreckt. Aber auch ökologische Risiken oder mögliche Auswirkungen für den Verbraucher kommen zur Sprache. Ein Abschlusskapitel ist den betriebswirtschaftlichen, sozialen, volkwirtschaftlichen, politischen und rechtlichen Aspekten der Grünen Gentechnik gewidmet.

Die Grüne Gentechnik sei "weder Teufelszeug noch Wundermittel", lautet das Resümee der Broschüre. Die Entwicklungen in diesem Bereich seien jedoch weitgehend positiv – und zudem für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland von zentraler Bedeutung. "Aus der ablehnenden Haltung der deutschen und europäischen Öffentlichkeit und Politik gegenüber der Grünen Gentechnik resultiert nicht nur ein deutlicher Wettbewerbsnachteil für die hiesige Landwirtschaft und Agrarforschung", schreiben die Autorinnen und Autoren im Schlusskapitel. "Die Behinderung oder Blockade einer verantwortungsbewussten Erforschung und Nutzung der Grünen Gentechnik ist ungerechtfertigt und wird unsere Zukunftschancen verringern."

Die DFG-Broschüre zur Grünen Gentechnik geht auf die Initiative der beiden DFG-Senatskommissionen "Stoffe und Ressourcen in der Landwirtschaft" beziehungsweise "Grundsatzfragen der Genforschung" zurück. Geschrieben wurde sie von ausgewiesenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und einer renommierten Wissenschaftsjournalistin.

Hinweis für Redaktionen:
Rezensionsexemplare der Broschüre zur Grünen Gentechnik können im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG angefordert werden. Ansprechpartner ist Michael Hönscheid, Tel. +49 228 885-2109,

Weiterführende Informationen
Ansprechpartnerin in der DFG-Geschäftsstelle zur Grünen Gentechnik: Dr. Patricia Schmitz-Möller, Tel. +49 228 885-2797,

Ansprechpartner

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