GEW Baden-Württemberg
Werkrealschule: Gutes Konzept für Schulbusunternehmen?
GEW: Pädagogischer Rückschritt und organisatorisches Monstrum
Mehr zu: Baden-Württemberg, Berufsfachschule, Bildungswesen, Hauptschule, Schulentwicklung, Schulweg, Schulzentrum, Werkrealschule, SchuleDie Bildungsgewerkschaft GEW bezeichnet die neue Werkrealschule nach Ende der Antragsfrist für die Schulträger als "bildungspolitische Sackgasse ohne pädagogische Verbesserung für die Schülerinnen und Schüler". Bis zum 15. Dezember mussten die Schulträger ihre Anträge auf Einrichtung einer Werkrealschule zum Schuljahr 2010/11 stellen.
"Die Entscheidungen in den Kommunen sind in den vergangenen Wochen nicht aus pädagogischen Gründen getroffen worden. Mit der Werkrealschule werden nicht die Hauptschulen weiterentwickelt, sondern der Landesregierung geht es um die Schließung kleiner Hauptschulen, die Einsparung von Personalkosten und die Ablenkung von der immer größeren Unzufriedenheit der Eltern mit der Trennung der Kinder nach der vierten Klasse", sagte am Mittwoch (16.12.) in Stuttgart Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Die GEW kritisiert, dass die Schüler/innen mit der Werkrealschule aus ihren stabilen Klassengemeinschaften gerissen werden, es keine zusätzliche Förderung gibt und die Klassen größer werden. "Für die Schülerinnen und Schüler gibt es keine einzige Stunde zusätzliche Förderung und der Zusatzunterricht zur beruflichen Orientierung wird fehlende Schlüsselqualifikationen nicht ausgleichen können. Durch Aufteilung auf verschiedene Schulstandorte, Aufspaltung in Profile und neue Klassenzusammensetzungen in der 10. Klasse wird ausgerechnet den Schülerinnen und Schülern in der Hauptschule ihre stabile Bezugsgruppe weggenommen", sagte Moritz. Als ersten Schritt fordert die GEW das 10. Schuljahr an Hauptschulen für alle Hauptschüler/innen.
Die GEW weist auch darauf hin, dass unter anderem noch nicht geklärt ist, wie die Lehrer/innen an Hauptschulen und Beruflichen Schulen ohne zusätzliche Arbeitszeit ihre Kooperation organisieren sollen, wer den zusätzlichen Schülerverkehr im ländlichen Raum organisiert und bezahlt oder welche Konsequenzen das Modell für die Berufsfachschulen haben wird.
Weitere Informationen: www.gew-bw.de
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