Köhler mahnt Aufbruch in der Bildung an: VBE stellt sich hinter den Bundespräsidenten
Mehr zu: Bildungsausgaben, Schulverwaltung, Sonderschulen, Statistik, Sonderthemen, Schule"Ein wirklicher Aufbruch in der Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungspolitik in Europa ist nicht zu erkennen. Hatten sich die Staats- und Regierungschefs vor zehn Jahren nicht vorgenommen, Europa zum innovativsten, wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum zu machen?", sagte Bundespräsident Köhler anlässlich der diesjährigen Verleihung des Karlspreises in Aachen am heutigen Sonntag.
Damit, so Ekkehard Gabriel, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) in Südbaden, stelle sich nach Roman Herzog mit seiner "Ruck-Rede" im Jahre 1997 zum zweiten Mal ein Bundespräsident an die Seite derer, die berechtigterweise deutliche Verbesserungen für den Bereich Bildung fordern.
Der VBE verkenne nicht, dass Kultusminister Helmut Rau und große Teile des Landeskabinetts sowie der Landtagsabgeordneten die aller-drastischten Einschnitte bei der Bildungspolitik verhindern. Dennoch könne sich ein Berufsverband wie der VBE weitere Verbesserungen in der Bildungslandschaft vorstellen. Noch immer sei es mit Klassengrößen von bis zu 32 Schülerinnen und Schülern den Lehrkräften kaum möglich, die unterschiedlichsten Charaktere in einer Klasse ausreichend und gleichzeitig zu fördern. Auch der Arbeits- und Gesundheitsschutz für Lehrkräfte erführe durch kleinere Klassen eine deutliche Verbesserung.
Gabriel: "Ein Aufbruch in der Bildungslandschaft Baden-Württembergs bedeutet auch, den Schulen mehr Personal zur Verfügung zu stellen. Berufs- und Sonderschulen sind seit Jahren sträflich unterversorgt. In den anderen Schularten werden die Lehrkräfte am unterst möglichen Level ausgerichtet, so dass jede Abwesenheit einer Lehrkraft die Schulverwaltung vor teilweise unlösbare Probleme stellt. Wenn dann entstehende Versorgungslöcher mit nicht pädagogisch ausgebildetem Personal gestopft werden, hört für den VBE der Spaß auf", stellt Gabriel fest. Die hohe Anzahl der Krankheitsverträge schon zu Beginn eines Schuljahres lasse vermuten, dass die knappe Einstellungsrate ein hausgemachtes Sparprogramm sind. Mit dem Ansinnen von Köhlers Rede in Aachen sei das nicht in Einklang zu bringen, ist Gabriel überzeugt. Er forderte die in der Bildungspolitik Verantwortlichen auf, im Sinne des Bundespräsidenten umzudenken.
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