Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
Lehrerschulungen zum Thema Essstörungen mit hoher Nachfrage
Mehr zu: Bayern, Ernährung, Gesundheit, Lehrerbildung, Prävention, Schulverwaltung, Weiterbildung, SchuleAuf enorme Resonanz stößt "bauchgefühl", ein staatlich anerkanntes Fortbildungsprogramm zur Prävention von Essstörungen, bei Bayerns Lehrkräften: Über 300 Lehrinnen und Lehrer an über 200 weiterführenden Schulen werden allein in Schwaben an dem Fortbildungsprogramm zum Thema Essstörungen teilnehmen. Das sind über 70 Prozent der Haupt-, Realschulen und Gymnasien der Region, teilen die Projektträger, das Kultusministerium und Landesverband der Betriebskrankenkassen in Bayern, mit. Das Fortbildungsprogramm zu dem die jeweilige Schulaufsicht alle weiterführenden Schulen nach Bezirken einlädt, wird im Laufe des kommenden Jahres in ganz Bayern angeboten.
"Das große Interesse der Lehrerinnen und Lehrer aller Fachrichtungen an unserem Fortbildungsangebot zeigt, dass der Handlungsbedarf hier besonders hoch ist. Denn Essstörungen sind ein ernst zu nehmendes Problem, das immer mehr Jugendliche in der Altersgruppe der 11 bis 17-Jährigen betrifft. Ich bin deshalb sehr froh, dass wir mit Unterstützung der Betriebskrankenkassen dieses Thema in Bayerns Schulen vertiefen können", erklärt der Schirmherr der Initiative "bauchgefühl", Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber.
Werner Rychel, Vorstand des BKK Landesverbandes Bayern, ist vom Anknüpfungsort Schule für Präventionsprojekte überzeugt: "Das Netzwerk Schule ist ein idealer Ort, das Thema Essstörungen zu thematisieren. Denn es ist wichtig, gesundheitsgefährdenden Entwicklungen, wie Schlankheitswahn und extremes Übergewicht, so früh wie möglich zu begegnen."
Das modular aufgebaute Unterrichtsprogramm bauchgefühl ist für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen sechs bis neun konzipiert. In Bayern haben alle weiterführenden Schulen die Möglichkeit, an einer staatlich anerkannten Fortbildung zum Unterrichtsprogramm "bauchgefühl" kostenlos teilzunehmen. Organisiert und getragen wird das Projekt vom bayerischen Kultusministerium und den Betriebskrankenkassen in Bayern. Zahlreiche weitere vorwiegend webbasierte Bausteine rund um das Problem Essstörungen sollen die Basis schaffen für eine offene Diskussion von Schülern, Eltern und Lehrern. Die Internetseite www.bkk-bauchgefuehl.de ist das zentrale und umrahmende Modul der Initiative. Hier können sich Jugendliche beispielsweise mittels Podcasts und Interviews informieren, im Online-Forum untereinander austauschen und auch anonym beraten lassen.
Hintergrund:
Essstörungen gehören in der modernen Gesellschaft zu den am meisten verbreiteten psychosomatischen Erkrankungen unter Jugendlichen und jungen Frauen. Verstanden werden unter diesem Begriff mehrere unterschiedliche Krankheitsbilder. Zu den bekanntesten zählen die Magersucht (Anorexia nervosa), die Ess- und Brechsucht (Bulimia nervosa), die Binge-Eating-Störung (Essattacken ohne gewichtsregulierende Gegensteuerung) und die Fettsucht (Adipositas), wobei Mischformen häufig sind und die Übergänge fließend. Allen Krankheitsbildern gemeinsam ist jedoch, dass sie sich durch ein gestörtes Verhältnis zum Essen und zum eigenen Körper äußern.
Einer Studie des Robert-Koch-Institutes zufolge zeigt inzwischen jedes dritte Mädchen im Alter von 11 bis 17 Jahren Ansätze zu einer Essstörung. Bei Jungen der gleichen Altersgruppe zeigen sich bei 15 Prozent die Symptome. Nach aktuellen BKK-Versichertendaten haben sich bei 1,3 Prozent der weiblichen 15-29-Jährigen schwerwiegende und schwer behandelbare Essstörungen als Krankheitsbild manifestiert. Essstörungen gehören damit in den westlichen Gesellschaften zu den häufigsten psychosomatischen Erkrankungen unter Jugendlichen und jungen Frauen. Weitere Informationen unter: www.bkk-bauchgefuehl.de
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