Sächsisches Staatsministerium für Kultus
Koordinierungsstelle Alphabetisierung startet im neuen Jahr
Mehr zu: Analphabetismus, Ausbildungsreife, Bildungschancen, Europa, Jugendhilfe und Sozialarbeit, Sachsen, SonderthemenAm 1. Januar 2010 wird in Sachsen eine Koordinierungsstelle Alphabetisierung eingerichtet. Aufgabe der Stelle ist es, die Alphabetisierungsarbeit im Freistaat weiter zu verbessern. Derzeit leben rund 200.000 Analphabeten in Sachsen. Sie verfügen über so geringe Lese- und Schreibkenntnisse, dass sie nicht in der Lage sind, die Mindestanforderungen der Schriftsprache zu erfüllen. "Mit der Einrichtung einer Koordinierungsstelle Alphabetisierung soll diesen Menschen noch besser und zielgerichteter geholfen werden", so Kultusminister Roland Wöller.
Die Koordinierungsstelle mit ihren regionalen Standorten in Plauen, Dresden, Leipzig und Chemnitz soll den Analphabeten, aber auch interessierten Bürgern als Anlaufstelle dienen. "Wir müssen die Öffentlichkeit für das Problem Analphabetismus sensibilisieren und die Akzeptanz der Bildungsangebote fördern", so der Minister weiter. Oberstes Ziel sei es, durch gezielte Lese- und Schreibkurse, die Anzahl der Analphabeten zu minimieren und sie besser in die Gesellschaft sowie in das Erwerbsleben zu integrieren.
Bereits in den vergangenen Jahren wurden Kurse für Analphabeten angeboten. Die jetzt geschaffene Koordinierungsstelle soll dazu beitragen, die Zahl der Alphabetisierungsangebote zu erhöhen und sie flächendeckend anzubieten. Der Projektträger für die Koordinierungsstelle Alphabetisierung ist die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gemeinnützige Gesellschaft mbH, Akademie Plauen. Der Träger der Einrichtung ist Ansprechpartner von Betroffenen und Angehörigen, er initiiert und vermittelt die Bildungskurse und arbeitet unter anderem mit Bildungsträgern sowie den Sozialen Diensten zusammen, um die Konzepte zur Analphabetisierung im Rahmen eines dichten Netzwerkes zu verbessern. Für die Bildungsträger, die Träger Sozialer Dienste, die Träger der Grundsicherung und sonstige in Betracht kommende Partner sollen Fachveranstaltungen durchgeführt werden, die dem Austausch von Informationen dienen. Die Finanzierung der Koordinierungsstelle Alphabetisierung erfolgt über einen Zeitraum von 3 Jahren durch Fördermittel aus dem Europäischen Sozialfonds.
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