Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
Regierung: Neuer Bericht über unbesetzte Studienplätze im Frühjahr
Bildung und Forschung/Antwort
Mehr zu: Bologna-Prozess, Europa, Studienplatzbörse, Studienwahl, Hochschule(hib/ELA/CHE) Die Bundesregierung plant, beim Bologna-Gipfel am 12. April 2010 alle Hochschulakteure wie die Mitglieder der Hochschulrektorenkonferenz, Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Studierendenvertreter mit einzubeziehen. Dies kündigt sie in ihrer Antwort (17/373) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (17/183) an. "Die Studierenden werden beim Bologna-Prozess stärker beteiligt als je zuvor in bildungspolitischen Fragen", heißt es weiter. Sie seien vertreten bei den Ministerkonferenzen, in der nationalen Bologna-Arbeitsgruppe sowie in der internationalen Bologna Follow up Group, in vielen internationalen Arbeitsgruppen, in Bologna-Projekten der Europäischen Union und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), im Akkreditierungsrat, regelmäßig auch in Hochschulgremien, die sich mit dem Bologna-Prozess befassten.
Auf die Frage, wie viele Studienplätze aufgrund der nach Aussagen der Fragesteller "schlecht" organisierten oder ausgrenzenden Zulassungsverfahren der Hochschulen in den vergangene beiden Semestern unbesetzt geblieben seien, antwortet die Regierung: Soweit sich die Frage auf Studiengänge mit örtlichen Zulassungsbeschränkungen beziehe, lägen "keine statistisch fundierten Erkenntnisse" vor. Grund dafür sei, dass es darüber aus den Ländern keine statistischen Erhebungen gebe. Derzeit erstelle die Kultusministerkonferenz der Länder auf Ersuchen des BMBF jedoch einen Bericht über die Ergebnisse der Zulassungsverfahren zum Wintersemester 2009/2010. Damit würden dann – voraussichtlich im Frühjahr 2010 – erstmals "valide und belastbare Daten" über die Zahl der in örtlichen zulassungsbeschränkten Studiengängen unbesetzt gebliebenen Studienplätzen verfügbar sein. "In Studiengängen mit bundeweiten Zulassungsbeschränkungen bleiben praktisch keine Studienplätze unbesetzt", schreibt die Regierung.
Über nachteilige Veränderungen bei der sozialen Zusammensetzung der Studierenden durch das erweiterte Selbstauswahlrecht der Hochschulen liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor. "Die Ergebnisse der 18. Sozialerhebung zeigen, dass sich über den Zeitraum der letzten zwei Jahrzehnte die Bildungsbeteiligung der Kinder aus eher bildungsfernen Herkunftsmilieus tendenziell verbessert hat", heißt es weiter.
Zum Thema Bachlor-/Masterabschluss schreibt die Bundesregierung, dass "diejenigen, die den Bachelor bestehen, grundsätzlich auch ein Masterstudium aufnehmen dürfen". Geeignete Bachelor-Absolventen sollten aber selbst entscheiden können, ob sie dies wollten oder nicht. "Die Bundesregierung ist daher gegen eine Quote", heißt es in der Antwort. Grundsätzlich hätten Bachelor-Absolventen "gute Berufschancen", schreibt die Regierung und verweist auf eine Studie des Internationalen Zentrums für Hochschulforschung in Kassel.
Bei der Frage nach Vorausberechnungen der Studienanfängerzahlen bis zum Jahr 2010 beruft sich die Regierung mangels eigener Zahlen auf die Kultusministerkonferenz, nach deren Angaben in diesem Jahr 443.310 junge Menschen ein Studium beginnen werden, diese Zahl auf 492.520 in 2013 ansteigt, um dann bis 2020 auf 407.320 zu sinken.
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