GEW Nordrhein-Westfalen
GEW: So wird Lehrermangel produziert
Schulministerium verweigert Lehrerbedarfsprognose
Mehr zu: Bildung in Zahlen, Lehrermangel, Nordrhein-Westfalen, SchuleDas Schulministerium will einer Aufforderung der GEW vorerst nicht nachkommen, endlich eine neue Prognose für den künftigen Lehrerbedarf in NRW zu erstellen. In einem Schreiben an den GEW-Landesvorsitzenden Andreas Meyer-Lauber bestätigte Staatssekretär Günter Winands, dass insbesondere in den Schulen der Sekundarstufe II eine Überarbeitung des Einstellungsbedarfs und der Einstellungsaussichten erforderlich sei. Gleichwohl wolle das Schulministerium aber zunächst die Entwicklung in der Lehrerausbildung an den Universitäten abwarten.
Für die GEW sind das fadenscheinige Gründe. "Vor der Landtagswahl gibt es keine neuen Zahlen und das ist politisch so gewollt", erklärte heute GEW-Landesvorsitzender Andreas Meyer-Lauber in Essen.
Die derzeitige Prognose des Schulministeriums stammt von Anfang 2007 und basiert auf Zahlen von 2006. Insbesondere vor dem Hintergrund des derzeitigen Lehrermangels kritisiert die GEW die Untätigkeit des Schulministeriums. "Die Abiturienten entscheiden jetzt, welches Lehramt und welche Fächer sie studieren wollen", drängt Meyer-Lauber. "Entscheidungen von heute produzieren den Lehrermangel von morgen." Aus diesem Grund sei eine neue Bedarfsprognose, in welchen Fächern an welchen Schulformen künftig Lehrer nachgefragt sind, dringend erforderlich.
Die GEW rechnet mit über 2.500 neuen Lehrkräften, die am 1. Februar 2010 ihren Dienst antreten. Mehrere hundert ausgeschriebene Stellen konnten jedoch bislang nicht besetzt werden, weil es keine Bewerber gab. Vor allem die gewerblich-technischen Berufskollegs klagen über Lehrermangel, aber auch an Gymnasien und Gesamtschulen sind Stellen vakant.
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