Hessisches Kultusministerium
Kinder von Schaustellern und Zirkusfamilien erwerben qualifizierten Schulabschluss
"Jugendliche erhalten klare Perspektive für die Zukunft"
Mehr zu: Abschlussprüfungen, Deutschland, Hauptschule, Hessen, Zusatzqualifikation, Berufliche Bildung, SchuleZwölf Kinder von Schaustellern und Zirkusfamilien haben an der Berufsschule in Nidda derzeit die Möglichkeit, einen qualifizierten Schulabschluss zu erwerben. Mit dem Bildungsangebot "BeKoSch" (berufliche Kompetenz für Schausteller) gehört Hessen zusammen mit Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein zu den einzigen drei Standorten in Deutschland, die speziell zu dieser Jahreszeit diese Berufsbildungsangebote durchführen. Für dieses Blockangebot werden regelmäßig die Wintermonate ausgewählt, da das Fahrgeschäft der beruflich Reisenden in der Regel in der Winterpause stillsteht. "Wir geben den Jugendlichen damit die Chance, sich neben ihrer Beschäftigung im elterlichen Gewerbe eine Zusatzqualifikation anzueignen und damit eine klare Perspektive für die Zukunft2, sagte Kultusministerin Dorothea Henzler.
Die Themen der Lehrgänge seien dazu speziell auf den Bedarf der Jugendlichen aus Schausteller- und Zirkusfamilien ausgerichtet: Zwei der vier 14-tägigen Lehrgänge mit gewerblich-technischem Schwerpunkt behandeln daher Themenbereiche der Kraftfahrzeugtechnik und Fahrzeugkunde sowie der Schweiß- und Holztechnik. Die anderen beiden Lehrgänge mit betriebswirtschaftlichem Schwerpunkt beschäftigen sich u. a. mit "Marketing im Schaustellergewerbe" oder auch mit "Gewerblicher Finanzierung" Besonderer Wert wird darauf gelegt, dass Theorie und Praxis unmittelbaren Bezug zum Arbeitsfeld der beruflich reisenden Familien haben.
Die Qualifizierung hat am 4. Januar begonnen und wird am 12. Februar beendet sein. Danach werden die Jugendlichen auf der Grundlage von individuellen, computergestützten Lernprogrammen das 10. Schuljahr fortsetzen und am Ende des Jahres ihre schulische Laufbahn vorerst mit einem Hauptschulabschluss beenden können.
Von Jahr zu Jahr ist das Interesse an qualifizierten Schulabschlüssen bei den Kindern beruflich Reisender gewachsen, sodass die angebotenen zwölf Plätze in der Berufsschule Nidda sehr gefragt waren. Um den Anfragen nachzukommen, findet eine enge Zusammenarbeit zwischen den drei Standorten in Hessen, NRW und Schleswig-Holstein statt.
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