GEW Bremen
Schritt in die richtige Richtung
Mehr zu: Bremen, Lehrerbildung, Lehrermangel, Weiterbildung, SchuleDie GEW Bremen begrüßt den Beschluss der Deputation für Bildung von gestern, die Referendarsstellen für Lehrkräfte im Lande Bremen um 100 Stellen zu erhöhen. Damit werden zukünftig 550 statt 450 angehende Lehrerinnen und Lehrer für ihren Beruf qualifiziert. Ebenso positiv sieht die Bildungsgewerkschaft die Festlegung, nunmehr vier Einstellungstermine für den Einstieg in die zweite Phase der Lehrerausbildung vorzuhalten.
Kritisch schätzt die GEW allerdings die Finanzierung dieser Maßnahme ein. Durch die Anrechnung der Referendare auf die Gesamtzahl der Lehrerstellen werden gleichzeitig personelle Ressourcen gekürzt, welche die Schulen für ihre Qualitätsentwicklung dringend benötigen.
Im Hinblick auf eine angemessene Lehrerversorgung sieht die GEW mit diesen Beschlüssen eine ihrer wichtigen Forderungen allerdings nahezu erfüllt.
Zur Erinnerung:
Im August 2009 hatten die fünf norddeutschen Landesverbände der GEW ein Gutachten von Prof. Klaus Klemm vorgelegt. Damit wurde nachgewiesen, dass weder die Zahl der Studierenden noch die Zahl der Referendarsplätze ausreicht, um den Bedarf an Lehrkräften der Jahre bis 2015 zu decken. Allein das Land Bremen benötigt jährlich Neueinstellung in der Größenordnung von 370 Personen.
Die GEW hatte daraufhin ein Sofortprogramm zur Lehrerausbildung gefordert, das u.a. folgende Punkte umfasste:
die Aufstockung der Referendarsplätze auf 600 Stellen;
die Reduzierung des bedarfsdeckenden Unterrichts für Referendare von 10 auf 6 Stunden;
mehr Zeit für Mentoren und MitarbeiterInnen des Landesinstituts für Schule, um eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu gewährleisten;
ein gezieltes Weiterbildungsprogramm in Mangelfächern für KollegInnen im Dienst.
Nach dem richtigen Ansatz, die Referendarszahlen zu erhöhen, müssen nun weitere Schritte folgen. Priorität für die GEW haben dabei die Reduzierung des bedarfsdeckenden Unterrichts und die Verbesserung der Ausbildungsbedingungen an den Schulen und am Landesinstitut. Mehr Referendare bedeuten auch für die Ausbilder mehr Arbeit.
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