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Übergänge auf weiterführende Schulen zum Schuljahr 2009/10: Gymnasien überspringen 40-Prozent-Hürde

Mehr zu: Baden-Württemberg, Durchlässigkeit, Grundschulempfehlung, Hauptschule, Statistik, Übertritt, Schule
Stuttgart, 19.01.2010 -

Bei den Übergängen von den Grundschulen des Landes auf weiterführende Schulen hat sich der Abwärtstrend bei den Hauptschulen ebenso wie der Aufwärtstrend bei den Gymnasien weiter fortgesetzt, dies aber recht moderat. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, wechselten zum Schuljahr 2009/10 von den gut 107 100 Viertklässlern1) an den Grundschulen in Baden-Württemberg 24,6 Prozent auf eine Hauptschule; dies waren 0,5 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Die Realschulen blieben mit 34 Prozent genau auf Vorjahresniveau. Dagegen nahm die Übergangsquote bei den Gymnasien noch einmal leicht zu auf 40,2 Prozent (Vorjahr 39,7 Prozent).

Vor 30 Jahren (1979) war die Hauptschule mit einer Übergangsquote von 40 Prozent noch die eindeutig vorherrschende Schulart, auf eine Realschule wechselten 25 Prozent, auf ein Gymnasium 30 Prozent der damaligen Viertklässler. 15 Jahre später (1994) war die Hauptschule mit einem Anteil von 37 Prozent zwar immer noch die stärkste Schulart, aber Realschule und Gymnasium konnten bereits auf 30 bzw. 31 Prozent zulegen. Seither sind die Übergangsquoten auf das Gymnasium von Jahr zu Jahr gestiegen und gleichzeitig die Quoten auf die Hauptschule gesunken.

Das Übergangsverhalten zwischen deutschen und ausländischen Schülern fiel zum Schuljahr 2009/10 erwartungsgemäß wieder sehr unterschiedlich aus. Von den rund 93 400 deutschen Viertklässlern, die eine Grundschulempfehlung erhalten hatten, wechselten 21 Prozent auf eine Hauptschule, 35 Prozent auf eine Realschule und 43 Prozent auf ein Gymnasium. Von den rund 13 500 ausländischen Viertklässlern, die eine Grundschulempfehlung erhalten hatten, wechselte dagegen jeder zweite auf eine Hauptschule, und nur gut jeder fünfte auf ein Gymnasium.

Zwischen den einzelnen Stadt- und Landkreisen gab es weiterhin große regionale Unterschiede. So schwankten bereits die Grundschulempfehlungen "Hauptschule" zwischen 14,7 Prozent im Stadtkreis Freiburg und 35 Prozent im Stadtkreis Heilbronn. Eine Grundschulempfehlung "Hauptschule oder Realschule" wurde mit 19,7 Prozent am seltensten in Heidelberg ausgesprochen, am häufigsten mit 32,1 Prozent im Landkreis Emmendingen. Den Besuch des Gymnasiums ermöglicht hätten im Landkreis Tuttlingen 41 Prozent der Empfehlungen, in Heidelberg dagegen 62,5 Prozent.

Die tatsächlichen Übergangsquoten auf die Hauptschule streuten zwischen 10,9 Prozent im akademisch geprägten Stadtkreis Heidelberg und 32,6 Prozent im Stadtkreis Heilbronn. Auf eine Realschule wechselten von den Viertklässlern zwischen 18 Prozent in Heidelberg und 41,2 Prozent im Hohenlohekreis. Die Übergangsquoten auf das Gymnasium waren mit 27,8 Prozent im Hohenlohekreis am niedrigsten und mit 58,2 Prozent im Stadtkreis Heidelberg am höchsten.

Diese großen Differenzen gehen aber nur zum Teil auf unterschiedliche Empfehlungen der Grundschulen zurück. Oft weichen auch die Elternwünsche von der Grundschulempfehlung ab. So haben im Hohenlohekreis 47,5 Prozent der Viertklässler eine Empfehlung erhalten, die den Besuch eines Gymnasiums ermöglicht hätte. Mehr als ein Drittel der zugehörigen Eltern wollte diese Option aber nicht ausnutzen und bevorzugte stattdessen den Besuch einer Realschule. Landesweit hätte laut Grundschulempfehlung fast jeder zweite Viertklässler (48,7 Prozent, Vorjahr 47,9 Prozent) ein Gymnasium besuchen können; 17,1 Prozent der Eltern verzichteten aber auf die Option Gymnasium (Vorjahr 16,8 Prozent). Andererseits erhielten 25,8 Prozent der Viertklässler die Empfehlung "Hauptschule". Damit waren 25,5 Prozent der Eltern nicht einverstanden (Vorjahr 24,1 Prozent). Der Grundschulempfehlung "Hauptschule oder Realschule" stimmten über 90 Prozent der Eltern zu.

An einer Aufnahmeprüfung als letztem Mittel zur Durchsetzung eines von der Grundschulempfehlung abweichenden Elternwunsches nahmen 2 653 Schüler teil. 278 von ihnen (gut 10 Prozent) erfüllten auf diesem Wege die Anforderungen für den Übergang auf eine Realschule, 82 (3 Prozent) für den Übergang auf ein Gymnasium.

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