Der Verband Deutscher Realschullehrer Niedersachsen (VDR) sieht in den jetzt vom Kultusministerium vorgelegten Erlassentwürfen für die Arbeit in Haupt- und Realschulen ein untaugliches Mittel zur Rettung von Schulstandorten. Diese Erlasse, die als Allheilmittel gemeinsamen Unterricht für Haupt- und Realschüler bis Klasse 8 oder auf Antrag sogar bis Klasse 10 ermöglichen, helfen nicht. "Sie werden zur Folge haben, dass sich der Run zum Gymnasium, oder sagen wir besser zur 'gymnasialen Volksschule', massiv verstärkt", so Manfred Busch, VDR-Landesvorsitzender.
"Eine Wiedereinführung der alten Orientierungsstufe, diesmal ohne die Kinder, die das Gymnasium besuchen, dafür aber von Klasse 5 bis 8 vor sich hin dümpelt, um dann in die Berufsschule überführt zu werden, ist weder für Eltern noch für Schulträger interessant. Diese Vorgabe der Regierungsparteien, die angeblich die Vielgliedrigkeit retten wollen, öffnet den Ruf nach einer gemeinsamen Beschulung aller Kinder vor Ort Tür und Tor. Eltern wollen eine Schule, die zum Abitur führt, Schulträger wollen eine Schule, die angenommen wird. Nur dies rettet auch kleine Schulstandorte langfristig", gibt Busch zu bedenken.