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Letzte Änderung: 30.07.2010, 10:16
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Mittel für Krankheitsvertretungen uneingeschränkt bereitstellen!

Bernd Saur: "Eine weitere Anhäufung von Überstunden im Gymnasialbereich ist völlig ausgeschlossen!" - Zumeldung des Philologenverbandes Baden-Württemberg (PhV BW) zur Pressemitteilung des Kultusministeriums Nr. 08/2010 vom 29. Januar 2010

Mehr zu: Baden-Württemberg, Lehrermangel, Unterrichtsversorgung, Schule
Stuttgart, 29.01.2010 -

Der Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) begrüßt die klare Aussage von Kultusminister Rau, wonach keine notwendige Krankheitsstellvertretung an fehlenden Mitteln scheitert. "Bei längerer Erkrankung einer Lehrkraft sowie bei vorhersehbaren Ausfällen durch Schwangerschaft und Mutterschutz darf der Unterricht nicht einer Lehrerin bzw. einem Lehrer zusätzlich zum Deputat aufgebürdet werden, wenn eine Krankheitsvertretung zur Verfügung steht", so die Forderung des Landesvorsitzenden Bernd Saur. Den bereits an der Grenze ihrer Belastung arbeitenden Lehrerinnen und Lehrern, die jetzt schon durch Mehrarbeitsstunden einen großen Teil der vorhandenen Unterrichtslücken ausbügeln, könne nicht noch mehr Arbeit aufgebürdet werden.

Verbandschef Saur stellte bereits im Oktober letzten Jahres fest: "Wöchentlich werden über 13.000 Überstunden geleistet und rund 1.400 Unterrichtsstunden fallen im Pflichtbereich schon jetzt aus!" Der PhV hatte in einer Berechnung ermittelt, dass allein um die Überstunden abzubauen und den Pflichtunterricht ohne Unterrichtsausfall zu gewährleisten, pro Gymnasium 1,4 Stellen gebraucht werden und zur Abdeckung der Unterrichtsversorgung in den nächsten Jahren noch zusätzlich rund 580 Lehrerstellen nötig wären. Nach einer Stichprobenerhebung im Dezember wurde ein regulärer Unterrichtsausfall von 5,5 Prozent bei den Gymnasien ermittelt.

Saur wies darauf hin, dass die Schulleiterinnen und Schulleiter in den vergangenen Jahren bereits eigenständig Personal für Vertretungsunterricht rekrutiert haben, um mit diesen so genannten Vertragslehrern einen noch höheren Unterrichtsausfall zu vermeiden.

Nach Auffassung des Philologenverbandes sind auch die lt. Kultusministerium bestehenden Spielräume aus dem Ergänzungsbereich kein geeignetes Mittel, um längerfristige Ausfälle aufzufangen, da gerade diese Angebote, wie zum Beispiel Chor, Orchester und Theater, auf Kontinuität angewiesen sind und wertvolle Elemente des schulischen Bildungsangebotes darstellen.

"Die Vermeidung von Unterrichtsausfall darf nicht durch eine unverantwortliche Mehrbelastung der Lehrerinnen und Lehrer und auch nicht durch Reduzierung des Ergänzungsbereiches erkauft werden", so Saur abschließend.

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