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Schulleitung auf dem Verschiebebahnhof

Mehr zu: Baden-Württemberg, Bildung in Zahlen, Bildungsausgaben, Schulmanagement, Schule
Bezirk Südbaden, 02.02.2010 -

Je nach Gebiet und Schulart gleicht die Besetzung von Schulleitungsstellen (Rektoren- und Konrektorenstellen) in Baden-Württemberg wahlweise einem Verschiebebahnhof oder der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Grundsätzlich, so stellt die Leiterin des Referats "Schulleitung" im Verband Bildung und Erziehung (VBE) Südbaden, Amanda Kanstinger (Kenzingen), fest, gelte bisher und weiterhin, dass das Schulleitungsamt nicht nur von der Bezahlung her unattraktiv ist.

Dies erkläre, warum sich auf Stellen teilweise niemand, auf jeden Fall aber zu wenige qualifizierte Kandidaten bewerben. "Durch die Einführung der A13-Beförderung für Hauptschullehrkräfte sind insbesondere Konrektorenstellen in diesen Bereichen recht unattraktiv geworden", weiß die Referatsleiterin. "Bei gleicher Bezahlung wie beförderte Hauptschullehrkräfte haben Konrektoren mehr Arbeit und vor allem auch mehr Verantwortung." Wer wollte da noch ein solches Amt anstreben?" fragt Kanstinger. Ein attraktives Schulleitungsamt erfordere ausreichende Leitungszeit, angemessene Alimentation und das Zur-Seite-Stellen von Verwaltungspersonal.

Ganz andere Probleme wird es nach VBE-Ansicht im Gebiet der neu gebildeten Werkrealschulen geben. Waren es auch bisher in diesem Bereich zu wenig Bewerbungen für Schulleitungsstellen, so werden selbige im Zuge der Neustrukturierung bewusst ausgedünnt. Der VBE sieht die Gefahr, dass bereits in Amt und Würden befindliche Schulleiter zunächst teilweise "geparkt" werden, um sie dann unter Umständen an Schularten einzusetzen, die sie zu leiten gar nicht angestrebt haben.

Der VBE appelliert an Schulverwaltung und Politik, zum kommenden Schuljahr verträgliche Regelungen zu finden, die die Schulleitungen nicht mit Aufgaben konfrontiere, die die Motivation der Amtsinhaber dämpfe. Nur wer mit Freude zur Schule gehe -und das gilt auch für Schulleitungen- könne auf andere Freude ausstrahlen. Dies allerdings sei eine Grundbedingung für erfolgreiches Lernen.

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