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Seit Jahren moniert der VBE: "Alle Lehrer sind Lehrer!"

Grundschulpädagogen nicht schon beim Studium abqualifizieren

Mehr zu: Baden-Württemberg, girls'day, Lehrerbildung, Schule, Hochschule
Stuttgart, 03.02.2010 -

"In Baden-Württemberg sollen Grundschullehrerinnen - es sind fast nur Frauen - auch künftig am kürzesten ausgebildet, weiterhin schlechter besol­det und grundsätzlich mit einem höheren Deputat bedacht werden als die Lehrerschaft an Gymnasien respektive an Haupt- und Realschulen", be­klagt der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, Rudolf Karg (Karlsruhe), mit Blick auf die immer wieder aufflammenden Diskussionen um die Studiendauer angehender Lehrer.

Der VBE begrüßt ausdrücklich, wenn sich die FDP in der Regierungskoalition dafür stark macht, dass bei der Neuordnung der Lehrerausbildung angehende Grundschullehrkräfte gleichfalls acht Semester studieren dürfen - wie die ande­ren Lehramtsstudenten. Auch Hauptschullehrer werden künftig wie Realschul­lehrer ausgebildet, die Grundschulpädagogen koppelt man jedoch ab.

Da die Grundschule für alle Schüler die Basis erfolgreichen Lernens ist und mo­derner Grundschulunterricht mit einer Fremdsprache und der Erstellung indivi­dueller Lern- und Förderpläne nur funktioniert, wenn die Lehrkräfte hervorra­gend ausgebildet sind, darf man beim Studium keine Abstriche machen.

Noch immer wird die Arbeit der unterschiedlichen Lehrergruppen nach dem Alter der Schüler und deren sozialen Herkunft bewertet und entsprechend besol­det. Der Umgang mit jüngeren und bildungsschwächeren Schülern wird gesell­schaftlich geringer geschätzt und finanziell weniger honoriert als das Unterrich­ten älterer Schüler und solcher aus "besseren" Kreisen.

In Nordrhein-Westfalen werden alle Lehrer - unabhängig von der Schulart, an der sie später unterrichten, - zehn Semester lang an der Universität auf den Beruf vorbereitet. "Die dortige Landesregierung hat dem unsinnigen Denken ein Ende bereitet, die Lehrerausbildung könne umso kürzer sein, je jünger die zu unter­richtenden Kinder sind", lobt Rudolf Karg diesen echten Paradigmenwechsel in der Bildungspolitik.

Seit Jahren mahnt der VBE: "Alle Lehrer sind Lehrer", ohne deshalb einen "Einheitslehrer" zu fordern. Chemie- und Geschichtslehrer an Gymnasien wer­den von der Fachrichtung her ja auch unterschiedlich ausgebildet, ansonsten je­doch gleichartig und vor allem gleichwertig. Grundschullehrkräfte mussten sich dagegen schon immer mit einem Schmalspurstudium begnügen. So könne man keine Schule der Zukunft gestalten, schimpft der VBE-Chef.

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