Seit Jahren moniert der VBE: "Alle Lehrer sind Lehrer!"
Grundschulpädagogen nicht schon beim Studium abqualifizieren
Mehr zu: Baden-Württemberg, Girls' Day, Hauptschule, Lehrerbildung, Schule, Hochschule"In Baden-Württemberg sollen Grundschullehrerinnen - es sind fast nur Frauen - auch künftig am kürzesten ausgebildet, weiterhin schlechter besoldet und grundsätzlich mit einem höheren Deputat bedacht werden als die Lehrerschaft an Gymnasien respektive an Haupt- und Realschulen", beklagt der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, Rudolf Karg (Karlsruhe), mit Blick auf die immer wieder aufflammenden Diskussionen um die Studiendauer angehender Lehrer.
Der VBE begrüßt ausdrücklich, wenn sich die FDP in der Regierungskoalition dafür stark macht, dass bei der Neuordnung der Lehrerausbildung angehende Grundschullehrkräfte gleichfalls acht Semester studieren dürfen - wie die anderen Lehramtsstudenten. Auch Hauptschullehrer werden künftig wie Realschullehrer ausgebildet, die Grundschulpädagogen koppelt man jedoch ab.
Da die Grundschule für alle Schüler die Basis erfolgreichen Lernens ist und moderner Grundschulunterricht mit einer Fremdsprache und der Erstellung individueller Lern- und Förderpläne nur funktioniert, wenn die Lehrkräfte hervorragend ausgebildet sind, darf man beim Studium keine Abstriche machen.
Noch immer wird die Arbeit der unterschiedlichen Lehrergruppen nach dem Alter der Schüler und deren sozialen Herkunft bewertet und entsprechend besoldet. Der Umgang mit jüngeren und bildungsschwächeren Schülern wird gesellschaftlich geringer geschätzt und finanziell weniger honoriert als das Unterrichten älterer Schüler und solcher aus "besseren" Kreisen.
In Nordrhein-Westfalen werden alle Lehrer - unabhängig von der Schulart, an der sie später unterrichten, - zehn Semester lang an der Universität auf den Beruf vorbereitet. "Die dortige Landesregierung hat dem unsinnigen Denken ein Ende bereitet, die Lehrerausbildung könne umso kürzer sein, je jünger die zu unterrichtenden Kinder sind", lobt Rudolf Karg diesen echten Paradigmenwechsel in der Bildungspolitik.
Seit Jahren mahnt der VBE: "Alle Lehrer sind Lehrer", ohne deshalb einen "Einheitslehrer" zu fordern. Chemie- und Geschichtslehrer an Gymnasien werden von der Fachrichtung her ja auch unterschiedlich ausgebildet, ansonsten jedoch gleichartig und vor allem gleichwertig. Grundschullehrkräfte mussten sich dagegen schon immer mit einem Schmalspurstudium begnügen. So könne man keine Schule der Zukunft gestalten, schimpft der VBE-Chef.
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