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Kultusministerium gibt Lehrkräften konkrete Orientierungshilfen an die Hand, um Grundkursniveau in 11. Jahrgangsstufe umzusetzen

Kultusminister Ludwig Spaenle: Leistungsniveaus müssen sich konsequent an Grundkursen orientieren - Erstmals werden Halbjahreszeugnisnoten erhoben

Mehr zu: Bayern, Bildungsmonitoring, G8, Gymnasium, Klassenfrequenz, Qualitätsstandards, Schulorganisation, Zensuren, Schule
München, 08.02.2010 -

Die nächste Stufe im Monitoring zur Einführung der Oberstufe des achtjährigen Gymnasiums wird nun umgesetzt.

  1. Ziel ist es dabei, das Grundkursniveau fußend auf dem neuen Lehrplan bei allen Leistungsnachweisen in der jetzigen 11. Jahrgangsstufe umzusetzen. Alle Lehrkräfte erhalten dazu detaillierte Handreichungen, die ihnen als Orientierungshilfen bei der Umsetzung des Grundkursniveaus für alle Fächer dienen.

  2. Mit Blick auf das Zwischenzeugnis, das den Schülern am kommenden Freitag ausgehändigt wird, kündigte Minister Spaenle an: "Wir werden erstmals eine landesweite repräsentative Erhebung der Durchschnittsnoten der Halbjahreszeugnisse in allen Fächern durchführen. Damit verfügen wir über einen Indikator, um die Wirksamkeit unserer Oberstufenkonzeption zu überprüfen und gegebenenfalls unsere Maßnahmen zu intensivieren."

Zur Umsetzung des Anforderungsniveaus auf Grundkursbasis dienen folgenden Maßnahmen:

  1. Minister Spaenle hatte das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung beauftragt, dass es mit sog. "Sonderkontakt briefen" – inhaltlichen Orientierungshilfen - die Lehrkräfte und Schulleitungen bei der Umsetzung des Lehrplans und der Vorbereitung auf das neue Abitur fachspezifisch unterstützt. Dazu enthalten diese Unterlagen Hinweise auf bewährte Prüfungsformen, auf geeignetes Übungsmaterial und Vorschläge zur gezielten Vorbereitung im Unterricht - und damit konkrete pädagogische und inhaltliche Orientierungshilfen zur Implementierung des Grundkursniveaus in der unterrichtlichen Wirklichkeit.

  2. Die konkrete fächerspezifische Umsetzung wird in Fachschaftssitzungen an allen Gymnasien in Bayern vertieft.
    An die Lehrkräfte des achtjährigen Gymnasiums richtete der Minister den Auftrag: "Ich ersuche Sie, die fachlichen und strukturellen Umstellungen vom neun- auf das achtjährige Gymnasium weiter engagiert umzusetzen. Ich danke all den Lehrkräften, Oberstufenkoordinatoren und Schulleiter, die hier bereits mit großem Einsatz aktiv sind."

  3. Bei der Umsetzungsstrategie zur Fokussierung des Unterrichts in den einzelnen Fächern auf den zentralprüfungsrelevanten Kernstoff gilt allein der Lehrplan für das achtjährige Gymnasium. Dieser ist auf vertiefte Allgemeinbildung und Vermittlung von grundlegenden Kompetenzen ausgerichtet. Die Schüler des achtjährigen Gymnasiums legen ihr Abitur in fünf Fächern, darunter Deutsch, Mathematik und einer Fremdsprache. In den W- und P-Seminaren stehen zusätzlich Fähigkeiten im Mittelpunkt, die sie in Studium und Beruf dringend benötigen.

  4. Leistungsnachweise müssen sich wie die Lehrpläne und die Abiturprüfungen am Grundkursniveau orientieren. Die Lehrpläne für die einzelnen Fächer sind auf der Homepage des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung (isb) unter ww.isb.bayern.de einzusehen.

Die Erhebung der Halbjahreszeugnisnoten in den einzelnen Fächern stellt die dritte prozessbegleitende Abfrage dar, die Minister Spaenle seit Frühjahr 2009 im Freistaat angesetzt hatte. Im Frühjahr 2009 hatte Minister Spaenle die Oberstudiendirektoren hinsichtlich der notwendigen Budgetausstattung zur Einführung der neuen Oberstufe befragt und ein zusätzliches Stundenbudget in Höhe von 3,6 Prozent zur Verfügung gestellt. Die durchschnittliche Zahl der Schüler in Jahrgangsstufe 11 beträgt hierdurch in Kursen rund 20 und in Seminaren rund 13. Im Herbst 2009 hatte Minister Spaenle die Belastung von Schülern bei den Schulen erhoben und dabei Entlastungen durch die Um- und Abwahl von Fächern ermöglicht und eine Ausrichtung der Leistungsnachweise auf Grundkursniveau angemahnt. Nun will Minister Spaenle in dem dritten Schritt prüfen, ob die Maßnahmen sich auch in der Schulwirklichkeit niederschlagen.

"Wir werden die Schüler der Jahrgangsstufe 11 des achtjährigen Gymnasiums konsequent weiter begleiten und die Einführung der Oberstufe durch ein konsequentes Monitoring überwachen", betonte Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle heute in München. "Und wo gegengesteuert werden muss, werden wir es tun", gab er seiner Überzeugung Ausdruck. Ob dies nötig wird, wird auch eine Erhebung zeigen, die Minister Spaenle derzeit vorbereiten lässt.

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