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Darmstadt, 09.02.2010 -

Die frühkindliche Bildung bleibt das Stiefkind der deutschen Bildungspolitik - allen politischen Beteuerungen zum Trotz. Dabei ist ihr besonderer Stellenwert für den weiteren Bildungsweg längst unumstritten. Doch den Worten folgen immer noch nicht die richtigen Taten, und so bleibt der Elementarbereich unterfinanziert.

Die jüngste Sonderauswertung des Länderreports Frühkindliche Bildung bemängelt die unzureichende Personalausstattung in den Kindertageseinrichtungen, die es dringend zu verbessern gilt. Denn individuelle Förderung ist nur möglich, wenn genügend pädagogische Fachkräfte zur Verfügung stehen. Doch ist der Personalschlüssel nicht allein ausschlaggebend, um die Qualität der frühkindlichen Bildung anzuheben.

Dazu müssen vor allem die Betreuungsangebote so ausgebaut werden, dass jedem Kind ein bedarfsgerechtes Angebot zur Verfügung gestellt werden kann. Es muss mehr und qualifiziertes Personal eingestellt werden. Und der Erzieherberuf muss professionalisiert werden, womit u.a. eine bessere Aus- und Fortbildung der Fachkräfte gemeint ist sowie eine angemessene Bezahlung.

All das kostet Geld. 12 Milliarden Euro veranschlagten Bund, Länder und Kommunen allein für den Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren, für die es ab 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kita oder bei einer Tagesmutter geben soll. Doch die Präsidentin des Deutschen Städtetages, Petra Roth, warnte bereits: Ohne weitere Finanzhilfen würden die Kommunen den Rechtsanspruch nicht umsetzen können, so sehr sie sich auch anstrengten. Bund und Länder müssten endlich erkennen, dass der Ausbau der Kinderbetreuung unterfinanziert sei.

Der Didacta Verband sieht das ebenso und fordert daher Bund, Länder und Kommunen auf, in einem "Bündnis frühkindliche Bildung" ein nationales Bildungsbudget zu erstellen. Damit soll die Anpassung an veränderte Anforderungen, der Ausbau und die qualitative Weiterentwicklung sichergestellt werden.

Nur in gemeinsamer Verantwortung von Bund, Ländern und Kommunen kann die Qualität der frühkindlichen Bildung wirklich verbessert werden. Dazu müssen alle ihren finanziellen Beitrag leisten. Das heißt auch, dass sie ihre Prioritäten im Haushalt neu definieren müssen. Denn für die Zukunft unserer Kinder werden in den ersten Jahren die entscheidenden Weichen gestellt. Hier zu investieren, verspricht - auch volkswirtschaftlich - die höchste Rendite.

Veranstaltungshinweis:

Denkanstöße zu einem Bündnis frühkindliche Bildung geben am 16. März im Rahmen der didacta - die Bildungsmesse in Köln:

  • Dr. Stefan Articus, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages
  • Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis, Präsident des Didacta Verbandes
  • Dieter Greese, Forum Förderung von Kindern NRW, Vorsitzender des Deutschen Kinderschutzbundes - NRW
  • Andreas Meiwes, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege NRW
  • Dr. Ludwig Spaenle, Bayerischer Kultusminister und Präsident der Kultusministerpräsident (angefragt)
  • Anette Stein, Bildungsexpertin der Bertelsmann Stiftung

Dienstag, 16. März 2010 von 14:00 bis 16:00 Uhr, Forum "didacta aktuell: Wirtschaft - Bildung - Verantwortung", Halle 9, Stand A20/B21

Pressekontakt zu dieser Meldung

Pressekontakt

Didacta Verband e.V.
Thorsten Timmerarens
Rheinstraße 94
64295 Darmstadt
Tel.: +49 (0)6151 31 91-42
Fax: +49 (0)6151 31 91-44
E-Mail:
www.didacta-verband.de

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